- 09.04.2015, 08:56:22
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USA: Indian Gaming Markt attraktiv wegen leichteren Markteinstiegs
Wirtschaftsdelegierter Thaler: Tribal Casinos machen 41% des US-Casinomarktes aus und sind interessant für österreichische Anbieter.
Utl.: Wirtschaftsdelegierter Thaler: Tribal Casinos machen 41% des
US-Casinomarktes aus und sind interessant für österreichische
Anbieter. =
Wien (OTS) - Casinos in Indianerreservaten, so genannte Tribal
Casinos, sind ein bedeutender Wirtschaftszweig in der
US-amerikanischen Glückspielindustrie und machen 41% der
Glückspieleinnahmen in den Vereinigten Staaten aus. Casinos sind für
die Stammesbevölkerung eine wichtige Einnahmequelle zur Finanzierung
von Schulen, Spitälern oder Infrastruktur und sind auch ein
Jobgenerator. "Indianische Reservate sind selbstständige Gebiete, die
der Bundesregierung in Washington unterstehen und können auf ihrem
Gebiet Casinos errichten. Das erste Indian Casino wurde vom Stamm der
Seminole 1979 in Florida eröffnet", so Rudolf Thaler,
österreichischer Wirtschaftsdelegierter in Los Angeles.
Indian Gaming ist die wichtigste Veranstaltung im Bereich Tribal
Government Gaming und der größte Treff von Stammesführern und
Vertretern der Casinoindustrie. Die Indian Gaming Show & Convention
2015 wurde zum 30. Mal von der National Indian Gaming Association
(NIGA) vom 30. März bis 2. April in San Diego, Kalifornien
organisiert. Thaler: "Der österreichische Glückspielkonzern Novomatic
präsentierte sein innovatives Produktportfolio, darunter als
US-Neuheit den Spielautomat ‚Dominator Curve‘ mit geschwungenem
Bildschirm." Die erfolgreiche US-Marktbearbeitung wurde vor zwei
Wochen mit der Lieferung der beliebten Dominator Spielautomaten
unterstrichen. Die US-Zentrale wurde aus logistischen Überlegungen
von Florida nach Chicago verlegt. In Zukunft plant Novomatic auch ein
Assembling in den USA. Swarovski North America nahm erstmals an der
Indian Gaming teil, um das Boutiquengeschäft in Tribal Casinos
aufzubauen. Momentan gibt es über zwanzig Swarovski Eigen- und
Lizenzboutiquen in amerikanischen Casinos.
Leichterer Marktzugang
Thaler: "Der Indian Gaming Markt ist neben seiner Marktgröße
attraktiv wegen seines leichteren Markteinstiegs im Vergleich zum
kommerziellen Casino-Markt. Während eine Spielautomaten-Lizenz in Las
Vegas etwa eine Million US-Dollar kostet und das
Genehmigungsprozedere mitunter zwei Jahre dauert, fallen für eine
Lizenz in einem indigenen Casino Kosten in Höhe von wenigen Hundert
bis etwas über 20.000 USD an und die Lizenzdauer liegt bei zwei
Monaten." Allerdings muss für jedes Stammescasino eine eigene Lizenz
beantragt werden. In 28 Bundesstaaten betreiben 243 Indianerstämme
476 Glückspieleinrichtungen. Etwas weniger als die Hälfte der von
Washington anerkannten Stämme sind damit im Casinobusiness aktiv. Wie
bei kommerziellen Casinos sind Firmen-Präsenz in den USA, Qualität
des Produktes und Service entscheidende Erfolgsfaktoren.
Einpendeln auf moderates Wachstum
Gemäß dem jüngsten Casino City Report erzielten indigene Casinos 2013
einen Rekordumsatz von 28,3 Mrd. USD. Zusätzlich wurden 3,6 Mrd. USD
im Non Gaming Bereich erwirtschaftet. Das Umsatzwachstum ging bei
indigenen Casinos von 1,9% (2012) auf ein halbes Prozent im Jahr 2013
zurück, bei kommerziellen Casinos war der Rückgang von 3,8% auf 1,5%.
Das rückläufige Umsatzwachstum bei Indianercasinos war Folge der
Wirtschaftslage, einer gewissen Marktsättigung und zunehmender
Konkurrenz speziell im Nordosten und Mittleren Westen. "Nach einem
flachen Jahr 2014 wird für 2015 ein Wachstum der Umsätze in
Stammescasinos von 3% erwartet", so Thaler. Das Wochenende um den
Valentinstag war für viele Casinos das beste Wochenende überhaupt.
Die Zuwachsraten werden in den nächsten Jahren allerdings im
Vergleich zu den starken Zuwächsen vor der Rezession moderat sein.
Kalifornien Nr.1
Geografisch wie auch nach Betriebsgröße gibt es große Unterschiede
und Konzentrationen. Thaler: "Der Golden State Kalifornien hat nur
indigene Kasinos und ist mit einem Viertel der US-weiten indigenen
Casinoeinnahmen, der mit Abstand größte Markt. Auf fünf Staaten -
Kalifornien, Oklahoma, Florida, Washington State, Arizona - entfallen
61% der gesamten Einnahmen indigener Casinos." 6% der indianischen
Glückspieleinrichtungen setzen mehr als 250 Mio. USD jährlich um und
stellen 40% des Umsatzes in Indianerreservaten. Zweistellige
Zuwachsraten haben Casinos in Texas, Nebraska, North Carolina und
Montana.
Zukunft der Indianercasinos
Kommerzielle wie indigene Casinos sehen sich in ihrer stark
regulierten Branche den gleichen Herausforderungen ausgesetzt. Der
Casinomarkt ist reif und zunehmend wettbewerbsintensiv. Entertainment
ist der Wachstumsmotor im Casinobusiness. Spielen ist schon lange
nicht mehr der primäre Grund für den Besuch eines Casinos, wie das
kommerzielle Spielermekka Las Vegas zeigt. Die kaufkräftige
Zielgruppe der Millenials mit potentiell 80 Mio. Besuchern ist
technologieaffin und erfordert ein gezieltes 'Abholen' in sozialen
Netzwerken. Tribal Casinos investieren zunehmend in Resorts,
Restaurants, Golfplätze sowie neue Technologien und versuchen, sich
mit Qualität, Service und Branding zu positionieren. Im USA Today
Ranking stehen sieben von zehn Top Casinos (exkl. Las Vegas) auf
Stammesgebieten. Führungspositionen werden zunehmend mit Nachwuchs
aus den eigenen Reihen besetzt. Casino-Resorts werden als Möglichkeit
gesehen, um Besuchern indigene Kultur näher zu bringen.
Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch mit anderen Stämmen soll die
gemeinsame Interessenvertretung in Washington stärken, wie
beispielsweise bei der Verlängerung von Casinogenehmigungen und der
Gesetzgebung für Online Gaming. (PWK246/BS)
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