- 23.04.2015, 12:28:26
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Radikalisierung im Strafvollzug: Justizminister Brandstetter setzt auf Know-how von internationalen Experten
Wien (OTS) - Zum heutigen Symposium "Gegen Radikalisierung - Ansätze
im Strafvollzug" hat Justizminister Wolfgang Brandstetter namhafte
internationale Fach-Experten zum Dialog geladen: Unter anderem
diskutieren Ahmad Mansour, European Foundation for Democracy (EFD),
und Alexander Brammann, Violence Prevention Network e.V., auf
wissenschaftlicher Ebene über Maßnahmen gegen Radikalisierung und
gewaltorientierten Extremismus in Justizanstalten. Denn eines ist
klar: Dieses Thema steht nicht nur national weit oben auf der Agenda,
es müssen vor allem auch auf internationaler Ebene Lösungsansätze
gegen Radikalisierung in Haftanstalten diskutiert und gefunden
werden.
"Mir ist bewusst, dass es für dieses Thema keine Patentlösung gibt.
Und genau deswegen brauchen wir einen internationalen
Erfahrungsaustausch. Es handelt sich hier um ein
gesamtgesellschaftliches Problem, das ich gerne mit Experten aus
unterschiedlichen Bereichen diskutieren will", so Bundesminister
Brandstetter. Beim heutigen Symposium diskutieren internationale
Fachexperten aus unterschiedlichen Bereichen über die verschiedensten
Aspekte dieser Thematik, wie etwa Prävention, Hintergründe und
Ursachen jugendlicher Radikalisierung, Strategien zur
Deradikalisierung, Anti-Gewalttraining und über weitere mögliche
Maßnahmen Radikalisierungstendenzen in Haftanstalten entgegen zu
treten.
Ausrichtung des österreichischen Strafvollzugs nach internationalem
Standard
Dass es sich bei diesem Thema um eine grenzüberschreitende Thematik
handelt, zeigen unter anderem die Terroranschläge in Europa von 2004
bis zuletzt in diesem Jahr in Frankreich. Bereits am 15. Jänner 2014
hat die Europäische Kommission die Mitgliedsstaaten daher aufgerufen,
ihre Maßnahmen zur Verhinderung von Radikalisierung und Extremismus
zu verstärken. "Wir haben bereits einige Maßnahmen in unseren
Justizanstalten gesetzt, aber das ist noch nicht genug. Ich freue
mich, dass wir mit den Erkenntnissen des heutigen Symposiums weitere
Maßnahmen setzen und unseren Strafvollzug auch in diesem Bereich nach
internationalen Standards ausrichten werden."
In Österreich bereits wichtige Schritte gesetzt
Aktuell befinden sich 33 Personen in Österreich aufgrund des Vorwurfs
der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung,
Terrorismusfinanzierung oder einer ähnlichen Straftat in Haft. Für in
Haft befindliche (mutmaßliche) Jihadisten werden bereits jetzt
spezielle Sicherheitsmaßnahmen getroffen und besondere
Betreuungsmaßnahmen gesetzt. Für Bedienstete gibt es im Bereich der
Weiterbildung eine enge Kooperation mit dem Bundesamt für
Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, um Justizwachebeamte
über Entwicklungen und den aktuellen Erkenntnisstand im Bereich
Radikalisierung zu schulen.
Fotos zum Download finden Sie unter: http://bit.ly/1Jg0WZf
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