• 08.05.2015, 17:30:49
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Die Autoindustrie steuert mit Optimismus in die Zukunft

Das 36. Internationale Wiener Motorensymposium ging Freitag Nachmittag mit den Schlussvorträgen dreier Spitzenmanager von Mercedes-Benz, BMW Group und Volkswagen zu Ende

Utl.: Das 36. Internationale Wiener Motorensymposium ging Freitag
Nachmittag mit den Schlussvorträgen dreier Spitzenmanager von
Mercedes-Benz, BMW Group und Volkswagen zu Ende =

Wien (OTS) - "Die Mobilität und ihre Industrialisierung befinden sich
in einem technologischen Umbruch. Es ist die größte Zäsur, die unsere
Branche je erlebt hat." Diese Einschätzung stellte Klaus Fröhlich,
bei BMW als Vorstandsmitglied für Entwicklung zuständig, seinen
Ausführungen voran. Und Prof. Dr. Thomas Weber, Daimler-Vorstand für
Konzernforschung, fasste in drei Wörtern zusammen, wie Mercedes das
Auto der Zukunft sieht: "Emissionsfrei, intelligent vernetzt und
autonom." Von einer "Zeitenwende für das Automobil" gar sprach
VW-Markenvorstand Dr. Heinz-Jakob Neußer und fügte hinzu: "Wir werden
den Wandel aus eigener Kraft gestalten. Als Motor, nicht als
Bremser!"

Mit den Schlussvorträgen dieser drei Spitzenmanager der
Automobilindustrie ging Freitag Nachmittag das Wiener Internationale
Motorensymposium zu Ende. Zwei Tage lang hatten 1000 Experten,
darunter führende Vertreter der Automobilwirtschaft, Techniker und
Wissenschaftler zukünftige Formen der Mobilität, neue Wege bei
Fahrzeugantrieben, Kraftstoffen und Rohstoffen und praktikable
Lösungen für die Gegenwart diskutiert. Das vom Österreichischen
Verein für Kraftfahrzeugtechnik (ÖVK) im Kongresszentrum Hofburg Wien
veranstaltete Symposium fand heuer bereits zum 36. Mal statt.

Mercedes: Plug-in-Hybrid die erfolgversprechendste
Antriebstechnologie mindestens der nächsten Dekade

Als langfristiges Ziel bezeichnete Prof. Weber das emissionsfreie
Fahren. Auf diesem Weg entwickle Daimler hocheffiziente und zunehmend
elektrifiziere Verbrennungsmotoren. Gleichzeitig investiere das
Unternehmen in das rein elektrische Fahren mit Batterie oder
Brennstoffzelle. "Mit dieser bewusst dreispurigen Strategie bieten
wir unseren Kunden effiziente und saubere Antriebe - und zwar
maßgeschneidert für deren jeweiligen Mobilitätsbedürfnisse," sagte
der Entwicklungschef.

Die Plug-in-Technologie, das am dynamischsten wachsende Segment im
Elektro- Automarkt, stehe im Mittelpunkt, weil sie derzeit die ideale
Lösung sei, den Kundenwunsch in punkto elektrisch fahren am besten zu
erfüllen - emotional wie wirtschaftlich. Gleichzeitig sei der Plug-in
eine Investition in die Zukunft, um die CO2-Emissionen der
Mercedes-Flotte weiter zu senken, betonte Prof. Weber. Er wies darauf
hin, dass das Unternehmen den CO2-Ausstoß seiner Flotte in Europa in
der Zeit von 1995 bis 2014 fast halbiert hätte, aber: "Jetzt wird’s
verdammt schwierig!"
"Intelligent Drive" stehe bei Mercedes-Benz für die Vernetzung von
Systemen, Sensoren und Algorithmen. Auf dem Weg vom selbst bewegten
("automobilen") zum selbstständigen ("autonomen") Fahrzeug erhöhe
Mercedes-Benz kontinuierlich den Komfort für die Passagiere und die
Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer, so Prof. Weber.

