- 22.04.2015, 09:35:31
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Schuldenberatungen fordern: Bewegung in Privatkonkursreform und Absicherung von Schuldenberatung
Appell der Schuldenberatungstagung an Politik: überfällige Reformen konkret angehen, Beratungsstellen absichern und die EU-Richtlinie zum Recht auf ein Basiskonto noch 2015 umsetzen.
Utl.: Appell der Schuldenberatungstagung an Politik: überfällige
Reformen konkret angehen, Beratungsstellen absichern und die
EU-Richtlinie zum Recht auf ein Basiskonto noch 2015 umsetzen. =
Eisenstadt (OTS) - Am 23./24. April findet in Eisenstadt die 6.
Österreichische Schuldenberatungstagung statt, mit 140 ExpertInnen -
vorwiegend SchuldenberaterInnen - aus ganz Österreich. Vor zwanzig
Jahren wurde die Möglichkeit zum Privatkonkurs in Österreich
gesetzlich verankert, seither schafften mehr als 110.000 Menschen
einen Neuanfang. Tausenden zahlungsunfähigen Menschen bleibt diese
Möglichkeit jedoch verwehrt. Hans W. Grohs, Geschäftsführer der
Dachorganisation der staatlich anerkannten Schuldenberatungen, asb:
"Der Privatkonkurs braucht rasch eine Reform, die Hürden sind gerade
für jene, die ihn am dringendsten brauchen, zu hoch." An der langen
Verfahrensdauer von sieben Jahren und einer Mindestquote von 10% im
Abschöpfungsverfahren scheitern vor allem Menschen mit niedrigem
Einkommen und jene mit hohen Schulden (ehemalige Selbstständige). Für
Verena Dunst, Landesrätin für Konsumentenschutz im Burgenland, sind
Verbesserungen im Privatkonkurs ebenfalls ein anzustrebendes Ziel,
weshalb sie sich für eine rasche Verbesserung bei den
Entschuldungshürden ausspricht.
Die Schuldenberatungen gehen zudem mit einer Resolution in die
Tagung, in der sie eine rasche Umsetzung der EU-Richtlinie zum Recht
auf ein Basiskonto in Österreich fordern. Die Resolution ist
abzurufen auf www.schuldenberatung.at
Schuldenberatung Burgenland auf sicheren Beinen
Jüngste Schlagzeilen rund um gefährdete Beratungsstellen in manchen
Bundesländern zeigen: Für eine langfristige Absicherung der
Schuldenberatungen ist noch einiges zu tun. Das Angebot staatlich
anerkannter Schuldenberatungen in allen Bundesländern wurde bereits
vor zwanzig Jahren vom Gesetzgeber als notwendiges Begleitangebot zum
Privatkonkurs gesehen. Immer wieder kämpfen Schuldenberatungen mit
ihrer Landesfinanzierung. Hans W. Grohs: "Im aktuellen
Regierungsprogramm ist sogar von einem Ausbau der Beratungsangebote
die Rede - wir sehen keine konkreten Initiativen."
Im Burgenland steht die Schuldenberatung als Serviceeinrichtung des
Landes Burgenland auf sicheren Beinen. Neben der Zentrale in
Eisenstadt gibt es eine Regionalstelle in Oberwart. Landesrätin Dunst
dazu: "Für die Betroffenen ist es sehr wichtig, eine Schuldenberatung
vor Ort zu haben und sich darauf verlassen zu können, dass gut
ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Fall betreuen.
Eine ausreichende und zielgerichtete Finanzierung der
Beratungsstellen ist deshalb von großer Bedeutung. Davon zeugt allein
die Tatsache, dass die Schuldenberatung Burgenland bevorrechtet und
ISO zertifiziert ist. Dies zeigt, dass die Qualität der Beratung
sowie die Ausbildung der Mitarbeiter sehr hoch ist und einer
ständigen Kontrolle und Weiterentwicklung unterliegt."
Gabriela Perusich, Leiterin der Schuldenberatung Burgenland: "Wir
sind Vertragsbedienstete des Landes und können so auch auf den
Bezirkshauptmannschaften Sprechtage abhalten. Gerade im Burgenland
ist dies auf Grund der lokalen Nähe zum Wohnort und einer
verbesserten Erreichbarkeit für die Betroffenen sehr wichtig."
Zusätzlich zum breiten Beratungsangebot werde auch Präventionsarbeit
auf höchstem Niveau geleistet. Perusich: "Auf Initiative von
Landesrätin Dunst wird das Präventionsangebot laufend erweitert um
möglichst viele Schülerinnen und Schüler zu erreichen."
Hintergrundmaterial:
www.schuldenberatung.at
www.budgetberatung.at
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