- 17.03.2015, 13:37:39
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Tourismuswirtschaft mobilisiert gegen geplante Belastungen im Rahmen der Steuerreform
WKÖ-Nocker-Schwarzenbacher: Vertrauen der Tourismusbranche in Politik schwer erschüttert - Alleine erhöhte Mehrwertsteuer kostet Branche mehr als 100 Mio. Euro im Jahr
Utl.: WKÖ-Nocker-Schwarzenbacher: Vertrauen der Tourismusbranche in
Politik schwer erschüttert - Alleine erhöhte Mehrwertsteuer
kostet Branche mehr als 100 Mio. Euro im Jahr =
Wien (OTS) - "Das Vertrauen in die Politik ist in unserer Branche
schwer erschüttert. Weit über 500 Kollegen aus der Gastronomie und
Hotellerie sind heute, Dienstag, nach Wien vor das Bundeskanzleramt
gekommen, um ihren Unmut über die geplanten Belastungen im Rahmen der
Steuerreform zum Ausdruck zu bringen", erklärte Petra
Nocker-Schwarzenbacher, Obfrau der Bundesssparte Tourismus und
Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ),
anlässlich einer gemeinsamen Pressekonferenz mit den Präsidenten der
Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Michaela Reitterer und
Gregor Hoch sowie dem WKÖ-Obmann des Fachverbandes Gastronomie und
KV-Chefverhandler, Helmut Hinterleitner.
Im Rahmen der Protestaktion der heimischen Tourismuswirtschaft wurde
unter Führung von Spartenobfrau Nocker-Schwarzenbacher und einer
Abordnung aus den angereisten Bundesländern ein Memorandum der
Tourismuswirtschaft an Bundeskanzler Werner Faymann, Vizekanzler
Reinhold Mitterlehner, Finanzminister Hans Jörg Schelling sowie
Kulturminister Josef Ostermayer übergeben.
Neben der unangemessenen Erhöhung der Mehrwertsteuer von 10 auf 13
Prozent, sind auch die Erhöhung der Grunderwerbssteuer sowie die
Verlängerung der Abschreibungsdauer und die Kosten für die
Anschaffung der Registrierkassen angesprochen worden.
"Die Belastungsgrenze für die Branche ist erreicht", zeigten sich die
Vertreter der Tourismuswirtschaft einig. "Alleine die geplante
Mehrwertsteuererhöhung führt zu einer zusätzlichen Belastung von 100
Mio. Euro pro Jahr, weil die Erhöhung bei den Zimmerpreisen nicht
eins zu eins an die Gäste weitergegeben werden können", warnt
Nocker-Schwarzenbacher. Von den 250 Mio. Euro Volumen aus der
dreiprozentigen Erhöhung werden die Betriebe 40 Prozent selbst tragen
müssen, was zu dieser enormen Mehrbelastung führt. Die
Abschreibungsdauer wurde von 33 auf 40 Jahre erhöht, was in der
Hotellerie nicht annähernd der tatsächlichen Abschreibungsdauer
entspricht. Die Steuer auf Betriebsübergabe in der Familie erhöhe
sich durch die Grunderwerbsteuer um durchschnittlich 70.000 Euro.
"Alleine die Anschaffung der Registrierkassen macht 90 Mio. Euro aus,
was vor allem die kleinen Betriebe tragen müssen", betont
Hinterleitner, der in diesem Zusammenhang vor allem die
"Paragastronomie" bei Vereinsfesten anspricht.
Nocker-Schwarzenbacher: "Wir müssen auf Jahre planen und werden immer
wieder vor den Kopf gestoßen. Noch im Dezember hat Finanzminister
Hans Jörg Schelling uns, wie auch der ÖHV, versprochen, dass keine
Steuererhöhung auf Beherbergung komme. Und jetzt das? Von allen
Branchen, die einen zehnprozentigen Mehrwertsteuersatz haben, wurde
dann ausgerechnet der Tourismus belastet." Die Grunderwerbsteuer
wurde erst am 1.6.2014 novelliert und soll nun schon wieder angehoben
werden.
"Den Tourismus hat es voll getroffen, die Proteste sind absolut
nachvollziehbar. Wir sind weiterhin an einem Dialog mit der Regierung
interessiert, aber lassen uns sicher nicht mit Erklärungen
abspeisen", so Nocker-Schwarzenbacher abschließend. (PWK196/ES)
Die Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der
Wirtschaftskammer Österreich ist die solidarische
Interessenvertretung für über 90.000 Tourismusbetriebe aus den
Branchen Gastronomie, Hotellerie, Freizeit-und Sport, Reisebüros,
Kinos, Kultur- und Vergnügungsbetriebe sowie Gesundheitsbetriebe.
600.000 Arbeitsplätze (jeder 5. Vollzeitarbeitsplatz) hängen lt. WIFO
direkt oder indirekt von Tourismus und Freizeitwirtschaft ab.
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