- 03.04.2015, 09:10:16
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Krafttraining auch in höherem Alter ratsam
Welt-Gesundheitstag am Dienstag, 7. April 2015
Utl.: Utl.: Welt-Gesundheitstag am Dienstag, 7. April 2015 =
Wien (OTS) - In Österreich sind rund zehn Prozent der
Über-65-Jährigen gebrechlich, weitere 40 Prozent sind von einer
Vorstufe der Gebrechlichkeit betroffen. Das von der MedUni Wien
wissenschaftlich begleitete Projekt "Gesund fürs Leben" hat zum Ziel,
bei älteren Personen mit mangelhaftem Ernährungszustand die Fitness
und damit die Lebensqualität zu erhöhen. Erste Ergebnisse zeigen,
dass regelmäßiges Krafttraining vor allem die nötige Handkraft und
damit die Selbständigkeit erhöhen. Das sagte Thomas Dorner vom
Zentrum für Public Health der MedUni Wien anlässlich des
Welt-Gesundheitstags am kommenden Dienstag (7. April).
Das "Gesund fürs Leben"-Projekt ist eine Kooperation von MedUni Wien,
Wiener Hilfswerk und Sportunion Österreich und wird vom Wiener
Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds gefördert. Dabei
motivieren ehrenamtliche "Buddies" (Mindestalter 50 Jahre) im Rahmen
von wöchentlichen Hausbesuchen die älteren Menschen dazu,
Krafttrainings zu machen. Außerdem werden Ernährungsaspekte
besprochen und die soziale Unterstützung erhöht. Ein Projekt mit
Win-Win-Effekt: "Dadurch wird nicht nur die Gesundheit der
hochbetagten, sondern auch der jüngeren Buddies gefördert."
Die jetzt auf der "Nachhaltigkeitskonferenz" des Projekts
präsentierten, ersten Resultate zeigen deutlich: Die Trainings tragen
zur Selbständigkeit der älteren Personen bei. Dorner: "Ab dem 30.
Lebensjahr nimmt nachweislich die Muskelmasse ab. Ohne Training sind
bis zum 80. Lebensjahr rund 50 Prozent der Muskelmasse verschwunden.
In dieser Studie konnte die maximale Handkraft in der
Interventionsgruppe um drei Kilogramm gesteigert werden. Das ist
eine Erhöhung um fast 20 Prozent des Ausgangswerts. Weiters kam es zu
einer signifikanten Steigerung des körperlichen Aktivitätsniveaus,
der Mobilität, der Lebensqualität und der kognitiven Funktion,
Albumin, ein Ernährungsparameter für Eiweiß im Blutserum, der häufig
bei gebrechlichen Personen vermindert ist, wurde signifikant erhöht.
Durch Muskeltraining wird zudem das Risiko für Stürze verringert -
ein wichtiger Faktor angesichts der hohen Anzahl von PatientInnen mit
Osteoporose in Österreich: Rund 740.000 Menschen über 50 Jahre, davon
mehrheitlich Frauen, sind betroffen. Dorner betont: "Die Angst vor
Stürzen wurde in der Interventionsgruppe signifikant reduziert. Das
ist deshalb sehr bedeutend, da Angst vor Stürzen dazu führt, dass
sich gebrechliche Personen weniger bewegen, dadurch die Muskulatur
weiter abnimmt und somit das Sturzrisiko wieder steigt."
Bei den Buddies, die mit den gebrechlichen Personen mittrainierten,
kam es während dieser Zeit ebenfalls zu einer signifikanten Erhöhung
der Handkraft und der Beinkraft.
Prinzipiell ein interessanter Aspekt: Zwar ist die generelle
Lebenserwartung bei Frauen insgesamt höher, allerdings ist der Anteil
der "gesunden" Lebensjahre EU-weit bei Männern mit 79 Prozent höher
als jener bei Frauen (74 Prozent). Frauen sind häufiger chronisch
krank und schätzen ihren Gesundheitszustand auch schlechter ein.
"Durch eine Kombination aus richtiger Ernährung mit ausreichend
tierischen und pflanzlichen Proteinen zur Erhaltung der Muskelmasse
und regelmäßigem körperlichem Training zur Erhaltung der Muskelkraft
kann der Anteil der gesunden Lebensjahre erhöht werden", sagt der
MedUni Wien-Experte. Hinzu kommt, dass viele von Gebrechlichkeit
betroffene Personen häufig alleine leben und die Wohnung gar nicht
mehr verlassen. "Ein reges Sozialleben und soziale Kontakte sind ein
wichtiger Faktor, um so lange wie möglich selbständig zu bleiben",
erklärt Dorner.
Medizinische Universität Wien - Kurzprofil
Die Medizinische Universität Wien (kurz: MedUni Wien) ist eine der
traditionsreichsten medizinischen Ausbildungs- und Forschungsstätten
Europas. Mit fast 7.500 Studierenden ist sie heute die größte
medizinische Ausbildungsstätte im deutschsprachigen Raum. Mit ihren
27 Universitätskliniken und drei klinischen Instituten, 12
medizintheoretischen Zentren und zahlreichen hochspezialisierten
Laboratorien zählt sie auch zu den bedeutendsten
Spitzenforschungsinstitutionen Europas im biomedizinischen Bereich.
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