• 21.05.2015, 11:25:08
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MAK DESIGN SALON #04 DUNNE & RABY. The School of Constructed Realities

Fiktion und Realität in der MAK-Expositur Geymüllerschlössel

Filip Dujardin, Untitled aus der Serie Fictions,
2007

Utl.: Fiktion und Realität in der MAK-Expositur Geymüllerschlössel =

Wien (OTS) - Der MAK DESIGN SALON #04 in der MAK-Expositur
Geymüllerschlössel steht im Zeichen von Fiktion und Realität: Das
Londoner Designduo Dunne & Raby untersucht mit seinem
Ausstellungsbeitrag "The School of Constructed Realities" die
Potenziale spekulativen Designs im Hinblick auf Herausforderungen und
Perspektiven im 21. Jahrhundert. Die Arbeiten des Studios dienen als
Anschauungsbeispiele einer fiktiven Designschule, die sich im
Geymüllerschlössel erstmals formiert. "The School of Constructed
Realities" ist ein Modell, das unterschiedliche Ideen und Experimente
miteinander verknüpft, um mittels Design noch zu erfindende Welten
darzustellen. Die BesucherInnen der Ausstellung sind eingeladen, über
den Einfluss von Designausbildungen im Hinblick auf die Entwicklung
und Gestaltung von Zukunftsvisionen nachzudenken.

"The School of Constructed Realities" ist der Titel einer
Kurzgeschichte, die Dunne & Raby erstmals 2014 auf dem Online-Portal
von Maharam (einem 1902 vom russischen Immigranten Louis Maharam in
New York gegründeten, künstlerisch progressiven Textilhaus)
veröffentlichte. Anthony Dunne, Gründer und langjähriger Leiter des
Design Interactions Departments am Royal College of Art in London,
und Fiona Raby, Professorin für Industrial Design an der Universität
für angewandte Kunst Wien, gelten seit Jahren als PionierInnen einer
konzeptuellen Designbewegung. Mit "The School of Constructed
Realities" stellen sie einen alternativen Ansatz zur gegenwärtigen
Designausbildung vor, die sich teilweise noch heute an der
Kunstgewerbe- und Bauhaus-Bewegung des 19. und 20. Jahrhunderts
orientiert.

Jeder Raum in der MAK-Expositur Geymüllerschlössel verweist auf
neue Lern- und Lehrinhalte wie "Weltandeutung", "Ästhetik der
Unwirklichkeit", "Physische Fiktionen", "Eine neue Normalität",
"Jenseits des Realismus" oder "Objektsystematik". Jüngste sowie
eigens für diese Ausstellung entwickelte Arbeiten von Dunne & Raby
dienen bei diesen Themen-Inszenierungen als Anschauungsmaterial.

Eine Spekulation über den Fortbestand des Vereinigten Königreichs
skizziert das Projekt "United Micro Kingdoms (UmK)", das Dunne & Raby
2013 im Auftrag des Design Museum in London entwickelte.
Miniaturmodelle und Illustrationen geben Einblick in ein alternatives
Großbritannien, das sich in vier unabhängige Regionen mit
unterschiedlichen Gesellschaftssystemen und Lebensstilen aufteilen
würde. Diese von gängigen Vorstellungen befreiten "Laboratorien"
hinterfragen die kulturelle und ethische Auswirkung vorhandener und
neuer Technologien und wie diese unsere Lebensweise verändern.

Die Arbeit "Not Here, Not Now" (2014), die ursprünglich für die
Ausstellung "Future Fictions" am Z33 - House for contemporary art in
Hasselt, Belgien (5.10.2014 - 4.1.2015), entwickelt wurde, stellt
fiktionale Objekte in den Kontexten "Ästhetik der Unwirklichkeit" und
"Physische Fiktionen" dar. Großformatige Fotodrucke zeigen
spekulative Produkte und Interfaces wie ein "Publi-voice", einen
"Ethiculator" oder ein "Stop & Scan device", die ebenfalls Teil der
Lebenswelt der "Digitarians" [DigitarierInnen] - einer Gesellschaft,
die von den Möglichkeiten der digitalen Technologie abhängt - in
"UmK" sind. Eigens für die Intervention "The School of Constructed
Realities" realisierten Dunne & Raby in Zusammenarbeit mit den in
London lebenden und arbeitenden Designern Keiichi Matsuda und Lukas
Franciszkiewicz die filmische Animation "Not Here, Not Now: CGI"
(2015), die die Darstellbarkeit von Fiktionen auslotet.

