- 08.06.2015, 16:07:06
- /
- OTS0191 OTW0191
VA Brinek fordert Lösungen für das Problemfeld Sachwalterschaft
Im Rahmen der Sachwalterschaftsenquete diskutierten am Montag den 8. Juni 2015 hochrangige Expertinnen und Experten über Besachwalterung, Alterswohlfahrt und Erwachsenenhilfe
Utl.: Im Rahmen der Sachwalterschaftsenquete diskutierten am Montag
den 8. Juni 2015 hochrangige Expertinnen und Experten über
Besachwalterung, Alterswohlfahrt und Erwachsenenhilfe =
Wien (OTS) - Volksanwältin Dr. Gertrude Brinek zeigte sich erfreut
über das große Interesse an der Veranstaltung. Sie wies auf die
dramatisch ansteigenden Zahlen von Besachwalterungen in Österreich
hin und zeigte diverse Probleme im Bereich der Bestellung von
Sachwaltern auf. "60.000 Menschen in Österreich sind ihrer freien
Entscheidungsmöglichkeit beraubt", so Brinek. Für die Volksanwältin
ist Sachwalterschaft lediglich die ultima ratio - künftig soll daher
von einer "Alterswohlfahrt" gesprochen und auf die Betroffenen und
ihre mehr Angehörigen Rücksicht genommen werden.
Allesamt Punkte denen Bundesminister für Justiz, Dr. Wolfgang
Brandstetter, nur beipflichten konnte. Er präsentierte im Rahmen der
Enquete erste Ergebnisse der vom BMJ eingesetzten Arbeitsgruppe zum
Thema Sachwalterschaft. Der Justizminister unterstrich, dass ein
Sachwalter nur in jenen Bereichen Hilfe anbieten sollte, in welchen
die Betroffenen diese auch brauchen würden. "Individuelle Betreuung
und Rücksichtnahme auf die Wünsche der Betroffenen sind oberstes
Ziel", so der Minister.
Univ. Prof. Dr. Franz Kolland pochte auf die Vorzüge und positiven
Seiten des Älterwerdens und wies darauf hin, dass das Alter
vielfältig sei. Kolland forderte die Anwesenden auf, das Alter
"anders zu denken und einen grundlegenden Wandel in der Gesellschaft
zu bewirken". Er warnte vor Stereotypisierung von älteren Menschen
und forderte: "Alte Menschen müssen aufgehoben und nicht
ausgegliedert werden!".
Der zweite Teil der Veranstaltung widmete sich den Beiträgen von
Expertinnen und Experten rund um das Thema Erwachsenenhilfe und
alternative Lösungsmöglichkeiten. Mag. Dorothea Gschöpf vom
Vertretungsnetz zeigte Möglichkeiten des "Clearings" auf und forderte
mehr Barrierefreiheit in der Verwaltung. Dr. Walter Hammerschick und
Dr. Hemma Mayrhofer vom Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie
(IRKS) erläuterten eindringlich Statistiken zur Bestellung von
Sachwaltern und forderten Maßnahmen zur Umsetzung von unterstützender
Entscheidungsfindung. Zahlreiche Kritikpunkte wurden auch von den
über 100 Teilnehmern genannt und verdeutlichten die Vielschichtigkeit
dieses Themas.
Es bleibt zusammenfassend festzuhalten, dass die Betroffenen besser
eingebunden und gehört und auch über Alternativen zu Sachwalterschaft
aufgeklärt werden sollten. Problemfelder, die nur im Zusammenspiel
aller involvierten Institutionen und Entscheidungsträger zu einer
ra-schen Verbesserung führen können.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | VOA






