- 26.05.2015, 12:34:05
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Beim Jahrestreffen des MKV kam es zu Generationenwechsel
Schulpolitsche Forderungen: Evaluierung der NMS, Nein zur Gesamtschule mit der Brechstange

Utl.: Schulpolitsche Forderungen: Evaluierung der NMS, Nein zur
Gesamtschule mit der Brechstange =
Wien (OTS) - Auch heuer trafen sich rund 1.800 Mitglieder
katholischer farbentragender Mittelschulverbindungen zu Pfingsten zum
traditionellen "Pennälertag" des Mittelschüler-Kartell-Verbandes
(MKV) in Salzburg.
Dabei kam es auch zu einem Führungs- und Generationenwechsel. An die
Stelle des bisherigen Vorsitzenden Staatssekretär a.D. Mag. Helmut
Kukacka - der nach sechsjähriger Amtszeit und einer beeindruckenden
Erfolgsbilanz - nicht mehr kandidierte, wurde der 42-jährige Walter
Gröblinger, der als Pressesprecher in Wien arbeitet, zum Vorsitzenden
des MKV gewählt. Mit der Wahl Gröblingers kommt es auch zu einem
Generationswechsel. Der 42-jährige führt ein rund 20-köpfiges Team
an, in dem das Durchschnittsalter bei 32 Jahren liegt. Er wird seine
neue Funktion am 1. Juli 2015 antreten. Sein Ziel ist es, die
Kommunikation nach innen zu den rund 18.000 Mitgliedern zu forcieren,
dabei sollen die sozialen Medien eine große Rolle spielen.
Helmut Kukacka bleibt aber Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft
katholischer Verbände (AKV).
Den Abschluss des dreitägigen Pennälertages bildete ein großer
Festkommers am Pfingstsonntag im Amadeus-Terminal 2 des Flughafens
Salzburg, an dem auch Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer teilnahm
und an dem Außenminister Sebastian Kurz die Festrede hielt. Der MKV
präsentierte am Pennälertag in Salzburg auch ein neues Imagevideo -
zu sehen auf www.youtube.com/user/derMKV
Kukacka: Bei der Kartellversammlung des MKV wurden auch Forderungen
zur sinnvollen Weiterentwicklung unseres Schulsystems beschlossen:
Nein zur Gesamtschule mit der Brechstange!
Vor wenigen Tagen hat die Vorarlberger Landesregierung angekündigt,
in wenigen Jahren in Vorarlberg die Gesamtschule flächendeckend
einführen und somit die 11 AHS-Unterstufen-Standorte auflösen zu
wollen. Erreicht soll dieses Ziel auch mit der Abschaffung der
gesetzlich verankerten Mitbestimmungsrechte für Schüler, Eltern und
Lehrer an den einzelnen Schulen werden. Denn schon einmal scheiterte
im Jahr 2012 der Versuch der Errichtung einer Gesamtschulmodellregion
im Raum Lustenau am Widerstand der Schulpartner binnen 48 Stunden.
Der MKV wehrt sich mit aller Entschiedenheit gegen die Beschneidung
demokratischer Mitbestimmungsrechte der Schulpartner. "Eine Schule
der Zukunft kann immer nur mit den Betroffenen, niemals aber gegen
sie entwickelt werden. Die Vorarlberger Landesregierung wäre daher
gut beraten, den Dialog mit den Betroffenen zu suchen und ihnen nicht
über die Medien die Streichung ihrer gesetzlichen
Mitbestimmungsrechte auszurichten", stellte dazu MKV-Vorsitzender
Staatssekretär a.D. Mag. Helmut Kukacka abschließend fest.
Mehr Autonomie für die Schule vor Ort
Die 2012 eingeführte "Neue Mittelschule" (NMS) wird den in sie
gesetzten Erwartungen keinesfalls gerecht. Ein Anfang März 2015
veröffentlichter wissenschaftliche Evaluierungsbericht beklagt, dass
die NMS keine verbesserte Förderung der leistungsschwächsten Schüler
zustande gebracht habe, es habe sich die Lernsituation der
Lernschwächeren sogar noch verschlechtert. Der Ansatz, auf "innere
Differenzierung" statt auf Leistungsgruppen zu setzen, ist
offensichtlich gescheitert, denn die Ergebnisse der alten Hauptschule
mit Leistungsgruppen waren deutlich besser. Darüber hinaus hat der
Rechnungshof schon vor Monaten vorgerechnet, dass die NMS die mit
Abstand teuerste Schulart in der Sekundarstufe 1 ist, stellte dazu
der MKV-Vorsitzende Mag. Helmut Kukacka fest.
Der MKV fordert daher, die Evaluationsergebnisse nun im Detail zu
bewerten und in aller Ruhe Schlussfolgerungen zu ziehen und daraus
dann Maßnahmen abzuleiten. Es muss erreicht werden, dass bei der
Verwendung der hohen Geldmittel für die NMS verstärkt auf regionale,
inhaltliche und sozioökonomische Unterschiede zwischen ländlichen und
städtischen Schulstandorten Rücksicht genommen wird.
Prognoseverfahren bei Übertritt in andere Schultypen
Der jährlich steigende Druck auf Lehrerinnen und Lehrer der vierten
Klassen in den Volksschulen führt zu einer Inflation an
Volksschulzeugnissen mit ausschließlich "Sehr gut" und in weiterer
Folge dazu, dass Schülerinnen und Schüler mit solchen Zeugnissen
keinen Platz an einem Gymnasium bekommen haben. Zu viele Kinder
schlagen nicht jenen Schulweg ein, der für sie der Beste wäre. Der
undifferenzierte Ansturm auf die Gymnasien vor allem in städtischen
Regionen hilft aber weder dem Gymnasium selbst noch den Neuen
Mittelschulen (NMS). Im Gegenteil: Er verursacht menschliches Leid
durch Überforderung von Schülern in der falsch gewählten Schulart,
erläuterte Kukacka.
Künftig sollen nicht mehr allein die Noten der letzten Klasse der
Volksschule den weiteren Schulweg bestimmen, sondern ergänzend auch
in einem Prognoseverfahren die tatsächlichen Interessen, Talente und
Fertigkeiten der Kinder im Mittelpunkt stehen. Anleihen für die
Umsetzung dieses Vorschlags kann man bei den Schwerpunkt-NMS nehmen:
Dort gibt es bereits bei Sport- bzw. Musik-NMS Aufnahmeverfahren, die
die Talente und Fähigkeiten interessierter Kinder unter die Lupe
nehmen, forderte der MKV.
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