• 14.04.2015, 12:34:23
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  • OTS0128 OTW0128

Magere Zustimmung für Katholische Petition "Fakten helfen“

Bevölkerung lehnt Hürden für Fristenlösung und Verschleierung von Fakten ab. Nur wirksame Verhütung hilft vor ungewollten Schwangerschaften.

Utl.: Bevölkerung lehnt Hürden für Fristenlösung und Verschleierung
von Fakten ab. Nur wirksame Verhütung hilft vor ungewollten
Schwangerschaften. =

Wien (OTS) - Falsche Behauptungen führen zu schwachem Ergebnis: Die
katholische "Aktion Leben" hatte eine Initiative ("Fakten helfen")
für die Erhebung von Zahlen und Motiven zu Abbrüchen gestartet und
hat innerhalb eines Jahres magere 50.000 Unterschriften erzielt, wie.
DDr. Christian Fiala, Leiter des Gynmed Ambulatoriums und Direktor
der Wiener Verhütungsmuseums, erläutert: "Die ÖsterreicherInnen haben
die Absicht der Petition durchschaut. Es geht nicht um neue
Erkenntnisse zum Schwangerschaftsabbruch sondern lediglich darum,
Frauen und Paaren Schikanen aufzuerlegen und die Fristenlösung zu
erschweren." Denn die geforderten Daten gibt es längst: Es existieren
sehr genaue Schätzungen zur Zahl der Schwangerschaftsabbrüche, auch
die Motive sind seit Jahrzehnten gut erforscht. Fiala verweist auch
auf zahlreiche wissenschaftliche Studien, die Gynmed zum Thema
durchgeführt hat. Was jedoch fehle, seien daraus abgeleitete
Maßnahmen zur Förderung wirksamer Verhütung, "denn, das ist die
einzig wirksame Prävention ungewollter Schwangerschaften", so Fiala
weiter. Genaue Zahlen bekommt man hingegen nur wenn der Abbruch auf
Krankenschein durchgeführt wird - in den meisten westeuropäischen
Ländern seit langem Standard.

Die Zeiten des erhobenen Zeigefingers sind vorbei

Das ist nicht der erste Versuch, die Selbstbestimmungsrechte von
Frauen einzuschränken: 1975 hat die ‚Aktion Leben’ bereits ein
Volksbegehren gegen die Fristenlösung organisiert: Damals gelang es
mit der Forderung eines "klaren Verbots der Abtreibung" noch, 900.000
Menschen für zu mobilisieren. Das Vorhaben, Frauen mit einem Jahr
Gefängnis zu bestrafen, scheiterte jedoch an der Mehrheit der
Bevölkerung. Heute erreicht die Aktion Leben mit ihrer Initiative
gerade 5% der damaligen Unterschriften.

Meldepflicht ohne Kostenübernahme liefert nur ungenaue Zahlen

Die von der katholischen Gruppe angestrebte Meldepflicht von
Schwangerschaftsabbrüchen ist zwar in einigen Ländern bereits
Realität. Die dortigen Erfahrungen zeigen jedoch, dass sie konsequent
umgangen wird, nicht kontrollierbar ist und deshalb nur sehr ungenaue
Zahlen liefert. Besonders hoch ist die Dunkelziffer bei Abbrüchen,
welche Frauen selbst bezahlen, so dass die tatsächliche Zahl an
Abbrüchen z.B. in Deutschland vermutlich doppelt so hoch ist wie die
offiziell gemeldete.

Nur wirksam verhüten hilft

Zuverlässige Schätzungen zeigen, dass es in Österreich wesentlich
mehr Abbrüche gibt als in den meisten anderen Ländern Westeuropas.
Auch die Motive von Frauen werden regelmäßig erhoben. Diese Daten
werden jedoch von den Initiatoren konsequent ignoriert. "Statt
unproduktiver Scheinaktivitäten im Rahmen von Bürgerinitiativen wären
zielgruppenspezifische Präventions-Kampagnen notwendig, welche die
Anwendung wirksamer Verhütungsmethoden wie Pille, Implantat und
Spirale fördern und diese auch kostenlos zur Verfügung stellen. Diese
Forderung war bereits in der Beschlussfassung der Fristenlösung 1974
enthalten, ist jedoch bis heute nicht umgesetzt. In anderen Ländern
ist dies seit langem selbstverständlich und hat zu einer deutlich
geringeren Rate an Abbrüchen geführt", erklärt Fiala. Wirksame
Präventionsmaßnahmen wie z.B. Verhütungsmittel auf Krankenschein
konnten jedoch bisher aufgrund politischer Widerstände nicht
umgesetzt werden. Auch die ‚Aktion Leben’ hat sich gegen diese
sinnvolle Maßnahme ausgesprochen.

Publikationen zu Motiven:
http://abtreibung.at/archives/category/uncategorized

www.gynmed.at

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