- 06.05.2015, 11:15:01
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Welfare, Wealth and Work for Europe: Ein neuer sozio-ökologischer Wachstumspfad für Europa
Wien (OTS) - Das von der Europäischen Kommission finanzierte
Forschungsprogramm zur Untersuchung der Möglichkeit eines neuen,
sozial ausgewogenen und ökologisch nachhaltigen Wachstumspfades für
Europa WWWforEurope tritt in seine entscheidende Endphase. Aus über
100 wissenschaftlichen Beiträgen lassen sich erste Schlüsse ziehen
und wirtschaftspolitische Empfehlungen formulieren.
Aktuell steht Europa vor Herausforderungen an mehreren Fronten:
Die Wachstumsschwäche belastet den Arbeitsmarkt und wird zum
Nährboden sozialer Spannungen. Die Konsolidierung der öffentlichen
Haushalte schränkt den wirtschafts-, sozial- und umweltpolitischen
Handlungsspielraum ein, bei gleichzeitig weiter voranschreitender
Globalisierung und demographischen Veränderungen. Die EU verfehlt
ihre selbstgesteckten Klimaziele, und Einkommens- und
Vermögensungleichheit nehmen tendenziell zu. Gefragt sind neue
Strategien zu einer möglichst wirksamen Begegnung dieser kurz- und
längerfristigen Herausforderungen.
In dem von der EU im Jahr 2012 initiierten interdisziplinären
vierjährigen Projekt "WWWforEurope - Welfare, Wealth and Work for
Europe" widmet sich ein Konsortium von 34 europäischen
Forschungsinstituten aus 12 Ländern unter Leitung des WIFO der
wissenschaftlich basierten Ausgestaltung eines neuen, sozial
ausgewogenen und ökologisch nachhaltigen Wachstumspfades für Europa.
Die Grundlage dafür bilden die jüngsten Erkenntnisse der Forschung
in den Bereichen Wirtschaft, Demographie, Ökologie,
Politikwissenschaften, Geschlechterforschung und
Wirtschaftsgeschichte. Begleitet wird der Forschungsprozess von einem
hochrangig besetzten wissenschaftlichen Beirat (u. a. Kenneth Joseph
Arrow, Tony Atkinson, Graciela Chichilnisky, Barry Eichengreen,
Jean-Paul Fitoussi, Paul de Grauwe, Jeffrey Sachs) und einem
politischen Beirat (u. a. Gunilla Almgren, Guiliano Amato, Franz
Fischler, Helga Nowotny, Juliet Schor, Bernadette Ségol), um sowohl
die wissenschaftliche Qualität als auch die Umsetzbarkeit der
vorgeschlagenen wirtschaftspolitischen Maßnahmen zu gewährleisten.
Dieses Projekt tritt nun in seine Endphase. Bislang wurden über
100 wissenschaftliche Beiträge erarbeitet ( http://www.foreurope.eu
). Auf der Basis dieser umfangreichen Forschungsergebnisse lassen
sich nunmehr erste wirtschaftspolitische Schlussfolgerungen ziehen.
Am 5. und 6. Mai 2015 wurden wichtige nationale und europäische
Stakeholder dieses Projektes von den Projektpartnern im Rahmen einer
Konferenz über Fortschritte und vorläufige Ergebnisse informiert und
brachten ihre Sichtweise ein. Zudem wurde der WWWforEurope Best Paper
Award an Marlene Karl, der Best Paper Award für Jungforscherinnen und
Jungforscher an Stefanie Gerold and Matthias Nocker verliehen.
Anlässlich der Pressekonferenz am 6. Mai 2015 um 11:15 Uhr
diskutierten
Karl Aiginger (WIFO)
"Europa befindet sich an einer Wegscheide an der Business-as-Usual
nicht länger effizient ist, da dies mit einer niedrigen Wachstums-
und Beschäftigungsdynamik und dem Verlust der technologischen
Vorreiterposition im Bereich ökologischer Innovationen einhergeht.
Europa muss nach Exzellenz in Ausbildung und Arbeitsmarktaktivierung,
Energieeffizienz und erneuerbaren Energieformen streben."
Cathrine L. Mann (Chefökonomin OECD)
"Die OECD-Initiative 'New Approach to Economic Challenges' soll
einen Veränderungsprozess innerhalb der OECD-Länder einleiten, der
neue Ansätze zur Erhöhung der Zufriedenheit als finales Ziel der
Wirtschaftspolitik erkennt. Diese Initiative soll sich der steigenden
ökonomischen Ungleichheit und der besseren Integration der
Finanzwirtschaft in die Wirtschaftsanalysen und -modelle widmen.
Generell soll dies zu einem vertieften Verständnis über die
Interaktion zwischen Fiskal-, Geld- und Strukturpolitik führen."
Thomas Leoni (WIFO)
"Die Frage eines neuen Wachstumspfades für Europa ist eng mit der
Entwicklung des europäischen Wohlfahrtsstaates verknüpft. Im
Durchschnitt der Europäischen Union betragen die Sozialabgaben fast
ein Drittel der Wirtschaftsleistung, sie bilden in allen Ländern den
wichtigsten Posten der öffentlichen Haushalte. Die Ausgaben für
Bildung, Gesundheit und für die Absicherung in den unterschiedlichen
Lebenslagen sind aber nicht als reiner Kostenfaktor zu verstehen,
sondern auch als Basis für eine nachhaltige Entwicklung und nicht
zuletzt als Wettbewerbsfaktor."
über Grundlinien einer neuen Strategie zur Bewältigung aktueller
und neuer Herausforderung für die europäische Wirtschafts- und
Gesellschaftsordnung.
Nähere Informationen entnehmen Sie bitte der Website
http://www.foreurope.eu/
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