Wiener Tierschutzverein: Hundeabgabe wird zum Drama

Dackelmischling wurde im Zuge einer Eigentümerabgabe im WTV von Besitzerin einfach zurückgelassen.

Vösendorf (OTS) - Mit einem derart uneinsichtigen Verhalten werden die erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Wiener Tierschutzvereins (WTV) nicht jeden Tag konfrontiert: Am gestrigen Dienstag wollte eine Dame mittleren Alters ihren vierjährigen Dackel-Mischling im Wiener Tierschutzhaus abgeben. Zur Erinnerung:
Eigentümerabgaben sind in Wien und im Großraum Wien nur im WTV möglich. Mit einer Abgabe durch die Besitzerin oder den Besitzer ist vor Ort immer auch ein Gespräch mit dem WTV-Personal und abhängig vom jeweiligen Fall auch mit der Tierheimleitung verbunden. "Dieses Gespräch soll zum einen klären, unter welchen Bedingungen eine Abgabe bei uns stattfinden kann, da diese immer mit einer einmaligen Gebühr verbunden ist. Zum anderen möchten wir möglichst viel über das Tier selbst in Erfahrung bringen. Charakterliche Eigenheiten, Krankheiten, Alter, Eigenschaften, Herkunft oder die bisherige medizinische Versorgung des Tieres sind wichtige Daten, die uns bei der optimalen Pflege und Weitervermittlung des Tieres extrem helfen", sagt Tierheimleiterin Marion Wenny. In die jeweilige Höhe der Abgabegebühr fließen mehrere Faktoren ein: Unter anderem werden dabei Alter, Gesundheitszustand des Tieres, Rasse, aber auch die sozialen und finanziellen Verhältnisse der Eigentümerinnen und Eigentümer, berücksichtigt. "Es ist uns sehr wichtig, dass gemeinsam die für Mensch und Tier bestmögliche Lösung gefunden wird", so Wenny.

In dem konkreten Fall kam es leider gar nicht erst zu einem konstruktiven Gespräch: Die Dame wollte bis auf einige sporadische Informationen nichts über ihren Hund preisgeben, zeigte sich nicht kooperativ und zudem respektlos gegenüber dem WTV-Personal, welches um positiven Ausgang des Falles bemüht war. Doch auch dazu kam es nicht, da die Dame keine Fragen beantworten wollte und ihren Hund, den sie laut Papieren seit mindestens drei Jahren besitzt, einfach in der Eingangshalle des WTV zurückließ und ohne ein weiteres Wort verschwand. "Abgesehen vom immensen psychischen Stress für den Hund, der plötzlich von seiner Besitzerin verlassen wird, ist es menschlich sehr fragwürdig, auf jeden Vorschlag unsererseits mit Ablehnung zu reagieren", sagt Wenny. Den Im Normallfall soll die Möglichkeit der Eigentümerabgabe eigentlich verhindern, dass Menschen ihre Haustiere einfach irgendwo aussetzen. Der Hund, der auf den Namen "Filou" hört, wird nun jedenfalls im WTV umsorgt und soll so bald wie möglich ein liebesvolles Zuhause bekommen.

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