- 30.05.2015, 18:08:25
- /
- OTS0042 OTW0042
Österreich verliert internationale Glaubwürdigkeit und Vorbildwirkung im Gewalt- und Opferschutz
Es ist empörend, dass Justizminister Brandstetter das enorme Ausmaß der sexuellen Gewalt und die Erlebnisse der Betroffenen ignoriert und den §218 kippen will.
Utl.: Es ist empörend, dass Justizminister Brandstetter das enorme
Ausmaß der sexuellen Gewalt und die Erlebnisse der Betroffenen
ignoriert und den §218 kippen will. =
Wien (OTS) - "Wir wissen spätestens seit 2014 von der Studie der
europäischen Grundrechtsagentur, dass in der EU 33% der Frauen seit
ihrem 15. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erfahren
haben, das entspricht etwa 62 Millionen Frauen. Weiter haben 55%
aller Frauen in der EU irgendeine Form von sexueller Belästigung
erlebt."
"In anderen europäischen Ländern, wie Belgien, Schweiz und Frankreich
ist sexuelle Gewalt sowohl im Privaten, am Arbeitsplatz als auch in
der Öffentlichkeit schon längst strafbar. Auch verbale Belästigungen
können in diesen Ländern bereits geahndet werden. Nicht
nachvollziehbar ist vor allem, warum sexuelle Gewalt im Strafgesetz
"schlecht zu fassen" sein soll, wie der Justizminister behauptet,
während es im Gleichbehandlungsgesetz und somit am Arbeitsplatz
bereits seit Jahren klar als Gewalt definiert und daher strafbar ist.
Wir fordern Rechte für alle und Opferschutz statt Täterschutz!", so
Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins AÖF und dem
europäischen Netzwerkes WAVE (Women Against Violence).
"Österreich hat als eines der ersten Länder die Istanbul Konvention,
welche am 1. August 2014 in Kraft getreten ist, ratifiziert und sich
damit zur Umsetzung verpflichtet. Der Artikel 40 der Konvention führt
aus, dass jede sexuelle Belästigung sanktioniert werden muss. Ich
fordere Minister Brandstetter auf, diese Verpflichtung ernst zu
nehmen," so Rosa Logar, Geschäftsführerin der Wiener
Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie.
Auf den Social Media Kanälen der Kampagne Gewaltfrei leben
(www.gewaltfreileben.at) setzen sich seit dieser Woche Prominente für
die geplante Novellierung des Sexualstrafrechts ein.
Weitere Informationen unter: www.gewaltfreileben.at, www.aoef.at
#StGBReform2015 #gewaltfreileben
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AFH






