- 25.03.2015, 12:11:32
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Studierende entwickeln innovatives Konzept für eine Smartphone-App für Allergiker
Spittal (OTS) - Für Allergiker können unterschiedliche
Pollenbelastungen äußerst unangenehm werden und speziell zu Beginn
des Frühjahrs kämpfen viele mit Allergieschüben. Um
Allergiegeplagten einen erholsamen Aufenthalt in der Natur zu
ermöglichen, konzipieren drei Bachelorstudierende an der FH Kärnten
am Studiengang Geoinformation und Umwelttechnologien ein sogenanntes
Pollenwarnsystem in Echtzeit.
Unerwünschte Niesattacken und verschwollene Augen im Zuge einer
hohen Pollenbelastung müssen nicht mehr sein. Tamara Preduschnig,
Studierende am Studiengang Geoinformation und Umwelttechnologien an
der FH Kärnten, machte sich ihr Studium zunutze, um als Allergikerin
den unterschiedlichsten Pollenbelastungen im Freien selbst zu
entkommen. Die Chance dazu bot sich im Rahmen der Lehrveranstaltung
"Fernerkundung", die sich mit dem Umgang von Satellitendaten
beschäftigte. Diese Daten geben unter anderem Aufschluss über die
Beschaffenheit der Vegetation und verknüpft diese unter anderem mit
Daten über Windrichtungen. Damit können in Zukunft genaue Vorhersagen
über eine ortsbezogene Pollenbelastung und ihre weitere Ausbreitung
getroffen werden.
Forschungsprojekt: Pollen Allergy Forecast Simulation (kurz
PAF SIM)
Die Idee für ein hochauflösendes Echtzeitwarnsystem im Bereich der
Pollenbelastung wurde sogleich in der Lehrveranstaltung
"Fernerkundung" am Studiengang Geoinformation und Umwelttechnologien
in die Tat umgesetzt. Als Projektteamleiterin hat Preduschnig
gemeinsam mit Ihren Studienkolleginnen Stephanie Mak und Viktoria
Ringhofer auf Basis von Satellitendaten und der Verwendung von
hochauflösenden Luftbildern der KAGIS, die eine Visualisierung von
Pollenaktivitäten inklusive einer genauen Positionsbestimmung
ermöglichen, ein Simulationsmodellkonzept entwickelt. Dieses Modell
bildet im Vergleich mit anderen Pollenwarnsystemen im Internet
aufgrund der zu erwartenden lokalen Pollenintensität sehr
detaillierte Informationen ab und erlaubt Nutzern, beschwerdefreie
Kurzreisen oder Wanderungen sehr zeitnah zu planen. Begleitet wird
das innovative Projekt von FH-Prof. Gernot Paulus, der vom Engagement
und der Durchsetzungskraft des Pollenwarnsystems in Echtzeit
überzeugt ist. Sobald die Bachelorarbeit von Preduschnig und Mak mit
den Details des Simulationsmodells abgeschlossen ist, wollen sich die
Studierenden mit der Prototypenentwicklung beschäftigen. "In der
Entwicklungsphase werden wir PAF SIM für ausgewählte Gebiete in
Kärnten testen und kritisch evaluieren. Gelingt dieser "Proof of
Concept" ist eine österreichweite Umsetzung grundsätzlich denkbar",
sagt Preduschnig. Die Vermarktung einer Smartphone-App für
Pollenallergiker wäre für Preduschnig der nächste Meilenstein.
Auszeichnung auf hohem Niveau
Dass das FH Kärnten Forschungsprojekt PAF SIM im Studiengang
Geoinformation und Umwelttechnologien auch auf wissenschaftlicher
Ebene auf großes Interesse stößt, zeigt die Platzierung bei der
Austrian Challenge des Europäischen
Satellitennavigationswettbewerbes (ESNC) im Oktober letzten Jahres.
Von insgesamt 19 österreichweiten Einreichungen aus Forschung und
Wirtschaft belegte das anwendungsorientierte Projekt von
Preduschnig und ihren Kolleginnen den mit 2.000 Euro dotierten
herausragenden 2. Platz. Im Rahmen dieses Wettbewerbes werden die
kreativsten und innovativsten Anwendungsideen im Bereich
Satellitennavigation prämiert.
Geoinformation und Umwelttechnologien
Das Bachelorstudium Geoinformation und Umwelttechnologien wird an der
FH Kärnten im Studienbereich Engineering & IT am Standort Villach
angeboten. Aufbauend auf ein gemeinsames Grundstudium der
Geoinformation stehen die zwei Vertiefungsrichtungen "Geoinformatik"
und "Umweltmonitoring" zur Auswahl. Das Studium verfügt über eine
technische-naturwissenschaftliche Ausrichtung und ist aufgrund des
technischen Fokus in Österreich einzigartig. Im Studienzweig
"Geoinformatik" liegen die Schwerpunkte im Design und in der
Entwicklung von GI-Systemen sowie in der Entwicklung von GIS
Applikationen auf Basis von Standardprogrammiersprachen und
Zusatzmodulen für gängige GIS Software Pakete.
Im Studienzweig "Umweltmonitoring" werden folgende Themen behandelt:
Methoden der Erfassung, Analyse und Auswertung raum,- zeit- und
inhaltsbezogener Daten zur Beschreibung des Zustandes der Umwelt, die
Entwicklung und Umsetzung von mobilen, ortsbezogenen Applikationen.
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