BMW: Die Zukunft bringt verschiedene Antriebe für
unterschiedliche Anforderungen

Die BMW Group werde in den nächsten Jahren die Elektrifizierung der
Antriebe in nahezu allen Baureihen einführen und die reine
Elektromobilität ausbauen. Man leiste damit einen gesellschaftlichen
Beitrag zur CO2-Emission, bekräftigte BMW-Entwicklungschef Klaus
Fröhlich in seinem Vortrag. Der Manager ging darin speziell auf das
in einem Versuchsfahrzeug bereits dargestellte Power eDrive Concept
ein, das nach seinen Worten elektrische Fahrfreude mit den hohen
Reichweiten des Verbrennungsmotors kombiniere. Das Power eDrive
Concept verfügt über zwei E-Maschinen für mehr Rasanz beim
Beschleunigen. Die Langstreckentauglichkeit wird über einen
hocheffizienten, aufgeladenen 3-Zylinder-Ottomotor gewährleistet.
"Mit der elektrischen Reichweite von rund 80 km im realen
Kundenbetrieb werden Sie die ganze Woche keinen Tropfen Kraftstoff
verbrauchen", sagte Klaus Fröhlich, für längere Fahrten stehe dann
eine Gesamtreichweite von annähernd 600 km zur Verfügung.
Wie Klaus Fröhlich erklärte, stelle sich die BMW Group technologisch
bewusst flexibel auf, da es in Zukunft verschiedene Antriebe für
verschiedene Anforderungen geben werde - revolutionäre alternative
Antriebe und evolutionäre konventionelle Antriebe bzw. Mischformen
wie vollelektrische Fahrzeuge mit/ohne Range Extender,
Plug-in-Hybride, Hybride, herkömmliche Antriebe und
Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeuge.

Volkswagen: Die Zeitenwende des Automobils bringt neue
Herausforderungen, aber die Faszination fürs Auto bleibt

"In den vergangenen Jahren hat sich unsere Branche stärker und
schneller verändert als in allen Jahrzehnten zuvor", konstatierte Dr.
Heinz-Jakob Neußer, Mitglied des Markenvorstandes Volkswagen und
Leiter der Konzern-Entwicklung Aggregate, in seinem abschließenden
Plenumsvortrag. "CO2, Elektromobilität, Digitalisierung - das sind
die drei großen Herausforderungen. Technologisch und wirtschaftlich.
Diese Herausforderungen werden uns auch in den kommenden Jahren in
Atem halten."
Grüne, umweltschonende Mobilität bleibe das Megathema, auch weil
Verbrauch und Effizienz längst wichtige Kaufkriterien seien. Die
Elektromobilität werde sich - schon allein aufgrund der strengen
CO2-Regularien - als zweite starke Säule neben dem klassischen
Verbrenner etablieren. Der Konzern habe bereits zehn Elektrofahrzeuge
im Programm, weitere würden folgen. "Die dritte Herausforderung", so
Dr. Neußer, "ist vielleicht die Größte von allen: Denn die
Digitalisierung verändert unser Leben und Arbeiten von Grund auf.
Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Service - die gesamte
automobile Wertschöpfungskette wird von der Digitalisierung erfasst."

Für die kommenden Jahre bekräftigt Dr. Neußer die Prognose, dass der
Plug-in-Hybrid zur Schlüsseltechnologie wird, erwartet aber auch
weitere Reichweitensteigerungen bei reinen Elektroautos durch
kurzfristig realisierbare elektrochemische Verbesserungen der
Batterie. Ein e-Golf käme dann rund 300 Kilometer weit.
"Das Auto der Zukunft wird die Menschen unverändert faszinieren: Mit
ganz neuen, spannenden Funktionen, mit bislang unerreichter
Effizienz, und vor allem mit jeder Menge Fahrspaß", so der
VW-Vorstand.

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