- 06.04.2015, 10:19:46
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Ärztekammer zu McDonald: Gespräche ja, aber nur im offenen Dialog
Ärztemangel und Leistungseinbußen sind bereits jetzt traurige Realität – Umfassende Strukturveränderungen notwendig
Utl.: Ärztemangel und Leistungseinbußen sind bereits jetzt traurige
Realität – Umfassende Strukturveränderungen notwendig =
Wien (OTS) - "Grundsätzlich positiv" reagiert der Wiener
Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres auf das Dialogangebot des
Vorstandsvorsitzenden im Hauptverband der österreichischen
Sozialversicherungsträger, Peter McDonald. Bedenklich stimmt ihn
allerdings, dass er zeitgleich mit der Einladung zum Gespräch bereits
seine vorgefasste Meinung zu bestimmten Themen medial verkündete.
"Ein Gespräch führen bedeutet, aufeinander zuzugehen, nicht aber,
dass eine Seite der anderen erklären wird, wo es ihrer Meinung nach
langzugehen hat", so Szekeres. ****
McDonald sollte wissen, dass seine, Szekeres, Unterschrift auf das
Verhandlungspapier mit der Gemeinde Wien unter Gremialvorbehalt
erfolgte. Da die Kurie angestellte Ärzte als zuständiges Gremium das
Verhandlungspapier eben nicht bestätigte, sei auch seine Unterschrift
nicht mehr gültig gewesen. Dies sei ein auch im Rahmen einer
funktionierenden Sozialpartnerschaft üblicher Vorgang.
Bedauerlich sei, dass McDonald auch anderen Realitäten
offensichtlich nicht wirklich in die Augen schauen wolle.
Einsparungen im Gesundheitswesen sowie ein Ärztemangel in gewissen
Bereichen seien bereits jetzt traurige Realität. Als "nur zwei
Beispiele von vielen möglichen" nannte Szekeres die
Gangbettenproblematik in Wiens Spitälern sowie den Umstand, dass es
immer weniger Bewerber für Kassenplanstellen in der Bundeshauptstadt
gebe. "Dies gehört auch ehrlich an die Bevölkerung kommuniziert", so
Szekeres.
Ein "Negieren der Realität" funktioniere jedenfalls nur
vorübergehend, denn: "Ohne umfassende Strukturveränderungen wird es
keine Einsparungen geben, ohne auch gleichzeitig die Leistungen
herunterzufahren."
Der Mehrbedarf an Ärztinnen und Ärzten sowie die Gründe, warum so
viele Ärztinnen und Ärzte Österreich den Rücken kehren, gehören
geklärt, ebenso, warum es bereits in allen Bundesländern eine
Einigung hinsichtlich der Spitalsärztearbeitszeiten gebe, nur in Wien
nicht. Szekeres: "Darüber werden wir sehr gerne mit dem
Hauptverbandsvorsitzenden diskutieren." (hpp)
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