• 26.03.2015, 12:00:04
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Studie: Mehr regionale Wertschöpfung dank Biomasse

Positive Effekte erstmals in der Klima- und Energie-Modellregion Hartberg untersucht

http://www.apa-fotoservice.at/galerie/6533 Im Bild
v.l.n.r.: Josef Plank, Präsident des Österreichischen
Biomasse-Verbandes, Peter Traupmann, Geschäftsführer der
Österreichischen Energieagentur, Christoph Wolfsegger, Programm und
Research Manager beim Klima- und Energiefonds, und Anton Schuller,
Referatsleiter für Umwelt und Energie der Stadtgemeinde Hartberg

Utl.: Positive Effekte erstmals in der Klima- und
Energie-Modellregion Hartberg untersucht =

Wien (OTS) - Beim Einsatz heimischer Biomasse zur Wärmeversorgung
werden fossile Energieimporte ersetzt und gleichzeitig wird die
regionale Beschäftigungsintensität erhöht. "Dies bestätigt eine
Studie der Österreichischen Energieagentur, die im Auftrag des
Österreichischen Klima- und Energiefonds erstellt wurde. Im Detail
wurden die Auswirkungen der Biomassenutzung in der Praxis für die
Klima- und Energie-Modellregion (KEM-Region) Hartberg in der
Steiermark analysiert", erklärt Josef Plank, Präsident des
Österreichischen Biomasse-Verbandes. Die Ergebnisse der Analyse des
Status quo der KEM-Region überzeugen: Obwohl rund 53% des
Heizenergieverbrauchs der KEM-Region durch fossile Energieträger
gedeckt werden (der Großteil davon durch Heizöl) und 47% durch feste
Biomasse, liegt die direkte regionale Wertschöpfung aus Wartung und
Betrieb inkl. Brennstoffbereitstellung der biogenen Anlagen bei 3,8
Mio. Euro pro Jahr, jene aus Wartung und Betrieb der fossilen Anlagen
bei 0,5 Mio. Euro; 31 regionale Vollzeitäquivalente werden durch das
biogene System gesichert, 4,2 durch das fossile. Der Geldabfluss aus
der Region beträgt 0,9 Mio. Euro durch biogene Energieträger, 7,2
Mio. Euro durch fossile; Die CO2-Emissionen der KEM-Region durch
Bioenergie liegen bei 800 Tonnen/Jahr - durch fossile bei 31.100
Tonnen/Jahr.

Heimische Wertschöpfung zählt

"Der größte Unterschied zwischen Bioenergien und fossilen
Energieträgern liegt in der heimischen Wertschöpfungs- und
Beschäftigungskette, die von der Waldpflege über den Holztransport,
die Produktion von Scheitholz und Hackgut bis vor den Ofen oder
Heizkessel regional beschäftigungs- und wertschöpfungswirksam ist",
betont Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen
Energieagentur. Um ein Terajoule (TJ) Holz (das entspricht ungefähr
114 Festmetereinheiten) vom Wald über verschiedene Zwischenschritte
und ein Nahwärmesystem letztlich als Wärme bis zum Kunden zu bringen,
sind ungefähr 168 regionale Arbeitsstunden notwendig. Die
Arbeitsstunden variieren je nach Heizsystem und nach der Art der
dafür erforderlichen Brennstoffbereitstellung. Für ein TJ Brennholz,
das in einem Scheitholzkessel verbrannt wird, sind 143 direkte
regionale Arbeitsstunden notwendig. Der Betreiber einer Ölheizung
sichert hingegen etwa 21 direkte regionale Arbeitskräftestunden pro
TJ, "Gasheizer" in etwa zehn.

