- 10.06.2015, 11:23:47
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Wiener Tierschutzverein: Hundeabgabe wird zum Drama
Dackelmischling wurde im Zuge einer Eigentümerabgabe im WTV von Besitzerin einfach zurückgelassen.
Utl.: Dackelmischling wurde im Zuge einer Eigentümerabgabe im WTV
von Besitzerin einfach zurückgelassen. =
Vösendorf (OTS) - Mit einem derart uneinsichtigen Verhalten werden
die erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Wiener
Tierschutzvereins (WTV) nicht jeden Tag konfrontiert: Am gestrigen
Dienstag wollte eine Dame mittleren Alters ihren vierjährigen
Dackel-Mischling im Wiener Tierschutzhaus abgeben. Zur Erinnerung:
Eigentümerabgaben sind in Wien und im Großraum Wien nur im WTV
möglich. Mit einer Abgabe durch die Besitzerin oder den Besitzer ist
vor Ort immer auch ein Gespräch mit dem WTV-Personal und abhängig vom
jeweiligen Fall auch mit der Tierheimleitung verbunden. "Dieses
Gespräch soll zum einen klären, unter welchen Bedingungen eine Abgabe
bei uns stattfinden kann, da diese immer mit einer einmaligen Gebühr
verbunden ist. Zum anderen möchten wir möglichst viel über das Tier
selbst in Erfahrung bringen. Charakterliche Eigenheiten, Krankheiten,
Alter, Eigenschaften, Herkunft oder die bisherige medizinische
Versorgung des Tieres sind wichtige Daten, die uns bei der optimalen
Pflege und Weitervermittlung des Tieres extrem helfen", sagt
Tierheimleiterin Marion Wenny. In die jeweilige Höhe der Abgabegebühr
fließen mehrere Faktoren ein: Unter anderem werden dabei Alter,
Gesundheitszustand des Tieres, Rasse, aber auch die sozialen und
finanziellen Verhältnisse der Eigentümerinnen und Eigentümer,
berücksichtigt. "Es ist uns sehr wichtig, dass gemeinsam die für
Mensch und Tier bestmögliche Lösung gefunden wird", so Wenny.
In dem konkreten Fall kam es leider gar nicht erst zu einem
konstruktiven Gespräch: Die Dame wollte bis auf einige sporadische
Informationen nichts über ihren Hund preisgeben, zeigte sich nicht
kooperativ und zudem respektlos gegenüber dem WTV-Personal, welches
um positiven Ausgang des Falles bemüht war. Doch auch dazu kam es
nicht, da die Dame keine Fragen beantworten wollte und ihren Hund,
den sie laut Papieren seit mindestens drei Jahren besitzt, einfach in
der Eingangshalle des WTV zurückließ und ohne ein weiteres Wort
verschwand. "Abgesehen vom immensen psychischen Stress für den Hund,
der plötzlich von seiner Besitzerin verlassen wird, ist es menschlich
sehr fragwürdig, auf jeden Vorschlag unsererseits mit Ablehnung zu
reagieren", sagt Wenny. Den Im Normallfall soll die Möglichkeit der
Eigentümerabgabe eigentlich verhindern, dass Menschen ihre Haustiere
einfach irgendwo aussetzen. Der Hund, der auf den Namen "Filou" hört,
wird nun jedenfalls im WTV umsorgt und soll so bald wie möglich ein
liebesvolles Zuhause bekommen.
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