Gemeinsam mit Franciszkiewicz, einem ihrer ehemaligen Design
Interactions-StudentInnen, erarbeiteten sie für den MAK DESIGN SALON
#04 das Filmprojekt "Meinong’s Taxonomy of Objects" (2015), das die
Gegenstandstheorie des österreichischen Philosophen und Begründers
der Grazer Schule der Experimentalpsychologie Alexius Meinong
(1853-1920) thematisiert.

"Dunne & Rabys Verständnis von Design ist umfassend und eröffnet
DesignerInnen und uns allen einen enormen Spielraum für ein
erweitertes Nachdenken über die Zukunft", so Thomas Geisler, Kurator
der Ausstellung und Kustode der MAK-Sammlung Design, zum diesjährigen
MAK DESIGN SALON #04. Das Designduo, das seine Projekte stets als
Ausgangspunkt für neue Explorationen und nicht als Präsentation
vor-definierter Ergebnisse sieht, folgt mit "The School of
Constructed Realities" auf Designinterventionen von Robert Stadler
("Back in 5 min", 13. September - 30. November 2014), Studio
Formafantasma ("The Stranger Within", 14. September - 1. Dezember
2013) und Michael Anastassiades ("Time and Again", 12. Mai - 25.
November 2012).

Die Intervention "The School of Constructed Realities", die vom
Auktionshaus Dorotheum großzügig unterstützt wird, bietet am 4.
Oktober um 11:00 Uhr Anlass für eine Matinee im Rahmen der VIENNA
DESIGN WEEK. Fiona Raby und Anthony Dunne sowie der Designer Jurgen
Bey, Partner des Studios Makkink & Bey und Direktor des Sandberg
Institute an der Gerrit Rietveld Academy in Amsterdam, diskutieren
unter der Moderation von Thomas Geisler über neue Denkschulen und
Ausbildungsmodelle im Bereich Design.

MAK-Expositur Geymüllerschlössel
Das Geymüllerschlössel wurde nach 1808 im Auftrag des Handelsherrn
und Bankiers Johann Jakob Geymüller (1760-1834) errichtet und 1965
dem MAK als Außenstelle angegliedert. Neben den permanent
ausgestellten 160 erlesenen Alt-Wiener Uhren der Sammlung Franz Sobek
zählen die Empire- und Biedermeiermöbel aus der Möbelsammlung des MAK
zu den wichtigsten Exponaten im Schlössel. Kein anderes öffentlich
zugängliches Gebäude in Österreich spiegelt heute die spezifische
Lebens- und Geistesart der Epoche des Vormärzes in vergleichbarer
Authentizität wider. Im Park des Lustgebäudes stellen das skulpturale
Ensemble "Der Vater weist dem Kind den Weg" von Hubert Schmalix
(1996/1997) und James Turrells Skyspace "The other Horizon"
(1998/2004) einen Dialog mit der Vergangenheit her.

Der "MAK DESIGN SALON #04: DUNNE & RABY. The School of Constructed
Realities" ist ein Parallelprojekt der VIENNA BIENNALE, die vom 11.
Juni bis 4. Oktober 2015 erstmals stattfindet und sich als erste
Mehrspartenbiennale unter dem Titel IDEAS FOR CHANGE Ansätzen für
einen positiven Wandel aus unterschiedlichsten kreativen Perspektiven
verschreibt. Details zur VIENNA BIENNALE 2015: IDEAS FOR CHANGE unter
www.viennabiennale.org.

Bildmaterial zur Ausstellung steht unter MAK.at/presse zum Download
bereit.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MAK

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