Sechsfach höhere regionale Wertschöpfung

Die in der Studie untersuchte KEM-Region Hartberg zählt etwa 12.600
Personen. 53% des gesamten Heizenergieverbrauchs werden durch fossile
Energieträger - der Großteil davon durch Heizöl - und rund 47% durch
biogene gedeckt. In Summe kann durch die Wartung und den Betrieb der
Biomassekessel/ Nahwärmeanschlüsse eine um rund 1.000 Euro pro Jahr
bzw. um das 6-fach höhere direkte regionale Wertschöpfung pro
Kessel/Anschluss lukriert werden als durch Wartung und Betrieb von
fossil beschickten Kesseln. "Die Klima- und Energie-Modellregion
Hartberg ist ein gutes Referenzbeispiel für viele andere Regionen in
Österreich. Die Annahmen für die Berechnung der Wertschöpfungs- und
Beschäftigungseffekte wurden so gewählt, dass sie gut übertragbar
sind. Die gewonnen Erkenntnisse aus dem vorliegenden Projekt sollten
Entscheidungsträgern in anderen Regionen eine Entscheidungshilfe hin
zu mehr Investitionen in heimische erneuerbare Energien liefern",
regt Christoph Wolfsegger, Programm und Research Manager beim Klima-
und Energiefonds, an.

Was wäre bei 100% Biomasse-Anteil?

"Es wurde auch durchgerechnet, wie die Situation bei einer fiktiven
100%igen Versorgung der KEM Hartberg mit erneuerbarer Wärme aus
Biomasse aussehen würde", erklärt Anton Schuller, Referatsleiter für
Umwelt und Energie der Stadtgemeinde Hartberg. Für die Wartung und
den Betrieb der neuen und der bestehenden Heizungsanlagen beliefe
sich die direkte regionale Wertschöpfung in der KEM-Region Hartberg
auf 6,5 Mio. Euro jährlich. Würden alle diese Kessel einmal pro Jahr
gewartet und mit Brennstoff beliefert, so würden dadurch 61 direkte
regionale Arbeitsplätze gesichert. Der jährliche Geldabfluss aus der
Klima- und Energie-Modellregion Hartberg durch Wartung und Betrieb
würde sich von 8,1 Mio. Euro im Szenario "Status quo" auf 1,6 Mio.
Euro verringern, die CO2-Emissonen der Region infolge der
Wärmebereitstellung von aktuell ca. 32.000 auf 1.600 Tonnen im Jahr
sinken. Auf der anderen Seite würde die Wärmeversorgung aus 100%
fossilen Energieträgern eine jährliche direkte regionale
Wertschöpfung in Höhe von etwas mehr als 1,1 Mio. Euro lukrieren. Nur
8,5 direkte regionale Arbeitsplätze würden gesichert werden. In
beiden Fällen sind die Einmaleffekte, die aus der Installation der
Heizanlagen resultieren, bereits abgezogen.

Biomasse als Problemlöser

"Die Studie zeigt eindeutig auf, dass die Bioenergie ein Teil der
Lösung für zahlreiche Probleme ist: Schaffung regionaler
Wertschöpfung und Beschäftigung, Stärkung regionaler Kaufkraft,
Erhöhung der Versorgungssicherheit und Vermeidung von
Treibhausgasemissionen", erklärt Plank. "Mehr als die Hälfte unseres
Energiebedarfs können wir bis 2030 mit erneuerbaren Energien decken -
50% davon mit Bioenergie. Das Potenzial ist vorhanden, denn der
heimische Holzvorrat ist seit den 1980iger-Jahren um 40%
angewachsen." Stoffliche und energetische Nutzung sind kein
Gegensatz, sondern finden parallel statt. "Die regionale Nutzung von
Bioenergie ist besonders ressourceneffizient, da keine
energieintensive Verarbeitung notwendig ist und fossile Rohstoffe
direkt beim Konsumenten im Heizungskeller ersetzt werden können.
Bioenergiesortimente fallen bei der Holzernte im Wald, bei der
Weiterverarbeitung im Sägewerk und in der Holzwerkstoffindustrie an",
so Plank.

Weitere Informationen und Grafiken zum Download:
www.biomasseverband.at/presse/aktuelles

Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/6533

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