Kukacka: Gehört der Islam zu Österreich?

In der jüngsten Nummer der MKV-Zeitschrift „Couleur“ nimmt der MKV- und AKV-Vorsitzende Stellung:

Wien (OTS) - Angela Merkel löste mit ihrer Aussage "der Islam gehört zu Deutschland" eine heftige Debatte und auch Widerspruch in ihrer eigenen Partei aus. Vizekanzler Reinhold Mitterlehner drückte es etwas differenzierter aus: Der Islam sei "Teil der österreichischen Gesellschaft". Außenminister Sebastian Kurz wiederum meinte bei einem Besuch der Hochschule für Islamische Religionslehrer: "Der Islam gehört selbstverständlich zu Österreich."

Gehört der Islam aber tatsächlich zu Österreich? In dieser Pauschalität sicher nicht! Zumal es nicht den "einen Islam" gibt. Der gesamte Islam mit all seinen islamistischen und salafistischen Strömungen gehört sicher ebenso wenig zu Österreich wie die Scharia, die in wesentlichen Teilen mit unserer Rechts- und Werteordnung nicht vereinbar ist.

Die kulturellen und religiösen Wurzeln Österreichs - ja ganz Europas - sind auch nicht durch den Islam sondern von den christlich-jüdischen Traditionen und Wertvorstellungen und auch von den humanistischen Werten der Aufklärung geprägt. Diesen Weg der Aufklärung hat der Islam aber nicht durchlaufen. Deshalb müssen dem Islam die Erkenntnisse und Konsequenzen der Aufklärung auch zugemutet werden, wenn er wirklich zu einem Teil Europas werden will.

Was aber unbestritten bleiben muss: Muslime die hier leben, und sich in unsere Gesellschaftsordnung und in unseren Rechtsbestand integrieren, genießen volle Bürgerrechte, sind Teil unserer offenen Gesellschaft. Sie gehören zu Österreich.

Für den MKV sind auch bei diesem Thema die Prinzipien "religio" und "patria" Orientierung und Verpflichtung. Wir treten dafür ein, dass das christlich-abendländische Erbe unseres Kontinents auch in Zukunft bewahrt bleibt. "Die Orientierung an den Werten des Christentums ist ein elementarer Teil der Leitkultur Europas und macht einen wichtigen Teil seiner Identität aus", heißt es im MKV-Grundsatzprogramm aus dem Jahr 2012.

Wir engagieren uns auch deshalb gemeinsam mit anderen katholischen Verbänden im alljährliche Fackel- und Schweigemarsch "STOPP Christenverfolgung", weil gerade in islamischen Ländern diese Christenverfolgung in den letzten Jahren so manifest und radikal geworden ist. Christen werden dort am meisten verfolgt und Religionsfreiheit und Menschenrechte dort am ärgsten mit Füssen getreten, wo der Islam Staatsreligion oder in der Mehrheit ist (z.B. Iran, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Islamischer Staat etc.). Jedenfalls muss bei diesem Thema eine klare Erwartung an die in Österreich lebenden Muslime ausgesprochen werden: Weil sie in unserem Land Religionsfreiheit kennen gelernt haben und ihren Glauben frei leben können, haben sie die Verantwortung und Verpflichtung auch in ihren Herkunftsländern von ihren Erfahrungen bei uns zu berichten und auch dort umfassende Religionsfreiheit einzufordern! Davon war bisher leider wenig zu hören.

Deshalb war es richtig und notwendig, dass mit dem vor wenigen Wochen verabschiedeten "Österreichischen Islamgesetz" klare Rechte und Pflichten für die islamische Glaubensgemeinschaft festgelegt wurden, damit - so die Hoffnung - ein Islam österreichischer Prägung ermöglicht wird.

Staatssekretär a.D. Mag. Helmut Kukacka
Vorsitzender des Mittelschüler-Kartell-Verbandes (MKV)
Präsident der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände Österreichs (AKV)

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Mag. Helmut Kukacka
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