• 28.04.2015, 09:58:59
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WWF warnt vor globaler Waldvernichtung bis 2030

Amazonas droht ein Drittel seiner Fläche zu verlieren

Utl.: Amazonas droht ein Drittel seiner Fläche zu verlieren =

Wien/Jakarta. (OTS) - Der Erde droht in den nächsten 15 Jahren ein
erheblicher Waldverlust: Bis zu 170 Millionen Hektar - die nahezu
fünffache Fläche Deutschlands - werden laut WWF bis 2030 verloren
gehen, wenn die aktuellen Entwicklungen nicht aufgehalten werden. In
einer aktuellen Studie identifizieren die Umweltschützer elf
"Entwaldungsfronten", an denen weltweit mit den größten Verlusten zu
rechnen ist. Die überwiegende Zahl dieser Brennpunkte liegt in den
Tropen. Zu den wichtigsten zählen der Amazonas, die Mekong-Region
sowie Borneo. "Wenn wir nicht handeln, werden die letzten großen
intakten Waldgebiete einem gigantischen Raubbau zum Opfer fallen",
sagt Jörg-Andreas Krüger, Experte für Biodiversität beim WWF.

Die Gründe für die Entwaldung variieren laut WWF von Gebiet zu
Gebiet. Der mit Abstand wichtigste Faktor sei global gesehen jedoch
die industrielle Landwirtschaft. Insbesondere die Viehhaltung und der
Anbau von Palmöl und Soja in riesigen Monokulturen verschlingen immer
größere Flächen. Hinzu kommen die nicht-nachhaltige Abholzung für die
Holz- und Papierproduktion, der Abbau von Bodenschätzen und
Infrastrukturprojekte in zuvor unberührten Gegenden, die einer
weiteren Zerstörung wiederrum Vorschub leisteten. "Auch wenn die
großen Entwaldungsfronten weit entfernt liegen, sind wir ein
wichtiger Teil des Problems", erklärt Jörg-Andreas Krüger vom WWF.
"Ob nun Holz, Papier, Palmöl oder Soja - die aus der Entwaldung
gewonnenen Produkte landen zu einem großen Teil in Deutschland und
Europa." Das trifft auch auf Bodenschätze zu.

Die Region mit der größten prognostizierten Vernichtung ist der
Amazonas, wo der WWF einen Rückgang des Waldes von bis zu 48
Millionen Hektar veranschlagt. Damit würden fast 30 Prozent des
größten Regenwaldgebiets der Erde im Jahr 2030 nicht mehr bewaldet
sein. Noch stärker als andere Regionen sieht sich der Amazonas mit
einer Vielzahl negativer Entwicklungen zeitgleich konfrontiert. Neben
der Expansion von Agrarindustrie und Viehhaltung ist dies auch der
Straßen- und Kraftwerksbau. Besonders kritisch schätzen die
Umweltschützer die aktuelle politische Lage ein: "Brasilien ist
gerade dabei sämtliche Erfolge beim Umweltschutz der letzten
Jahrzehnte über Bord zu werfen", sagt Roberto Maldonado,
Südamerika-Referent beim WWF. Würden aktuelle Reformvorhaben
verwirklicht, könnten staatliche und indigene Schutzgebiete bald
einfach aufgelöst und erschlossen werden, wenn es kurzfristigen
wirtschaftlichen Interessen dient.

Zu den negativen Folgen der Waldzerstörung zählt der WWF das Anheizen
des Klimawandels und den Verlust an Artenvielfalt. Allein in den
Tropen seien 291 Gigatonnen klimawirksamer Treibhausgase gebunden,
das entspricht rund 290 Mal der jährlichen Emissionen Deutschlands.
Daneben beherbergen die Wälder auf der Südhalbkugel einen Großteil
der weltweiten Artenvielfalt. So findet man auf einem Hektar Fläche
im Amazonas in etwa dieselbe Anzahl unterschiedlicher Tier- und
Pflanzenarten wie in ganz Deutschland. Voraussetzung für eine
Trendumkehr ist nach Ansicht des WWF, die wichtigen Funktionen des
Waldes für den Menschen zu erkennen: "Wälder versorgen uns mit
sauberem Wasser, schützen uns vor Erosion und Fluten und
stabilisieren unser Klima. Setzen wir das aufs Spiel, verlieren wir
mehr als ein paar Prozente Wirtschaftswachstum", so Jörg-Andreas
Krüger.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WWF

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