• 12.05.2015, 13:02:13
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Es wird ernst: Weichen für AKH-Streik werden gestellt

"Ein Arbeitskampf ist möglich“ – Betriebsrat und Ärztekammer fixieren Abstimmungstermin und starten Informationsoffensive „AKH Streik 2015“

Utl.: "Ein Arbeitskampf ist möglich“ – Betriebsrat und Ärztekammer
fixieren Abstimmungstermin und starten Informationsoffensive
„AKH Streik 2015“ =

Wien (OTS) - Gemäß einem Beschluss der Kurie angestellte Ärzte wird
die Wiener Ärztekammer vom 22. bis 27. Mai 2015 eine elektronische
Abstimmung unter allen AKH-Ärzten durchführen. Konkret wird
abgefragt, ob sich die Kolleginnen und Kollegen an einem eventuellen
Streik beteiligen würden. Nach unzähligen Verhandlungsrunden und
Betriebsversammlungen sowie der Teilnahme an Kundgebungen und
Demonstrationen, die bislang zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis
geführt haben, gibt es keine andere Möglichkeit mehr, um auch in Wien
eine faire Lösung zu erreichen.

Die Probleme rund um zu lange Arbeitszeiten, überbordende
Verwaltung und fehlende Finanzierung müssen endlich im Sinne der
AKH-Spitalsärzte abgeschlossen werden. "Es ist absolut
unverständlich, wieso die größte Universitätsklinik des Landes im
Kampf um eine Einigung das Schlusslicht bilden soll", bekräftigt
Betriebsratsvorsitzender Martin Andreas den Entschluss des
Betriebsrats. An den beiden anderen Universitätsstandorten sowie in
vielen Bundesländern seien die Gehaltsanpassung mit 1. Jänner 2015
durchgeführt worden, am AKH solle alles erst ab 1. Jänner 2016
beginnen, obwohl das Gesetz bereits in Kraft getreten sei. Das sei
nicht nachvollziehbar.

Man müsse die Kollegenschaft jetzt befragen, ob sie sich an einem
Arbeitskampf beteiligen, um die noch offenen Forderungen im Rahmen
der Verhandlungen zu lösen. Der erste notwendige Schritt dazu sei die
Befragung. Die Fragestellung der elektronischen Abstimmung lautet:
"Würden Sie sich an einem Streik beteiligen, um die Forderungen
durchzusetzen?"

Das Ergebnis wird am 28. Mai 2015 Vormittag veröffentlicht. Die
Abstimmung selbst wie auch die Veröffentlichung des Ergebnisses
werden zur Gänze unter notarieller Aufsicht stattfinden.

Spitzenposition im Universitäten-Ranking wackelt

Mit einem möglichen Streik soll den Forderungen der Spitalsärzte
der nötige Nachdruck verschafft werden. Das Verhandlungsteam fordert
eine faire Umsetzung der neuen Arbeitszeitmodelle durch eine
demokratische Abstimmung an den Abteilungen, eine Entlastung von
administrativen Tätigkeiten mittels Umsetzung des mitverantwortlichen
Tätigkeitsbereichs sowie eine adäquate Brutto-Gehaltsanpassung.

"Ich kann nicht nachvollziehen, wieso das aktuell vorliegende
Angebot des Rektorats die Forderungen der Ärztinnen und Ärzte nach
wie vor ignoriert. Bereits jetzt werden OP-Wartezeiten immer länger,
Ambulanzen fortwährend voller und die Frustration unter Ärztinnen und
Ärzten sowie Patienten gleichermaßen täglich größer", verteidigt
Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres die Streikabstimmung. Die
Auswirkungen der ungelösten Probleme seien gravierend und hätten
bereits jetzt spürbare Konsequenzen auf die Patientenversorgung und
den Qualitätsstandard der MedUni Wien.

"Unter den derzeitigen Bedingungen ist das AKH als
Spitzeninstitution in Österreich akut gefährdet", gibt Szekeres
unmissverständlich zu verstehen. Dieser Entwicklung müsse dringend
Einhalt geboten werden.

Informationsoffensive für Streik

Seit heute können sich die Spitalsärzte im Wiener AKH auf der
Website www.akhstreik2015.at über die aktuelle Situation sowie
arbeitsrechtliche und praktische Aspekte eines Streiks informieren.
"Wir sehen darin ein wichtiges Kommunikationstool für die
Entscheidung, vor die unsere Kolleginnen und Kollegen im Zuge der
Abstimmung gestellt werden. Der Beschluss, einem Streik zuzustimmen,
ist kein leichter und sollte mit genügend Wissen und Information über
die möglichen Konsequenzen getroffen werden." Damit werde eine gute
Basis für die Entscheidung gelegt, betont Andreas. (pl)

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