Kampf gegen die Organisierte Kriminalität in Europa: Tonnen von Drogen sichergestellt, 139 Festnahmen

1,1 Tonnen Heroin, 1 Tonne Marihuana, 165 Kilo Kokain, 30 Maschinenpistolen: Erfogreiche Bilanz eines EU Projektes unter Leitung des Bundeskriminalamtes

Wien (OTS) - Bei der zweiten internationalen Konferenz anlässlich des Abschlusses des Projektes "Fight against Western Balkans Organised Crime 2013-2015" vom 9. bis 11. Juni 2015 waren 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 34 Staaten, sowie von INTERPOL, EUROPOL und EUROJUST in Portoroz/Slowenien zusammengekommen um Bilanz zu ziehen. Der Kampf gegen die OK ist national und international von bedeutender Wichtigkeit, weshalb unter Federführung des Bundeskriminalamtes und in Zusammenarbeit mit den Polizeibehörden in Ungarn und Slowenien dieses internationale Projekt mit Unterstützung der Europäischen Union ins Leben gerufen wurde. Das erstmalige operative Treffen fand vom 1. bis 3. Oktober 2013 in Altenmarkt/Zauchensee statt. Bei dem jetzigen Meeting der internationalen Kriminalisten und Mitglieder der Strafverfolgungsbehörden wurden die vom Oktober 2013 bis Mai 2015 abgearbeiteten 14 operativen Fälle und 40 operativen Treffen durchbesprochen und resümiert.

Innenministerin Mag. Johanna Mikl-Leitner betont in diesem Zusammenhang einmal mehr die Wichtigkeit internationaler polizeilicher Kooperationen: "Die Organisierte Kriminalität kennt keine Landesgrenzen. Dieses erfolgreiche Projekt zeigt wieder, dass auch die polizeiliche Arbeit keine Landesgrenzen hat. Ich danke allen beteiligten Ländern und den eingesetzten Polizistinnen und Polizisten für ihr hervorragende Engagement."

So wurden im Rahmen des Projektes 139 Festnahmen und 176 Hausdurchsuchungen in ganz Europa durchgeführt. Durch die Ermittlungen konnten 40 Raubüberfälle (davon 11 in Österreich) und 10 Einbruchsdiebstähle in Österreich geklärt werden. Auch die Sicherstellungen können sich sehen lassen: 1,1 Tonnen Heroin, 1 Tonne Marihuana, 165 Kilo Kokain, 16 Tonnen Essigsäureanhydrid (dient der Herstellung von Heroin), 80.000 Zigaretten sowie 30 Maschinenpistolen und Faustfeuerwaffen wurden international von den Sicherheitsbehörden sichergestellt. Überdies konnten Vermögenswerte in der Höhe von mehreren Millionen Euro beschlagnahmt werden. Alleine in Österreich wurden 47 Beschuldigte festgenommen und je 20 Kilogramm Heroin und Kokain, 300 Kilogramm Marihuana, über 2 Tonnen Essigsäureanhydrid und 2 Kalaschnikow-Maschinenpistolen sichergestellt. Überdies wurde inkriminiertes Vermögen im Wert von über einer Million Euro beschlagnahmt.

"Diese großartigen internationalen polizeilichen Erfolge können oft nur durch den direkten Kontakt auf Ermittlerebene erzielt werden. Genau dies wird auch durch Projekte wie diese gefördert: nur internationale Polizeiarbeit kann auch internationale Organisierte Kriminalität bekämpfen", betonte Direktor des Bundeskriminalamtes General Franz Lang im Rahmen der Konferenz.

Zum Projekt
Der Projektname "Gemeinsame Ermittlungen mit den Ländern am Westbalkan zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität und deren Auswirkungen auf die EU" - auch "Fight against Western Balkans Organised Crime 2013-2015" gibt auch den Auftrag an die Polizei wieder. In den Ländern am Westbalkan sind zunehmend kriminelle Organisationen etabliert, die weltweite Auswirkungen auf die Kriminalitäts- und Sicherheitslage haben. Die prekäre wirtschaftliche Situation in vielen dieser Staaten verschärft die Problematik zusätzlich. Eine effiziente und nachhaltige Bekämpfung dieser kriminellen Strukturen ist nur durch eine intensive Kooperation der betroffenen Staaten, der Europäischen Union und mit den Balkanstaaten möglich. Das Bundeskriminalamt hat im Rahmen des EU-Finanzierungsprogramms "ISEC - Kriminalprävention und Kriminalitätsbekämpfung" das Projekt bei der Europäischen Kommission eingereicht und den Auftrag zur Umsetzung erhalten. Als Projektpartner konnten Ungarn und Slowenien gewonnen werden. Das Projekt ist mit 440.000 Euro von der EU gefördert.

Umsetzung
Ein Netzwerk aus OK-Ermittlern deckte gemeinsam 14 kriminelle Strukturen und Tätergruppen mit Organisierter Kriminalität mit Ursprung oder Bezug zum Balkan auf, um schließlich gemeinsam, in sogenannten Operationen, Fälle aufzuklären und international koordinierte Festnahmen und Sicherstellungen durchzuführen.

Teilnehmende Länder
Bosnien-Herzegowina, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Kosovo, Kroatien, Niederlande, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowenien, Spanien, Ungarn, USA und Österreich haben an den operativen Ermittlungsfällen durch Parallelermittlungen teilgenommen bzw. wurden dort Sicherstellungen durchgeführt und Maßnahmen und Festnahmen vollzogen.

Fotos der Konferenz sind unter www.bundeskriminalamt.at abrufbar.

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Mario Hejl, BSc MA
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