• 15.06.2015, 19:45:12
  • /
  • OTS0190 OTW0190

Bundeskanzler Faymann: Müssen aus dem Gedenken die richtigen Schlüsse ziehen

Verleihung des Hans Maršálek-Preises im Bundeskanzleramt

Utl.: Verleihung des Hans Maršálek-Preises im Bundeskanzleramt =

Wien (OTS) - "Wir haben in letzter Zeit viele Gedenktage begangen und
doch stellen sich derzeit viele Widersprüche in der
gesellschaftlichen Diskussion ein. Denn einige Rahmenbedingungen
begünstigen das Erstarken von Gruppierungen, die einfache Antworten
liefern: Schuld an Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise sind
Ausländer, Flüchtlinge und andere Gruppierungen", sagte Bundeskanzler
Werner Faymann bei der Verleihung des Hans Maršálek-Preises im
Kongresssaal des Bundeskanzleramtes. "Viele Probleme sind auch nicht
zu leugnen und es ist daher nicht einfach, ein Klima der Toleranz und
Gemeinsamkeit in der Bevölkerung zu schaffen. Wir können die Kriege
nicht verhindern, Arbeitslosigkeit nicht sofort beseitigen, nicht
schon morgen eine gerechtere Verteilung herbeiführen. Und doch müssen
wir alles daransetzen, dass wir Arbeit schaffen, das Asylrecht ernst
nehmen und für ein friedliches Zusammenleben eintreten. Wir dürfen
auch heute nicht wegschauen. Diejenigen, die wir heute auszeichnen,
haben einen ganz wichtigen Beitrag zur Bewusstseinsbildung geleistet.
Aber wir müssen aus dem Gedenken an die Schrecken der Geschichte auch
die richtigen Schlüsse für heute ziehen."

Anlässlich des 100. Geburtstags von Hans Maršálek, Widerstandskämpfer
und Gründer des Museums und des Archivs der KZ-Gedenkstätte
Mauthausen, stifteten das Mauthausen Komitee und die Österreichische
Lagergemeinschaft Mauthausen im Jahr 2014 erstmalig den
Hans-Maršálek-Preis für herausragende Leistungen im Bereich der
Gedenk-, Erinnerungs- und Bewusstseinsarbeit. Heute wurden die ersten
Siegerprojekte ausgezeichnet.

Nach Bundeskanzler Faymann würdigten auch Willi Mernyi, der
Vorsitzende des Mauthausen Komitee Österreich, Andreas Baumgartner,
der Generalsekretär des Comité International de Mauthausen, Helmut
Edelmayr, Gründungsmitglied des Mauthausen Komitees und
Juryvorsitzender sowie Altbischof Maximilian Aichern und Laura
Schoch, Vorstandsmitglied der Bundesjugendvertretung, die
Preisträgerinnen und Preisträger.

Aus einer Vielzahl an Einreichungen wurden von einer neunköpfigen
Jury folgende Projekte ausgewählt: Den ersten Platz errang das
Projekt "Stollen der Erinnerung", das in einem ehemaligen
Luftschutzbunker die Geschichte Steyrs zur Zeit des
Nationalsozialismus thematisiert. Auf dem 2.Platz landete "Aus dem
Gedächtnis in die Erinnerung. Die Opfer des Nationalsozialismus im
Oberen Drautal", Platz drei belegt die "Neugestaltung des Museums am
Persmanhof" in Bad Eisenkappel, das die Geschichte und den Widerstand
der Kärntner Slowenen während der NS-Zeit zeigt. Den Würdigungspreis
erhielt "Eine Schule in Mauthausen ... Das Leben geht weiter": Die
Neue Mittelschule begleitet seit 30 Jahren die Befreiungsfeiern in
Mauhausen.

Die heutige Gedenkstunde wurde von Gergely Sugar, Orsolya Korcsolan
und Christine David musikalisch begleitet.

Bilder von diesem Termin sind über das Fotoservice des
Bundespressedienstes http://fotoservice.bundeskanzleramt.at
kostenfrei abrufbar.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NBU

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel