- 09.06.2015, 14:13:46
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Wie geht es Menschen mit Behinderung in Entwicklungsländern?
Diskussionsveranstaltung im Parlament mit Vertretern aus Mosambik
Utl.: Diskussionsveranstaltung im Parlament mit Vertretern aus
Mosambik =
Wien (PK) - Rund 80 % der Menschen mit Behinderung leben in
Entwicklungsländern. In diesen Teilen der Welt sind die Betroffenen
besonders benachteiligt und haben mit vielen Vorurteilen,
Marginalisierung, Stigmatisierung und teilweise bis hin zur absoluten
Exklusion aus der Gesellschaft zu kämpfen. Wie die gleichberechtigte
Teilhabe aller Menschen in den verschiedensten Lebensbereichen am
besten gewährleistet werden kann, wurde heute bei einer Veranstaltung
im Hohen Haus, zu der Nationalratspräsidentin Doris Bures im Rahmen
des Projekts "Parlamentarischer NordSüdDialog"
(www.nordsueddialog.org) eingeladen hat, erörtert.
Im besonderen wurde über Möglichkeiten der Umsetzung der UN-
Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung vor allem in
den Partnerländern der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit
(z.B. Mosambik) und der Handlungsspielraum Österreichs, diesen Ansatz
weiter zu unterstützen, diskutiert. Neben zahlreichen Abgeordneten
nahmen auch der Vizepräsident des mosambikanischen Parlaments,
Yonusse Amad, der Programmleiter der Austrian Development Agency
(ADA), Robert Zeiner, sowie Gabriele Weigt vom deutschen Institut für
inklusive Entwicklung (BEZEV) am Dialog teil.
Ausgangspunkt für die Debatten am Nachmittag waren Impulsreferate der
Abgeordneten Ulrike Königsberger-Ludwig (S) und Helene Jarmer (G),
wobei einerseits der Zugang zu politischen Entscheidungsprozessen und
andererseits zu Bildung, Ausbildung und Arbeitsprozessen im
Mittelpunkt der Gespräche standen. Nach einer Diskussion über die
Ergebnisse aus den Arbeitskreisen standen noch die Schlussworte des
Behindertensprechers der ÖVP, Fanz-Joseph Huainigg, auf dem Programm.
Hofer: Soziale Inklusion beginnt bereits im Kindergarten
Im Grund sind wir alle behindert, meinte einleitend der Dritte
Nationalratspräsident Norbert Hofer, da niemand der sogenannten Norm
entspreche. Es sei wichtig, dass das Bewusstsein für das Anderssein
bereits im Kindergarten geweckt werde, urteilte er, denn dann gebe es
auch später im Berufsleben und im Alltag keine Probleme damit. Hofer
zeigte sich stolz darüber, was Österreich bisher im Bereich der
Behindertenpolitik geleistet hat, vieles müsse jedoch noch getan
werden. Als Beispiel führte er an, dass immer noch zu viele junge
behinderte Menschen in Seniorenheimen untergebracht werden, weil es
keine adäquaten Alternativen für sie gibt.
Robert Zeiner von der ADA wies darauf hin, dass Österreich im Jahr
2008 die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung
ratifiziert hat. Es werde daher auch im Bereich der
Entwicklungszusammenarbeit ein immer größerer Wert auf das Prinzip
der Inklusion gelegt. Anhand von konkreten Beispielen in Burkina
Faso, Palästina, Georgien etc. illustrierte er, wie dies in der
Praxis umgesetzt wird. Gabriele Weigt wiederum kam auf die
Multidimensionalität der Barrieren zu sprechen, die in
Entwicklungsländern oft in kulturellen Traditionen und Vorstellungen
wurzeln. In manchen Regionen sei etwa der Albinismus mit einem großen
Stigma behaftet, zeigte sie auf.
Der parlamentarische Vizepräsident aus Mosambik, Yonusse Aamad,
räumte ein, dass es zwischen den gesetzlichen Rahmenbedingungen und
der Lebensrealität der Menschen oft eine sehr große Kluft gebe. Er
hoffe daher, dass Österreich mit seiner Expertise sein Land darin
unterstützen könne, ein besseres Leben für Menschen mit Behinderung
zu ermöglichen. Ein weiterer Vertreter aus Mosambik, Jorge Manhique,
regte an, dass Österreich bei den Verträgen über
Entwicklungshilfeprogramme Klauseln aufnehmen könnte, die eine
Inklusion von behinderten Menschen garantieren. (Schluss) sue
HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung finden Sie im Fotoalbum auf
www.parlament.gv.at.
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