• 05.05.2015, 12:20:47
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MAK-Ausstellung "DER PRIVATE JOSEF HOFFMANN. Wohnungswanderungen" im Josef Hoffmann Museum, Brtnice

Emil Orlik, „Porträt Josef Hoffmann“, Wien, 1903

Wien (OTS) - Die Ausstellung "DER PRIVATE JOSEF HOFFMANN:
Wohnungswanderungen" im Josef Hoffmann Museum, Brtnice, gewährt
intime Einblicke in die Lebensräume des populären Architekten und
Designers. Mit dieser zehnten gemeinsamen Ausstellung auf den Spuren
Josef Hoffmanns (1870-1956) rücken die Mährische Galerie und das MAK
noch nie gezeigte Objekte und kaum bekannte Fotografien aus dessen
persönlichem Nachlass in den Mittelpunkt. Die präsentierten Exponate
offenbaren den privaten Wohnstil des Vorzeige-Architekten der Wiener
Moderne und langjährigen Lehrers an der Wiener Kunstgewerbeschule und
zeichnen so ein sehr persönliches Porträt des Ausnahmetalents, das
sehr zurückgezogen lebte. Gleichzeitig werden im Rahmen der
Ausstellung zeitgenössische Design-Positionen gezeigt, die sich in
Objektinterventionen gezielt mit der Handschrift Hoffmanns und dem
traditionellen Formenkanon der Wiener Werkstätte auseinandersetzen
und so eine gestalterische Neuinterpretation, ein "Update",
arrivierter Klassiker vornehmen.

Im Sinne von Adolf Loos' "Wohnungswanderungen" können sich die
BesucherInnen auf eine Entdeckungsreise durch die Ausstellung begeben
und neben den zeitgenössischen fotografischen Dokumenten und privaten
Erinnerungsfotos Josef Hoffmanns noch nie gezeigte Objekte aus dessen
Privatbesitz, die als Inspiration, Hausrat und Sammelobjekte dienten,
unter die Lupe nehmen. So kann erstmals die Wohnsituation Hoffmanns
und seiner Familie über ein privates Fotoalbum nachvollzogen werden,
das Ann Marie Hoffmann-Beerens, eine Schwiegertochter des
Architekten, dem Josef Hoffmann Museum und der Gemeinde Brtnice als
Geschenk überlassen hat.

Neben den Räumlichkeiten des Geburtshauses Josef Hoffmanns in der
Tschechischen Republik stehen die Interieurs dreier Wiener Wohnungen
im Fokus der Ausstellung, die wichtige Stationen im Leben und in der
künstlerischen Entwicklung Hoffmanns markieren: Seine
Junggesellenwohnung in der Magdalenenstraße 12, die Wohnung in der
Margaretenstraße 5 und die in der Neulinggasse 24. Sie alle wurden
fotografisch dokumentiert und in den Zeitschriften "Das Interieur,
Hohe Warte" und "Die moderne Wohnung und ihre Ausstattung"
publiziert.

Ungezwungene Ensembles und heterogene Arrangements zeichnen den
überraschend eklektischen, persönlichen Wohnstil des Wagner-Schülers
aus, der einen starken Kontrapunkt zur stringent komponierten und auf
das Gesamtkunstwerk ausgerichteten Gestaltung seiner öffentlichen
Aufträge bildet. In der Gegenüberstellung verdeutlichen sich die
Charakteristika der Hoffmann'schen Definitionen des intimen und
repräsentativen Wohnens, die sich entlang der beiden Gegensatzpaare
intimes Wohnen versus repräsentatives Wohnen sowie ein Muster-, Stil-
und Zeitmix versus Einheitlichkeit entfalten. Seine Privatwohnungen
waren für Hoffmann Versuchslabor, Erinnerungsort und
Identifikationspunkt.

Als "Rückzugsort vor der eigenen Künstlichkeit" bezeichnete der
österreichisch-tschechische Architekturkritiker und Publizist Jan
Tabor Hoffmanns Neugestaltung des Elternhauses in Brtnice. Hoffmann
selbst äußerte sich zu Fragen der Wohnungsgestaltung etwa im frühen
Aufsatz "Einfache Möbel" in der Zeitschrift "Das Interieur II", 1901,
den er mit Möbelentwürfen illustrierte, die er ganz ähnlich in der
eigenen Wohnung verwendet hatte, und später 1936 in der "Neuen Freien
Presse" im Beitrag "Neues Wohnen".

Dass Hoffmanns Wohn- und Gestaltungsideen auch heute noch
inspirieren, demonstrieren die gezeigten Objekte und Interventionen
der zeitgenössischen DesignerInnen, die auf Hoffmanns Stil reagieren.
Hanna Krüger und Heath Nash gelingt mit ihren Kreationen eine
Kondensation und kühne Weiterentwicklung der gestalterischen
Charakteristika und typischen Ästhetik der Wiener Werkstätte.

