• 23.05.2015, 09:11:51
  • /
  • OTS0002 OTW0002

ÖGfE-Schmidt: Jahr 1 nach den Europawahlen - Positives Bild des EU-Parlaments trotz geringerer Information

77 Prozent halten das EU-Parlament für wichtig - 62 Prozent nehmen es medial selten oder nie wahr - Umfrage

Utl.: 77 Prozent halten das EU-Parlament für wichtig - 62 Prozent
nehmen es medial selten oder nie wahr - Umfrage =

Wien (OTS) - "Vor einem Jahr haben die Wahlen zum EU-Parlament
stattgefunden. Das Meinungsbild der ÖsterreicherInnen hat sich
seitdem positiv entwickelt. Die Arbeit und Tätigkeit des
EU-Parlaments wird als wichtig empfunden, das Vertrauen ist
gestiegen. Kaum erhöht hat sich allerdings das persönliche Interesse
am EU-Parlament, auch seine mediale Wahrnehmung ist rückläufig,"
analysiert ÖGfE-Generalsekretär Paul Schmidt die Ergebnisse einer
aktuellen Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik
(ÖGfE).

Insgesamt 59 Prozent der befragten ÖsterreicherInnen geben an,
"selten" (45 Prozent) bzw. "sehr selten" (14 Prozent) Nachrichten
bzw. Informationen über das EU-Parlament in den Medien zu
registrieren. 39 Prozent hören/sehen/lesen dagegen "sehr oft" (11
Prozent) bzw. "oft" (28 Prozent) darüber. 3 Prozent antworten "nie".
Eine seit Mai 2012 bestehende Zeitreihe zeigt, dass die wahrgenommene
Berichterstattung über das EU-Parlament - nach einem starken Anstieg
in den sechs Monaten vor den Europawahlen - nun wieder auf das
ursprüngliche Niveau zurückgegangen ist. So hat sich die Anzahl
jener, die "(sehr) oft" vom EU-Parlament hören, seit Februar/März
2014 um 13 Prozentpunkte reduziert, der Anteil jener, die "(sehr)
selten" antworten, ist dagegen um 16 Prozentpunkte gestiegen.

"Den EU-Abgeordneten wurde in den Monaten vor der Europawahl eine
mediale Bühne geboten, die ihnen sonst meist verwehrt bleibt", sagt
Schmidt. "Der öffentliche Fokus wirkt nach. Dem EU-Parlament wird
heute - auch bei nachlassender medialer Wahrnehmung - eine größere
Bedeutung zugeschrieben, als dies noch vor den Wahlen der Fall war."

Aktuell sagen insgesamt 77 Prozent, dass sie die Arbeit und Aufgaben
des EU-Parlaments für "sehr wichtig" (25 Prozent) bzw. "wichtig" (52
Prozent) halten. Im Februar/März 2014 vertraten nur 66 Prozent diese
Meinung.

Insgesamt 23 Prozent bewerten die Tätigkeiten des EU-Parlaments
dagegen als "eher nicht" (19 Prozent) bzw. "gar nicht wichtig" (4
Prozent) (Feb/Mrz. 2014: 27 Prozent). Die Zahl jener, die sich zu
dieser Frage keine Meinung bilden können, ist im selben Zeitraum von
8 auf 1 Prozent zurückgegangen. (Differenz auf 100 Prozent aufgrund
gerundeter Werte)

Die Umfrage zeigt, dass das Vertrauen in das Europäische Parlament in
den letzten Monaten gewachsen ist - auch im Vergleich zu anderen
EU-Institutionen. Hatten im September 2014 noch insgesamt 33 Prozent
"sehr großes" bzw. "eher großes" Vertrauen in das EU-Parlament, sind
es nun 47 Prozent ("sehr groß": 4 Prozent | "eher groß": 43 Prozent).
"Eher geringes" Vertrauen haben 40 Prozent (Sept. 2014: 44 Prozent),
gar keines 10 Prozent (Sept. 2014: 16 Prozent).

Das Vertrauen in die EU-Kommission ist im selben Zeitraum nur
unwesentlich gestiegen - von 27 auf 32 Prozent ("sehr groß": 2
Prozent bzw. "eher groß": 30 Prozent). "Eher geringes" Vertrauen
haben 46 Prozent (Sept. 2014: 48 Prozent), gar keines 16 Prozent
(Sept. 2014: 17 Prozent).

Sogar zurückgegangen ist das Vertrauen in die Europäische Zentralbank
- von 34 auf 23 Prozent ("sehr groß": 3 Prozent | "eher groß": 20
Prozent). "Eher geringes" Vertrauen haben 43 Prozent (Sept. 2014: 40
Prozent), gar keines 24 Prozent (Sept. 2014: 18 Prozent).

"EU-Kommission und EZB werden in der öffentlichen Wahrnehmung
stärker mit dem - oft kritisierten - EU-Krisenmanagement in
Verbindung gebracht. Dies findet auch in den jeweiligen
Vertrauenswerten seinen Niederschlag."

Jedoch geben lediglich 7 Prozent an, dass auch ihr persönliches
Interesse an der Arbeit und den Tätigkeiten des EU-Parlaments seit
den Europawahlen gestiegen ist. 69 Prozent sagen, es sei gleich
geblieben, 22 Prozent geben an, dass ihr Interesse gesunken ist.

"Nach wie vor fällt es schwer, die Tätigkeiten des EU-Parlaments
greifbar zu vermitteln. Hier gilt es auch, in der Kommunikation
anzusetzen", meint Schmidt abschließend. "Das Rederecht von
EU-Abgeordneten im Nationalrat ist ein wichtiger Schritt zur besseren
Sichtbarkeit. Allerdings sind auch Politik und Medien hierzulande
aufgerufen, der Übersetzung europäischer Themen und ihrer Relevanz
für die Menschen in Österreich breiteren Raum zu widmen."

Download Grafiken:
http://links.oegfe.at/EP_2505

Die Umfrage wurde von der Sozialwissenschaftlichen
Studiengesellschaft vom 4.-12. Mai 2015 im Auftrag der ÖGfE
durchgeführt. Befragt wurden österreichweit 521 Personen per Telefon
(repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16
Jahre/Gewichtung nach Geschlecht, Alter und Bildung). Maximale
Schwankungsbreite ca. +/- 4,5 Prozent. Fehlende Werte auf 100 Prozent
= "weiß nicht/Keine Angabe".

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GEP

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel