- 24.04.2015, 09:25:01
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Hoffnung auf wirksame Malaria-Therapie mit nur einer Tablette
Welt-Malariatag am Samstag, 25. April 2015
Utl.: Welt-Malariatag am Samstag, 25. April 2015 =
Wien (OTS) - Jährlich sterben rund 584.000 Menschen weltweit an
Malaria. Die meisten Opfer fordert die stark mit Armut verbundene
Seuche in Afrika und trifft hier insbesondere die Schwächsten, Kinder
und schwangere Frauen. Die derzeitigen Therapien müssen über mehrere
Tage eingenommen werden, damit sie gegen die Malaria wirksam sind.
"Die Einnahme mehrtägiger Therapien ist aufgrund von
Versorgungsengpässen, aber auch durch die rasche Linderung der
Symptome oft mangelhaft, was zu Therapieversagen und letztlich zur
Gefährdung der PatientInnen führen kann", sagt Michael Ramharter von
der Abteilung für Infektiologie und Tropenmedizin der
Universitätsklinik für Innere Medizin I der MedUni Wien anlässlich
des Welt-Malariatags. Erste Ergebnisse einer multizentrischen Studie
mit Ramharter als "Principal Investigator" geben nun Hoffnung auf die
Malaria-Therapie mit nur einer Einzeldosis.
"Wenn das Fieber einen Tag nach Beginn der Malaria-Therapie
runtergeht, wird oft vergessen die Medikamente weiter verlässlich
einzunehmen. Eine wirksame Therapie mit nur einer Dosis wäre daher
ein Riesenfortschritt", erklärt der Experte für die klinische
Entwicklung von Malaria-Kombinationstherapien, der seit 15 Jahren im
Albert-Schweitzer-Spital in Lambaréné im zentralafrikanischen Gabun
als Leiter der wissenschaftlichen Arbeitsgruppe "Infectious Disease
Control Group" tätig ist.
In einer laufenden, multizentrischen Studie, die von der
Non-Profit-Organisation MMV (Medicines for Malaria Venture) initiiert
wurde und auch vom österreichischen Bundesministerium für
Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft unterstützt wird, untersuchen
die WissenschafterInnen nun eine neue Substanz, die das Potenzial
hat, künftig als Single-Dosis-Therapie eingesetzt werden zu können.
Dabei handelt es sich um die synthetische Substanz OZ439 (Wirkstoff
Artefenomel), die in Kombination mit dem bekannten Wirkstoff
Piperaquin untersucht wird. Ramharter: "Eine Dosis einer in Wasser
gelösten Tablette, tötet alle Malaria-Parasiten ab und schützt sogar
noch einige Wochen vor einer Neuinfektion."
Die Sicherheit des Medikaments wurde nun in Phase-IIb-Studien bei
Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern in acht Ländern Afrikas,
Süd-Amerikas und Asiens erfolgreich getestet. Jetzt werden auch
Kleinkinder in die Studie eingeschlossen. Ziel ist es dabei vor allem
auch, die optimale Dosierung der neuen Medikamentenkombination
herauszufinden.
Auf der Suche nach der optimalen Malaria-Prävention für
Schwangere
In einer weiteren, von der EU unterstützten Studie, an der die
Malaria-ExpertInnen der MedUni Wien maßgeblich beteiligt sind,
arbeiten die WissenschafterInnen an der optimalen Präventionstherapie
für schwangere Frauen. Malaria ist bei Schwangeren stark mit dem
Risiko einer Frühgeburt, mit einem niedrigen Geburtsgewicht des
Neugeborenen und mit Blutarmut der Mutter assoziiert. Die derzeitigen
Medikamente haben sich ebenso wie der neu eingesetzte Wirkstoff
Mefloquin aber als nicht optimal erwiesen. Ramharter: "Das lässt sich
zum Schutz von Mutter und Baby noch weiter verbessern."
Die derzeitige Therapie sieht zum einen den unbedingten Einsatz von
Moskitonetzen für schwangere Frauen vor, aber auch eine medikamentöse
Malaria-Therapie, jedes Mal wenn die Frauen zur Vorsorgeuntersuchung
kommen - egal ob die Frauen Malaria haben oder nicht. "Dieses
Therapieschema hat grundsätzlich einen hohen Benefit für Mutter und
Baby gebracht."
Fünf Forschungscluster an der MedUni Wien
Insgesamt sind fünf Forschungscluster der MedUni Wien etabliert. Dort
werden in der Grundlagen- wie in der klinischen Forschung vermehrt
Schwerpunkte an der MedUni Wien gesetzt. Die Forschungscluster
umfassen medizinische Bildgebung, Krebsforschung/Onkologie,
kardiovaskuläre Medizin, medizinische Neurowissenschaften und
Immunologie. Die Malaria-Forschung an der MedUni Wien fällt in den
Themenbereich des Clusters für Immunologie.
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