- 28.05.2015, 10:34:36
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VKI prüft Wiener Aufsperrdienste: Guter Service ist selten
Nur drei von 14 Anbietern bestehen den Test, die Hälfte verrechnet mehr als 300 Euro
Utl.: Nur drei von 14 Anbietern bestehen den Test, die Hälfte
verrechnet mehr als 300 Euro =
Wien (OTS/VKI) - Die Tür im Schloss und kein Ersatzschlüssel
griffbereit: Da bleibt in der Regel nur, den Aufsperrdienst zu rufen.
Wie professionell diese Dienste arbeiten und welche Kosten entstehen,
hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) in einem Test zu 14
Wiener Aufsperrdiensten erhoben. Die Resultate werden in der
aktuellen Ausgabe der Zeitschrift KONSUMENT sowie online unter
www.konsument.at publiziert. Für die Mehrheit der Betriebe fiel die
Bewertung "nicht zufriedenstellend" aus.
Nur drei von 14 Diensten waren in der Lage, das Schloss zu öffnen
ohne es nachhaltig zu zerstören. Der Großteil bohrte und verursachte
- zweiter Hauptkritikpunkt - hohe Kosten. Denn durch den Griff zum
Bohrer musste am Ende auch ein neues Schloss verrechnet werden. Bis
zu 444 Euro kostete der Aufsperrdienst im aktuellen Praxis-Check.
Dass es auch anders geht, zeigt der Testsieger (Aufsperr- und
Schlüsseldienst Wolfgang Solomka): Dieser war nicht nur in der Lage,
die Tür innerhalb von zehn Minuten zerstörungsfrei zu öffnen, sondern
verrechnete dafür mit 120 Euro auch den geringsten Gesamtbetrag.
Schneller Griff zum Bohrer
Die Aufgabe war für alle Anbieter gleich: zur jeweils gleichen
Tageszeit eine zweifach versperrte Wohnungstür in einem Altbau mit
dem jeweils gleichen Schloss zu öffnen. Es wurde ein Zylinder
verwendet, der laut Hersteller eine geringe Sicherheitsklasse
aufweist und daher auch zerstörungsfrei zu öffnen sein müsste.
Elf von 14 Aufsperrdiensten griffen allerdings zum Bohrer und
zerstörten das Schloss. In diesem Fall wurde automatisch eine "nicht
zufriedenstellende" Bewertung vergeben. Während sich einige
Dienstleister zumindest bemühten, das Schloss unversehrt zu öffnen,
wurde in fünf Fällen sofort zum Bohrer gegriffen: Abbus, Ariba
Sicherheitstechnik, Euroschloss Sicherheitstechnik GmbH, Riva
Sicherheitstechnik und W. und K. Schmidtschläger GmbH verzichteten
von vornherein auf alternative Lösungswege.
Hälfte verrechnet mehr als 300 Euro
Bei der Hälfte der Anbieter wurden zudem mehr als 300 Euro
verrechnet. Der teuerste und letztplatzierte Dienst im Test war
ESADSI-Technik KG. Dieser stellte statt der telefonisch angekündigten
80 bis 192 Euro am Ende 444 Euro in Rechnung. Nicht zuletzt deshalb,
weil eine zusätzliche "Notdienstöffnung" in Höhe von 150 Euro
verrechnet wurde. Immerhin wurden hier die einzelnen Positionen auf
der Rechnung ausgewiesen. In vier Fällen fanden sich keine
detaillierten Angaben, welche Kosten für welche Leistung verrechnet
wurden.
"Mehr als 300 Euro für das Öffnen eines einfachen Schlosses halten
wir für fragwürdig", kritisiert Franz Floss, Geschäftsführer und
Leiter des Bereichs Untersuchung im VKI. "Da drängt sich die Frage
auf, ob nicht zumindest in manchen Fällen die Notsituation der
Betroffenen ausgenützt wird. Wir raten jedenfalls dazu, für die
Rechnung eine detaillierte Aufschlüsselung der einzelnen Positionen
zu verlangen und die Auflistung zu überprüfen, bevor gezahlt wird."
Tipp: Nicht den Erstbesten wählen
"Wenn Sie einen Aufsperrdienst rufen müssen, nehmen Sie nicht den
Erstbesten, dessen Werbung auf Postfächern oder am schwarzen Brett
des Wohnhauses klebt. Schon gar nicht, wenn dort nur eine
Telefonnummer und keine Adresse angegeben ist", rät VKI-Projektleiter
Edmund Gallei. "Achten Sie auch bei der Suche im Internet darauf,
dass mehr als nur eine Handynummer angeführt wird."
Bei Problemen mit unseriösen Aufsperrdiensten in Österreich können
sich Betroffene an das Beratungszentrums des Vereins für
Konsumenteninformation wenden (Tel. 01/588 770, Mo-Fr, 9-15 Uhr). Bei
Anbietern aus anderen EU-Mitgliedsstaaten hilft das Europäische
Verbraucherzentrum Österreich, eine gemeinsame Einrichtung von VKI
und EU-Kommission (Tel. 01 588 77 81, Mo- Fr, 9-15 Uhr).
SERVICE: Alle Details zum Test sowie die Stellungnahmen der
Unternehmen mit negativem Ergebnis gibt es in der aktuellen Ausgabe
des Testmagazins KONSUMENT sowie online unter www.konsument.at.
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