GdG-KMSfB: Filmförderung nur bei Einhaltung des Kollektivvertrages

Wien (OTS) - "Regionaleffekte und Firmensitz dürfen für die Zusage einer Filmförderung künftig nicht mehr ausreichen. Die Einhaltung des Kollektivvertrages für Film- und Fernsehschaffende, die Garantie angemessener Gagen und gesetzlich geregelter Arbeitszeiten müssen die Voraussetzung einer Filmförderung sein", forderte heute, Donnerstag, der Vorsitzende der Sektion Film, Foto, audiovisuelle Kommunikation (FFAK) in der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten - Kunst, Medien, Sport, freie Berufe (GdG-KMSfB), Gerhard Schedl.++++

"Wir fordern von der Film- und Fernsehbranche nicht mehr als die Einhaltung bestehender Bestimmungen und Gesetze", stellte Schedl klar. Wer gegen diese verstößt, sei schon nach § 11 Abs 6 des Filmförderungsgesetzes von vornherein von Förderungen ausgeschlossen. Schedl: "Dass das auch für die einschlägigen lohn- und arbeitsrechtliche Bestimmungen und für die Bestimmungen des Gleichbehandlungsgesetze gilt, sollte sich eigentlich von selbst verstehen. Leider schaut es in der Praxis häufig anders aus."

"Es ist aus unserer Sicht völlig unverständlich, warum von Förderer-Seite nicht ausreichend darüber gewacht wird, was mit Steuergeldern passiert", ergänzt dazu FFAK-Sekretär Thomas Dürrer. Gefördert werden sollten nur Filme, deren ProduzentInnen faire Arbeitsbedingungen während der Produktion garantieren können. Die Förderer könnten bewilligte Gelder zurückverlangen, falls sich nach Produktionsende herausstellt, dass der Kollektivvertrag oder andere arbeitsrechtliche Bestimmungen während der Produktionszeit verletzt wurden.

"Entsprechend den Auszahlungsmodalitäten wird die zweite Rate der Förderungsmittel ohnehin zu Drehbeginn angewiesen. Voraussetzung muss sein, dass durch Vorlage der Arbeitsverträge und Werkverträge nachgewiesen ist, dass innerhalb der vorgesehenen Produktionszeit sämtliche in der Stabliste genannten Mitwirkenden tatsächlich und unter den im Förderungsvertrag vereinbarten Bedingungen beschäftigt werden", betonte Dürrer.

In diesem Zusammenhang weist die FFAK auf die Empfehlung des Rechnungshofs in seinem Einschaubericht (GZ 860.114/002-1B1/11) vom Februar 2011 an das BMUKK, das Österreichischen Filminstitut, die RTR-GmbH, die Ländern Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol und Vorarlberg, die Stadt Wien sowie die StandortAgentur Salzburg GmbH, die Cine Styria Filmcommission and Fonds, die Cine Tirol und den Filmfonds Wien hin. Die Einrichtung einer gemeinsamen Prüfstelle für die Abrechnung und Kontrolle der Förderungen ist empfohlen.

"Dass das Österreichische Filminstitut in seiner Beantwortung dem Rechnungshof zugestimmt hat, ist aus unserer Sicht ein klares Signal", schlossen die Vertreter der FFAK.

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Mag. Gerhard Schedl
Vorsitzender Sektion FFAK
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