- 09.06.2015, 10:27:04
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Yilmaz: Integrationsminister darf sich nicht aus Verantwortung stehlen
Wien (OTS/SK) - SPÖ-Integrationssprecherin Nurten Yilmaz zeigt sich
verwundert über die Aussage von Integrationsminister Kurz im heutigen
Kurier, wonach er Deutschkurse und Strafen für Verweigerer einmahnt.
"Einerseits bin ich froh, dass Kurz sich nach so langer Zeit der
Abwesenheit endlich wieder zu Wort meldet, andererseits bin ich
verwundert über seine Ermahnungen", so Yilmaz am Dienstag gegenüber
dem SPÖ-Pressedienst. Konkret bezeichnet die
SPÖ-Integrationssprecherin die Forderung nach Strafen für sogenannte
"Integrationsunwilligen" als fragwürdig. "Strafen fördern bestehende
strukturelle Ausgrenzungen, das ist die Logik der Polizei,
SPÖ-Integrationspolitik sieht hier anders aus", so Yilmaz, die in
diesem Zusammenhang strukturelle Verbesserungen im Bereich Bildung,
Ausbildung und Arbeitsmarkt fordert. ****
Hinsichtlich der Forderung nach Deutschkursen sieht die
SPÖ-Integrationssprecherin den Minister gefordert. "Schalten Sie den
Turbo ein, in Sachen Deutschkurse für anerkannte Flüchtlinge,
unterstützen Sie tiefgreifende Reformen im Bildungssystem, das alle
SchülerInnen unterstützt, unabhängig ihres sozioökonomischen
Backgrounds", so Yilmaz und weiter: "Kurz darf sich hier nicht aus
der Verantwortung stehlen". Gerade in einer Ausnahmesituation, wie
sie durch den Krieg in Syrien entstanden ist, dürfe sich jetzt
niemand zurückzulehnen. Gleichzeitig erteilt die
SPÖ-Integrationssprecherin der Forderung nach Ghetto-Klassen eine
klare Absage. "Das trägt nichts zu Inklusion und Chancengleichheit
bei", so Yilmaz. Vorbild könnte hier Wien sein. So versteht die Stadt
Wien unter Integration mehr als den Spracherwerb, auch bei der
Aufnahme von Flüchtlingen geht Wien mit gutem Beispiel voran und hat
ein dichtes Netzwerk für Flüchtlinge aufgebaut, das nicht nur
Deutschlernen umfasst, sondern von der Unterkunft bis zur Betreuung
reicht. (Schluss) sc/rm
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