UNICEF: In Nepal droht Trinkwasser-Notstand

1,7 Millionen Kinder brauchen dringend Hilfe, UN stellen heute Hilfsappell vor

Wien (OTS) - Nach dem schweren Erdbeben in Nepal droht jetzt ein Trinkwasser-Notstand für die betroffene Bevölkerung, warnt das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF. Erkundungsteams von UNICEF haben mehrere schwer verwüstete Orte besucht und schätzen, dass zum Beispiel in Bakhtapur in der Nähe der Hauptstadt Kathmandu momentan nur 20 Prozent der Bevölkerung Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Außerdem werden dringend Latrinen benötigt. "Es besteht die Gefahr von Seuchen durch verschmutztes Trinkwasser und katastrophalen hygienischen Bedingungen", sagt die Geschäftsführerin Dr. Gudrun Berger. "Massive Hilfe ist dringend notwendig für das Überleben und den Schutz der Kinder."

Nach neuester Schätzung von UNICEF brauchen 1,7 Millionen Kinder in Folge des Erdbebens dringend Hilfe. Heute Nachmittag stellen die Vereinten Nationen in Genf den Nothilfe-Aufruf für die nächsten drei Monate vor.

Erkundungsteams von UNICEF waren unter anderem auch in Dhading, Gorkha und Lamjung. In Lamjung sind 90 Prozent der Häuser zerstört oder beschädigt. Insgesamt sind in 16 Distrikten 52 Schulen vollständig und 222 weitere teilweise zerstört. An allen besuchten Orten ist der Bedarf an Notunterkünften, Trinkwasser, Lebensmitteln und Medikamenten groß. UNICEF hat aus den in Nepal für Notfälle eingelagerten Beständen bereits Wasserreinigungstabletten, Planen und Hygieneartikel an 500 Familien im Kathmandu-Tal verteilt. In 16 Notlagern wurden insgesamt 40 große Wassertanks aufgestellt. UNICEF-Partnerorganisationen haben mit dem Bau von 90 Latrinen begonnen.

Hilfe für unbegleitete und traumatisierte Kinder

Genau so dringend wie die lebensrettenden Maßnahmen sind für UNICEF Hilfen für unbegleitete und durch die Ereignisse traumatisierte Kinder. Heute beginnen fünf Sozialarbeiter, unbegleitete Kinder in den zwei größten Notlagern in Kathmandu zu registrieren und nach Möglichkeit mit ihren Familien zusammenzuführen. UNICEF plant außerdem psychosoziale Hilfen für traumatisierte Kinder und richtet zusammen mit Partnern sogenannte kinderfreundliche Zonen in den Notlagern ein, in denen die Kinder spielen und Abstand gewinnen können. Spielmaterial für 100 solcher Kinderzonen soll ab heute verteilt werden. UNICEF arbeitet seit über 40 Jahren in Nepal und hat dort über 200 Mitarbeiter.

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