• 08.05.2015, 11:35:46
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MKV und CV gedenken am 7. Mai 2015 der Opfer des NS-Regimes – 70 Jahre Befreiung des KZ Mauthausen

Kukacka: Fünf katholisch korporierte Farbstudenten wurden allein im KZ Mauthausen ermordet

Utl.: Kukacka: Fünf katholisch korporierte Farbstudenten wurden
allein im KZ Mauthausen ermordet =

Wien (OTS) - "In einer Gedenkfeier am neuen Leopold Figl-Denkmal
wollen wir aller unschuldigen Opfer des Widerstandes gegen das
NS-Regime aus dem katholischen und christlich-sozialen Lager sowie
aus den Reihen katholischer farbentragender Studentenverbände
gedenken", sagte der Vorsitzende des Mittelschüler-Kartell-Verbandes
Staatssekretär a.D. Mag. Helmut Kukacka anlässlich des 70.
Jahrestages der Befreiung des KZ Mauthausen.

Wir wollen damit dokumentieren, dass aus unseren Reihen eine Vielzahl
von Couleurstudenten Opfer politischer Verfolgung wurden, weil sie
auf Grund ihrer politischen und religiösen Überzeugungen gegen das
NS-Regime Widerstand geleistet hatten", so Kukacka.

Fünf Mitglieder aus den Reihen der katholischen Farbstudenten wurden
im KZ Mauthausen von den Nationalsozialisten ermordet. Weitere
Kartellbrüder, unter ihnen der spätere Bundeskanzler Leopold Figl,
waren in Mauthausen inhaftiert und hatten an den Folgen der schweren
Lagerhaft bis an ihr Lebensende zu leiden. Der frühere Außenminister
und Bundeskanzler gehörte seit seiner Mittelschul- und Studentenzeit
katholischen farbentragenden Studentenverbindungen an.

Leopold Figl war als Verfolgter des NS-Regimes mehrere Jahre in den
Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen interniert und hat das
Kriegsende - wegen Hochverrats zum Tode verurteilt - in der
Todeszelle des Landesgerichts Wien erlebt. Nur das Kriegsende rettete
ihn.

Mit dem deutschen Einmarsch am 12. März 1938 mussten die Verbindungen
schlagartig ihre Aktivitäten einstellen, denn sie gehörten zu den
entschiedenen Gegnern des Anschlusses. Gleichzeitig rollte mit
vorbereiteten Namenslisten sofort eine Verhaftungswelle los. Am 1.
April rollte der erste "Prominententransport" mit 150 Verhafteten ins
KZ Dachau, darunter 17
katholisch korporierte Farbstudenten. Das erste österreichische
Todesopfer in Dachau war der katholisch korporierte
Universitätsprofessor Hans Karl Zessner von Spitzenberg noch im April
1938.

Namentlich erfasst und biographisch dokumentiert wurden bisher etwa
600 Angehörige katholischer Korporationen, die in der NS-Zeit
"zumindest" in Haft waren, oft Jahre in Gefängnissen oder KZs
verbringen mussten, auch dort zu Tode kamen oder hingerichtet wurden,
oder in Widerstandsgruppen aktiv waren. Die Gesamtzahl aller
katholischen Korporierten kann man 1938 auf etwa 10.000 schätzen. Ihr
Blutzoll war beträchtlich: Einer wurde zur "Frontbewährung" in den
Tod geschickt, 19 wurden in KZs umgebracht, 13 wurden hingerichtet,
14 erschossen oder sonst ermordet und 4 in den Selbstmord getrieben.
Dazu kommt noch eine Reihe von Todesurteilen, die nicht, oder nicht
mehr vollstreckt werden konnten.

"Mit dieser Gedenkfeier wollen wir die Tatsachen wieder verstärkt ins
Bewusstsein rufen und ein Zeichen gegen das Vergessen dieses
Widerstandes und seiner Opfer setzen", schloss Kukacka.

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