Ärztekammer zu McDonald: Gespräche ja, aber nur im offenen Dialog

Ärztemangel und Leistungseinbußen sind bereits jetzt traurige Realität – Umfassende Strukturveränderungen notwendig

Wien (OTS) - "Grundsätzlich positiv" reagiert der Wiener Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres auf das Dialogangebot des Vorstandsvorsitzenden im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Peter McDonald. Bedenklich stimmt ihn allerdings, dass er zeitgleich mit der Einladung zum Gespräch bereits seine vorgefasste Meinung zu bestimmten Themen medial verkündete. "Ein Gespräch führen bedeutet, aufeinander zuzugehen, nicht aber, dass eine Seite der anderen erklären wird, wo es ihrer Meinung nach langzugehen hat", so Szekeres. ****

McDonald sollte wissen, dass seine, Szekeres, Unterschrift auf das Verhandlungspapier mit der Gemeinde Wien unter Gremialvorbehalt erfolgte. Da die Kurie angestellte Ärzte als zuständiges Gremium das Verhandlungspapier eben nicht bestätigte, sei auch seine Unterschrift nicht mehr gültig gewesen. Dies sei ein auch im Rahmen einer funktionierenden Sozialpartnerschaft üblicher Vorgang.

Bedauerlich sei, dass McDonald auch anderen Realitäten offensichtlich nicht wirklich in die Augen schauen wolle. Einsparungen im Gesundheitswesen sowie ein Ärztemangel in gewissen Bereichen seien bereits jetzt traurige Realität. Als "nur zwei Beispiele von vielen möglichen" nannte Szekeres die Gangbettenproblematik in Wiens Spitälern sowie den Umstand, dass es immer weniger Bewerber für Kassenplanstellen in der Bundeshauptstadt gebe. "Dies gehört auch ehrlich an die Bevölkerung kommuniziert", so Szekeres.

Ein "Negieren der Realität" funktioniere jedenfalls nur vorübergehend, denn: "Ohne umfassende Strukturveränderungen wird es keine Einsparungen geben, ohne auch gleichzeitig die Leistungen herunterzufahren."

Der Mehrbedarf an Ärztinnen und Ärzten sowie die Gründe, warum so viele Ärztinnen und Ärzte Österreich den Rücken kehren, gehören geklärt, ebenso, warum es bereits in allen Bundesländern eine Einigung hinsichtlich der Spitalsärztearbeitszeiten gebe, nur in Wien nicht. Szekeres: "Darüber werden wir sehr gerne mit dem Hauptverbandsvorsitzenden diskutieren." (hpp)

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