- 30.04.2015, 11:01:53
- /
- OTS0100 OTW0100
AUGE/UG, Paiha zum „Tag der Arbeitslosen“: „Arbeitszeit FAIRkürzen, Arbeit FAIRteilen!“
Ohne generelle Arbeitszeitverkürzung Rekordarbeitslosigkeit und massive Ungleichverteilung nicht bewältigbar
Utl.: Ohne generelle Arbeitszeitverkürzung Rekordarbeitslosigkeit
und massive Ungleichverteilung nicht bewältigbar =
Wien (OTS) - "Die Arbeitslosenzahlen sind alarmierend, die
Ungleichverteilung von Arbeit nimmt dramatisch zu. Ohne
Erwerbsarbeitszeitverkürzung wird die Reduktion von Arbeitslosigkeit
und eine gerechtere Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit
nicht möglich sein. Wer Forderungen nach einer Arbeitszeitverkürzung
als 'Schnapsidee' bezeichnet - wie kürzlich der Generalsekretär der
Industriellenvereinigung - verschließt entweder vor dieser Realität
die Augen oder möchte das Arbeitslosenheer noch weiter vergrößern, um
die eigenen Interessen gegenüber ArbeitnehmerInnen und Gewerkschaften
leichter durchsetzen zu können", kritisiert Klaudia Paiha,
Bundessprecherin der AUGE/UG - Alternative, Grüne und Unabhängige
GewerkschafterInnen anlässlich des heutigen "Tags der Arbeitslosen".
Zwt.: 40 Jahre 40-Stunden-Woche - höchste Zeit für
Arbeitszeitverkürzung
Paiha erinnert daran, dass die Beschäftigungszuwächse in den
letzten Jahren ausschließlich auf einen Anstieg vielfach nicht
existenzsichernder Teilzeitarbeit zurückzuführen sind. Seit 2008 ist
Teilzeit um rund 140.000 Beschäftigungsverhältnisse gestiegen,
während 48.000 Vollzeitstellen verlorengegangen sind. "Atypische
Beschäftigung wird - insbesondere für Frauen - immer 'normaler'. Was
es aber braucht, ist ein deutlich verkürzter Vollzeitstandard, eine
30-Stunden-Woche und ein 6-Stunden-Arbeitstag, mit einem entsprechend
fairen Lohn- und Personalausgleich, um wieder mehr
Verteilungsgerechtigkeit bei Einkommen, Chancen und sozialer
Sicherheit herzustellen. 40 Jahre nach Einführung der
40-Stunden-Woche ist es höchste Zeit für Arbeitszeitverkürzung",
fordert Paiha.
Zwt.: Arbeit FAIR teilen
Paiha weiter: "Wachstum ist kein Beschäftigungsmotor mehr und wird
es nicht zuletzt aus ökologischen Gründen auch nicht mehr sein
können". Daher müsse verfügbare Arbeit - bezahlte wie unbezahlte -
umverteilt werden. Paiha: "Frauen leisten heute in Österreich nach
wie vor fast zwei Drittel der unbezahlten Arbeit, Männer dagegen rund
zwei Drittel der bezahlten Arbeit. Eine allgemeine Verkürzung der
wöchentlichen, insbesondere aber auch der täglichen
Erwerbsarbeitszeit, würde endlich eine gerechtere Verteilung auch der
Pflege-, Betreuungs- und Hausarbeit erlauben, die überholte
Geschlechterrollen aufbricht und Gleichstellung befördert. Teilzeit
ist für Frauen vielfach eine Falle, ein verkürzte Vollzeit dagegen
die Chance auf mehr Geschlechtergerechtigkeit".
Zwt.: Für eine Steuerstrukturreform, die Arbeitszeitverkürzung
unterstützt
Kritisch bewertet Paiha die Steuerreform: "Die Chance wurde
vertan, die Steuerstruktur so zu reformieren, dass
Arbeitszeitverkürzung auch steuerlich unterstützt wird - etwa über
die Entlastung von Arbeit und eine Gegenfinanzierung über Öko- und
Vermögenssteuern oder eine Wertschöpfungsabgabe". Die
AUGE/UG-Bundessprecherin abschließend: "Unabhängig davon haben wir
ArbeitnehmerInnen uns eine Arbeitszeitverkürzung allerdings längst
erarbeitet, sind doch die Löhne weit hinter der
Produktivitätsentwicklung der letzten Jahrzehnte zurückgeblieben.
Eine Arbeitszeitverkürzung wäre dahingehend ohnehin nur eine
verspätete Abgeltung unseres Anteils".
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AGG






