• 08.05.2015, 11:50:51
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Vierbauch: Kompromisstext zu EU-Bio-Recht völlig unausgegoren

BIO AUSTRIA warnt vor Kompromiss im Agrar-Ministerrat auf Kosten der Bio-Landwirtschaft

Utl.: BIO AUSTRIA warnt vor Kompromiss im Agrar-Ministerrat auf
Kosten der Bio-Landwirtschaft =

Wien (OTS) - Im Vorfeld des EU-Agrar-Ministerrates am kommenden
Montag, bei dem die Revision der EU-Bioverordnung auf der
Tagesordnung steht, warnt BIO AUSTRIA Obmann Rudolf Vierbauch vor
voreiligen Beschlüssen zum europäischen Bio-Recht. "Der von der
lettischen Präsidentschaft vorgelegte Kompromiss-Vorschlag ist völlig
unausgegoren. Es dürfen keine schlechten Kompromisse auf Kosten der
Bio-Landwirtschaft in Österreich und der EU eingegangen werden",
fordert Vierbauch.

Der Vorschlag der lettischen Präsidentschaft sieht vor, dass die
Verpflichtung, jeden Bio-Betrieb mindestens einmal pro Jahr vor Ort
zu kontrollieren, fallen soll. Diese Kontrollen allerdings seien "als
Grundlage für die Sicherung der Bio-Qualität und das ausgeprägte
Konsumentenvertrauen in Bio essenziell", erläutert Vierbauch. Darüber
hinaus ist vorgesehen, dass Biobauern für unverschuldete
Verunreinigungen ihrer Produkte mit im Bio-Bereich nicht eingesetzten
Substanzen zur Verantwortung gezogen werden. Dies auch dann, wenn
alle Produktionsvorschriften eingehalten wurden. "Damit würden die
Kosten für Verunreinigungen, die etwa durch Nachbarbetriebe zustande
gekommen sind, auf die Bio‐Betriebe und damit letztlich auf die
Konsumenten übergewälzt werden. Dies wäre eine Abkehr vom
Verursacherprinzip und ein Bärendienst an der Bio-Landwirtschaft",
kritisiert der BIO AUSTRIA Obmann.

Den diese Woche vom zuständigen Berichterstatter des Europäischen
Parlaments, Martin Häusling, veröffentlichten Entwurf für eine
Position des EU-Parlaments sieht Vierbauch in einer ersten
Beurteilung als grundsätzlich positiv. "Der Entwurf geht eindeutig in
die richtige Richtung, auch wenn noch viele Details zu klären sind",
so der BIO AUSTRIA Obmann. Anstatt einer Totalrevision des ohnehin
erst 2008 beschlossenen EU-Bio-Rechts, verfolge der Berichtsentwurf
des Europaparlaments sinnvoller Weise die Strategie einer gezielten
Weiterentwicklung. Laut Bericht sollen verpflichtende jährliche
Kontrollen der Bio-Betriebe beibehalten werden. Zusätzlichen
Grenzwerten, etwa für Pflanzenschutzmittel-Rückstände, wird eine
Absage erteilt. Stattdessen soll die Vorgehensweise im Falle von
Verunreinigungen EU-weit vereinheitlicht werden. "Das ist ganz im
Sinne der Bio-Landwirtschaft und der stetig wachsenden Zahl an
Bio-Konsumenten", so Vierbauch abschließend.

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