- 17.03.2015, 11:31:04
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Nach HCB-Skandal: Greenpeace begleitet Neustart der Sonnenalm-Molkerei
Sonnenalm-Milchprodukte wieder bedenkenlos genießbar
Utl.: Sonnenalm-Milchprodukte wieder bedenkenlos genießbar =
Klein St. Paul / Wien (OTS) - Greenpeace begrüßt die heute von der
Sonnenalm-Molkerei bei einer Pressekonferenz bekanntgegebene
Wiederaufnahme der Produktion und begleitet den Prozess. Das heute
veröffentlichte Konzept und das umfangreiche Umweltgift-Testprogramm
wurde bereits im Vorfeld mit Greenpeace diskutiert. "Die
Sonnenalm-Molkerei wird vorerst nur Milch aus dem steirischen Bezirk
Murau verwenden, was eine sichere Produktion gewährleisten soll und
mit umfangreichen Tests begleitet wird. Wir freuen uns, wieder grünes
Licht für die Molkerei-Produkte geben zu können", so Chemiker und
Greenpeace-Sprecher Herwig Schuster.
In den vergangenen Wochen wurden bei der Sonnenalm-Molkerei vier
umfangreiche Testreihen durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass in
keinem Produkt HCB nachweisbar war. Um auf Nummer sicher zu gehen,
hat Greenpeace auch mögliche andere Umweltgift-Probleme im Bezirk
Murau aus dem die Milch kommt, recherchiert. Die Molkerei und auch
das Land Kärnten sind daraufhin allen Hinweisen gewissenhaft
nachgegangen. Mittelfristig muss es aber Ziel sein, wieder mit
lokaler Milch zu produzieren. Eine derartige Entscheidung kann jedoch
erst getroffen werden, wenn das neue Heu geerntet und auf HCB
analysiert wird. "Die Chancen, dass das neue Heu in Ordnung sein
wird, stehen aus heutiger Sicht gut", zeigt sich Schuster
optimistisch, "wissen werden wir es aber erst im Mai, wenn die
Analyse-Ergebnisse vorliegen."
"Ausschlaggebend ist, dass die Molkerei ab sofort wie angekündigt die
laufende Produktion wöchentlich auf HCB testet", so Schuster und
erklärt, dass geringe Spuren von HCB durchaus vorkommen können, aber
genauestens auf die Werte geachtet werden muss: "Der gesetzliche
Grenzwert für HCB in Milch mit vier Prozent Fett beträgt zehn
Mikrogramm pro Kilogramm. Dieser Wert ist jedoch aus gesundheitlicher
Sicht zu hoch angesetzt. Es sollten daher nur Produkte verkauft
werden, in denen HCB nicht nachweisbar ist, so wie es auch das Ziel
der Sonnenalm-Molkerei ist." Die Nachweisgrenze von HCB in Milch
liegt bei den meisten Labors bei einem Mikrogramm pro Kilogramm. Für
fette Milchprodukte, in denen sich HCB konzentriert, kann jedoch
keine Molkerei in Europa garantieren, dass niemals kleinste Spuren an
HCB enthalten sind. Denn HCB ist ähnlich wie Dioxine sehr häufig in
der Umwelt anzutreffen, einerseits im Boden als Folge des Einsatzes
als Pestizid bis in die 1980er Jahre, andererseits auch, weil es bei
vielen Verbrennungsprozessen in kleinsten Mengen entsteht.
Abschließend appelliert Schuster an die Kärntner Bevölkerung den
Neustart des für die Region wichtigen Arbeitgebers und
Vorzeigebetriebs zu unterstützen: "Dass der HCB-Skandal vor allem die
Sonnenalm-Molkerei als ökologisches beziehungsweise
landwirtschaftliches Vorzeigeprojekt an den Rande des Ruins gebracht
hat, war sehr schmerzlich. Der Neustart ist wichtig und
unterstützenswert, deshalb werden wir diesen begleiten und hoffen auf
das Vertrauen der Bevölkerung", so der Greenpeace-Sprecher.
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