- 26.03.2015, 11:46:43
- /
- OTS0127 OTW0127
Gewerkschaftskritik an neuem Lehrberuf Hotelkaufmann/-frau
Wien (OTS) - Auf geteilte Freude stößt bei den Gewerkschaften vida
und GPA-djp das bei der Regierungsklausur präsentierte
"Lehrberufspaket 2015". "Natürlich begrüßen wir jede Verbesserung in
der Ausbildung von Jugendlichen, gleichzeitig können wir aber nicht
nachvollziehen, dass die Regierung jetzt Vorschläge in das Paket
hineinnimmt, die mit uns bzw. den zuständigen Stellen nicht
vereinbart waren. Das ist ein klares Verlassen der
Sozialpartnerschaft und wird von uns sicherlich nicht ohne weiteres
hingenommen", so Andreas Gollner, vida-Fachsekretär für den Bereich
Tourismus, und GPA-djp Jugendsekretär Helmut Gotthartsleitner.
"Völlig neue Lehrberufe" der Regierung sind schon ein alter Hut
Heftige Kritik üben die Gewerkschafter an der von den
Regierungsparteien geplanten Schaffung des Lehrberufes
"Hotelkaufmann/-frau". "Es gibt bereits eine Lehrausbildung zum
Hotel- und Gastgewerbeassistenten. Warum die Regierung jetzt eine
neue Ausbildung schaffen will, die nahezu deckungsgleich ist,
erschließt sich mir nicht", kritisiert Gollner. Auch Gotthartsleitner
bekräftigt: "Dieser Lehrberuf stellt für uns im derzeitigen
Planungsstand eine mehr oder weniger sinnlose Ergänzung der
Ausbildung zum Hotel- und Gastgewerbeassistenten dar. Wenn es mehr
Fachpersonal an den Rezeptionen braucht, können ja Hotel- und
GastgewerbeassistentInnen eingesetzt werden." So sieht das auch
vida-Fachsekretär Gollner: "Keine Branche braucht zwei ähnliche
Lehrberufe. Wenn die Regierung Änderungsbedarf ortet, soll sie es
sagen, aber nicht alte Modelle als neue, große Würfe verkaufen.
Offenbar sollen mit der Schaffung des neuen Lehrberufes nur die
Hoteliers besänftigt werden, die sich durch die Steuerreform unter
Druck sehen. Wir werden es nicht zulassen, dass die Ausbildung junger
Menschen aufs Spiel gesetzt wird, nur um eine bestimmte Gruppe
zufrieden zu stellen."
Modernisierung ja, aber nicht im Alleingang
"Wir verlangen, dass die Regierung diesen geplanten Lehrberuf aus dem
Gesamtpaket wieder herausnimmt und mit uns darüber verhandelt", so
Gollner. "Auch wir sind für eine moderne Ausbildung, dafür muss sich
die Arbeitgeberseite aber mit uns an einen Tisch setzen. Gemeinsam
können wir die beste Lösung für eine gute und qualitativ hochwertige
Ausbildung im Sinne der Jugendlichen erreichen - wie das auch bisher
der Fall war", so Gotthartsleitner abschließend.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NGB






