ÖH zu Zugangsbeschränkungen StEOP, 14h und 124b

Stellenweise historischer Tiefpunkt sozialer Durchmischung erreicht

Wien (OTS) - Die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) zeigt sich empört über die von Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner angekündigte Ausweitung und Verlängerung von Zugangsbeschränkungen. "Bei den nach §14h zugangsbeschränkten Fächern zeichnet sich bisher keine soziale Selektion ab. Allerdings fand auch noch keine einzige Prüfung statt, da die Anzahl der Studieninteressierten bisher immer unter den vorgegebenen Plätzen gelegen hat. Bei den bereits zugangsbeschränkten Fächern wie etwas Medizin, Psychologie und Veterinärmedizin, in denen auch Tests stattfinden, zeichnet sich hingegen ein historischer Tiefpunkt bei der sozialen Durchmischung ab. Ein klares Beispiel liefern da die Med-Unis: der Anteil der Studierenden mit Eltern mit akademischen Hintergrund beläuft sich hier auf 55 Prozent. Die Zahl von Studierenden mit Eltern mit Pflichtschulabschluss oder mittlerer Ausbildung beträgt hingegen nur 26 Prozent. Es ist zu erwarten, dass dies auch bei den neu zugangsbeschränkten Fächern eintreten wird, sobald tatsächlich Tests stattfinden. Eine Verlängerung oder sogar eine Ausweitung auf die Studienfächer Chemie und Rechtswissenschaften lehnen wir daher vehement ab. Auch die betroffenen Dekane bei den Rechtswissenschaften haben sich in der Vergangenheit bereits mehrmals dagegen ausgesprochen, weshalb Mitterlehners Pläne umso unverständlicher für uns sind", so Bernhard Lahner vom Vorsitzteam der ÖH.

Auch die positive Reaktion auf die Evaluierung der StEOP ist verwunderlich, zeichnen sich doch bisher die erhofften positiven Effekte nicht ab. "Wie die Evaluierung zeigt, sind die erwarteten Vorteile der StEOP nicht eingetreten. Gleichzeitig werden auf diesem Weg an vielen Universitäten Studierende völlig sinnlos am Weiterstudieren gehindert. Es wird daher Zeit, diese unnötige Hürde endlich abzuschaffen und stattdessen echte Orientierung zu Studienbeginn zu schaffen", so Lahner.

"Wenn auf Basis dieser Daten Zugangsbeschränkungen aufrecht bleiben oder sogar folgen, heißt es für uns ganz klar, dass es hier nicht um die Studierenden, sondern nur um fehlendes Geld geht. Um Studierende zu unterstützen müssen Schnittstellen zwischen Schulen und Hochschulen ausgebaut werden und Studieninteressierten die Möglichkeit einer echten Orientierung gegeben werden, noch bevor sie dem Druck des Studienalltags ausgesetzt sind. Ebenso ist es angesichts dieses Tiefpunktes unverzichtbar die Studienförderung zu Gunsten der Studierenden zu reformieren und auszubauen", so Lahner.

Rückfragen & Kontakt:

ÖH - Österreichische Hochschüler_innenschaft
Emir Dizdarevic
Pressesprecher
Tel.: +43/676/888522-11
emir.dizdarevic@oeh.ac.at
https://www.oeh.ac.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NHO0001