Neues Volksblatt: "Nicht zum Lachen" von Herbert SCHICHO

Ausgabe vom 8. April 2015

Linz (OTS) - Es ist schon Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet in dem Moment, wo mit der Aufarbeitung der politischen Verantwortung des Kärntner Hypo-Desasters begonnen wird, das Land Kärnten in finanzielle Turbulenzen kommt. Aber irgendwie scheint man vor allem in der FPÖ-Kärnten nichts hinzugelernt zu haben: FPÖ-Landesrat Christian Ragger will nämlich - damit Kärnten nicht "auf Gedeih und Verderb" dem Bund ausgeliefert ist - prüfen, ob man die Liquidität Kärntens durch ein Konsortium heimischer Banken sichern könnte. Dafür würde Ragger den 500 Millionen Euro schweren Kärntner Zukunftsfonds verpfänden, als Nebeneffekt hätte man den Fonds so auch anderen Gläubigern entzogen, fantasiert er in Haider-Manier. Kabarettistische Züge nimmt es an, wenn der FPÖ-Landeschef sich gestern darüber mokierte, dass der Bund Kärnten zum "Bittsteller degradiere", aber "bedenkenlos" Milliarden nach Griechenland vergibt. Vermutlich ist dem Steuerzahler diesseits der Tauern egal, ob das Geld in der Ägäis oder dem Wörthersee verschwindet. Und Ragger spielt uns den ideenreichen Varoufakis von der Drau. Ein Trauerspiel - denn zum Lachen ist die ganze Miserere nicht. Gestern wurde nämlich auch die erste Rate der anderen Bundesländer für die Pfandbriefstelle fällig. Sie kommen unschuldig zum Handkuss und haben sicher keine Verantwortung für diesen Milliarden-Skandal.

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