- 19.04.2015, 11:00:01
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Kukacka: Gehört der Islam zu Österreich?
In der jüngsten Nummer der MKV-Zeitschrift „Couleur“ nimmt der MKV- und AKV-Vorsitzende Stellung:
Utl.: In der jüngsten Nummer der MKV-Zeitschrift „Couleur“ nimmt der
MKV- und AKV-Vorsitzende Stellung: =
Wien (OTS) - Angela Merkel löste mit ihrer Aussage "der Islam gehört
zu Deutschland" eine heftige Debatte und auch Widerspruch in ihrer
eigenen Partei aus. Vizekanzler Reinhold Mitterlehner drückte es
etwas differenzierter aus: Der Islam sei "Teil der österreichischen
Gesellschaft". Außenminister Sebastian Kurz wiederum meinte bei einem
Besuch der Hochschule für Islamische Religionslehrer: "Der Islam
gehört selbstverständlich zu Österreich."
Gehört der Islam aber tatsächlich zu Österreich? In dieser
Pauschalität sicher nicht! Zumal es nicht den "einen Islam" gibt. Der
gesamte Islam mit all seinen islamistischen und salafistischen
Strömungen gehört sicher ebenso wenig zu Österreich wie die Scharia,
die in wesentlichen Teilen mit unserer Rechts- und Werteordnung nicht
vereinbar ist.
Die kulturellen und religiösen Wurzeln Österreichs - ja ganz Europas
- sind auch nicht durch den Islam sondern von den
christlich-jüdischen Traditionen und Wertvorstellungen und auch von
den humanistischen Werten der Aufklärung geprägt. Diesen Weg der
Aufklärung hat der Islam aber nicht durchlaufen. Deshalb müssen dem
Islam die Erkenntnisse und Konsequenzen der Aufklärung auch zugemutet
werden, wenn er wirklich zu einem Teil Europas werden will.
Was aber unbestritten bleiben muss: Muslime die hier leben, und sich
in unsere Gesellschaftsordnung und in unseren Rechtsbestand
integrieren, genießen volle Bürgerrechte, sind Teil unserer offenen
Gesellschaft. Sie gehören zu Österreich.
Für den MKV sind auch bei diesem Thema die Prinzipien "religio" und
"patria" Orientierung und Verpflichtung. Wir treten dafür ein, dass
das christlich-abendländische Erbe unseres Kontinents auch in Zukunft
bewahrt bleibt. "Die Orientierung an den Werten des Christentums ist
ein elementarer Teil der Leitkultur Europas und macht einen wichtigen
Teil seiner Identität aus", heißt es im MKV-Grundsatzprogramm aus dem
Jahr 2012.
Wir engagieren uns auch deshalb gemeinsam mit anderen katholischen
Verbänden im alljährliche Fackel- und Schweigemarsch "STOPP
Christenverfolgung", weil gerade in islamischen Ländern diese
Christenverfolgung in den letzten Jahren so manifest und radikal
geworden ist. Christen werden dort am meisten verfolgt und
Religionsfreiheit und Menschenrechte dort am ärgsten mit Füssen
getreten, wo der Islam Staatsreligion oder in der Mehrheit ist (z.B.
Iran, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Islamischer Staat
etc.). Jedenfalls muss bei diesem Thema eine klare Erwartung an die
in Österreich lebenden Muslime ausgesprochen werden: Weil sie in
unserem Land Religionsfreiheit kennen gelernt haben und ihren Glauben
frei leben können, haben sie die Verantwortung und Verpflichtung auch
in ihren Herkunftsländern von ihren Erfahrungen bei uns zu berichten
und auch dort umfassende Religionsfreiheit einzufordern! Davon war
bisher leider wenig zu hören.
Deshalb war es richtig und notwendig, dass mit dem vor wenigen Wochen
verabschiedeten "Österreichischen Islamgesetz" klare Rechte und
Pflichten für die islamische Glaubensgemeinschaft festgelegt wurden,
damit - so die Hoffnung - ein Islam österreichischer Prägung
ermöglicht wird.
Staatssekretär a.D. Mag. Helmut Kukacka
Vorsitzender des Mittelschüler-Kartell-Verbandes (MKV)
Präsident der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände Österreichs
(AKV)
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