Die in Berlin lebende Designerin Hanna Krüger (* 1979), erste
Stipendiatin des Nespresso Design Scholarship in Österreich,
beschäftigte sich in ihrem künstlerischen Forschungsprozess im Archiv
der MAK-Sammlung eingehend mit den Entwurfszeichnungen Josef
Hoffmanns und der Wiener Werkstätte. Mit ihren Objekten hinterfragt
sie das Prinzip von AutorInnenschaft in Zeiten von
Kreativgemeinschaften, sogenannten "creative commons". So profitieren
alle DesignerInnen, deren Arbeiten - hier Teller einer
Rosenthal-Kollektion - Hanna Krüger für die Vase "Pila" verwendet
hat, vom Verkauf.

Der in Kapstadt lebende und arbeitende Upcycling-Designer Heath
Nash (* 1977), der für seine Arbeiten Abfallmaterialien
wiederverwertet, ließ sich formal von Hoffmanns Gitterobjekten
inspirieren. Billigmaterialien wie PET-Flaschen und Metallgitterreste
sowie noble Ausschussware des Wiener Traditionsglasverlegers J. & L.
Lobmeyr nutzte er für seine Hybridobjekte, die während seines
Aufenthalts für das Projekt "SOUTH MEETS NORTH: Local Innovation.
Global Conversation" im MAK DESIGN SPACE (26.9. - 26.10.2014)
entstanden sind.

Neben den deutschen und südafrikanischen Entwürfen werden im Josef
Hoffmann Museum auch ausgewählte Möbel von drei tschechischen
Designern gezeigt. Die Sitzmöbel von Jan Plecháč, Radim Babák und Jan
Tuček verdeutlichen aktuelle Positionen tschechischen Designs.

Die Exponate der Ausstellung "DER PRIVATE JOSEF HOFFMANN:
Wohnungswanderungen" fließen räumlich wie thematisch in die
Dauerausstellung "JOSEF HOFFMANN: Inspirations" ein, die seit 2009
mit Objekten und Entwürfen den künstlerischen Inspirationen Hoffmanns
an dessen Geburtsort Brtnice nachspürt.

Josef Hoffmann Museum, Brtnice

Nach den Prinzipien der Wiener Werkstätte gestaltete Josef
Hoffmann sein barockes Geburtshaus in Brtnice im Jahr 1907 um.
Bereits 1992 war das MAK mit der Ausstellung "Der barocke Hoffmann"
in Brtnice präsent. Seit 2006 wird das Haus vom MAK und der
Mährischen Galerie in Brno als Josef Hoffmann Museum gemeinsam
geführt. Im Rahmen dieser Kooperation wurden bisher folgende
Ausstellungen realisiert: "JOSEF HOFFMANN. Ein unaufhörlicher
Prozess" (2005), "JOSEF HOFFMANN - CARLO SCARPA: Das Sublime in der
Architektur" (2006), "JOSEF HOFFMANN - ADOLF LOOS: Ornament und
Tradition" (2007), "JOSEF HOFFMANN - DONALD JUDD: Hypothese" (2008),
die Dauerausstellung "JOSEF HOFFMANN: Inspirations" (2009),
"REWRITING THE SPACE: Dorit Margreiter/Josef Hoffmann" (2010), "JOSEF
HOFFMANN - OSWALD OBERHUBER: Allgestaltung und Entwurf" (2011),
"JOSEF HOFFMANN/STANISLAV KOLÍBAL: Linie - Fläche - Raum" (2012),
"JOSEF HOFFMANN - FRIEDRICH KIESLER: Contemporary Art Applied" (2013)
und zuletzt "KOLLEGIALITÄT UND KONTROVERSE. Josef Hoffmann und die
Architekten der Mährischen Moderne aus der Wagnerschule in Wien"
(2014).

PRESSEDATEN:

Pressekonferenz: Sonntag, 31. Mai 2015, 12:00 Uhr
Eröffnung: Sonntag, 31. Mai 2015, 14:00 Uhr
Ausstellungsort: Josef Hoffmann Museum, Brtnice, Eine gemeinsame
Expositur der Mährischen Galerie in Brno und des MAK, Wien, náměstí
Svobody 263, 58832 Brtnice, CZ
Ausstellungsdauer: 2. Juni - 1. November 2015
Öffnungszeiten: Juni: Di-So 10:00-17:00 Uhr, Juli/August: täglich
10:00-17:00 Uhr, September/Oktober: Di-So 10:00-17:00 Uhr, sowie nach
telefonischer Vereinbarung, Eintrittsschluss: 16:00 Uhr
KuratorInnen: Rainald Franz, Kustode MAK-Sammlung Glas und Keramik,
Thomas Geisler, Kustode MAK-Sammlung Design und Martina Lehmannova,
Kuratorin, UPM Prag

MAK on TOUR lädt zur BesucherInnenreise nach Brtnice: Sonntag, 31.
Mai 2015, Shuttlebus Wien-Brtnice und retour, Abfahrt MAK 8:30 Uhr,
Rückkunft MAK ca. 18:30 Uhr, Preis Euro 40 (inklusive Fahrt,
Ausstellungseröffnung und Führung durch das Josef Hoffmann Museum,
Brtnice), Information und Anmeldung unter T +43 1 711 36-231 oder
[email protected], Details unter MAK.at/MAKonTOUR

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MAK

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