Nach HCB-Skandal: Greenpeace begleitet Neustart der Sonnenalm-Molkerei

Sonnenalm-Milchprodukte wieder bedenkenlos genießbar

Klein St. Paul / Wien (OTS) - Greenpeace begrüßt die heute von der Sonnenalm-Molkerei bei einer Pressekonferenz bekanntgegebene Wiederaufnahme der Produktion und begleitet den Prozess. Das heute veröffentlichte Konzept und das umfangreiche Umweltgift-Testprogramm wurde bereits im Vorfeld mit Greenpeace diskutiert. "Die Sonnenalm-Molkerei wird vorerst nur Milch aus dem steirischen Bezirk Murau verwenden, was eine sichere Produktion gewährleisten soll und mit umfangreichen Tests begleitet wird. Wir freuen uns, wieder grünes Licht für die Molkerei-Produkte geben zu können", so Chemiker und Greenpeace-Sprecher Herwig Schuster.

In den vergangenen Wochen wurden bei der Sonnenalm-Molkerei vier umfangreiche Testreihen durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass in keinem Produkt HCB nachweisbar war. Um auf Nummer sicher zu gehen, hat Greenpeace auch mögliche andere Umweltgift-Probleme im Bezirk Murau aus dem die Milch kommt, recherchiert. Die Molkerei und auch das Land Kärnten sind daraufhin allen Hinweisen gewissenhaft nachgegangen. Mittelfristig muss es aber Ziel sein, wieder mit lokaler Milch zu produzieren. Eine derartige Entscheidung kann jedoch erst getroffen werden, wenn das neue Heu geerntet und auf HCB analysiert wird. "Die Chancen, dass das neue Heu in Ordnung sein wird, stehen aus heutiger Sicht gut", zeigt sich Schuster optimistisch, "wissen werden wir es aber erst im Mai, wenn die Analyse-Ergebnisse vorliegen."

"Ausschlaggebend ist, dass die Molkerei ab sofort wie angekündigt die laufende Produktion wöchentlich auf HCB testet", so Schuster und erklärt, dass geringe Spuren von HCB durchaus vorkommen können, aber genauestens auf die Werte geachtet werden muss: "Der gesetzliche Grenzwert für HCB in Milch mit vier Prozent Fett beträgt zehn Mikrogramm pro Kilogramm. Dieser Wert ist jedoch aus gesundheitlicher Sicht zu hoch angesetzt. Es sollten daher nur Produkte verkauft werden, in denen HCB nicht nachweisbar ist, so wie es auch das Ziel der Sonnenalm-Molkerei ist." Die Nachweisgrenze von HCB in Milch liegt bei den meisten Labors bei einem Mikrogramm pro Kilogramm. Für fette Milchprodukte, in denen sich HCB konzentriert, kann jedoch keine Molkerei in Europa garantieren, dass niemals kleinste Spuren an HCB enthalten sind. Denn HCB ist ähnlich wie Dioxine sehr häufig in der Umwelt anzutreffen, einerseits im Boden als Folge des Einsatzes als Pestizid bis in die 1980er Jahre, andererseits auch, weil es bei vielen Verbrennungsprozessen in kleinsten Mengen entsteht.

Abschließend appelliert Schuster an die Kärntner Bevölkerung den Neustart des für die Region wichtigen Arbeitgebers und Vorzeigebetriebs zu unterstützen: "Dass der HCB-Skandal vor allem die Sonnenalm-Molkerei als ökologisches beziehungsweise landwirtschaftliches Vorzeigeprojekt an den Rande des Ruins gebracht hat, war sehr schmerzlich. Der Neustart ist wichtig und unterstützenswert, deshalb werden wir diesen begleiten und hoffen auf das Vertrauen der Bevölkerung", so der Greenpeace-Sprecher.

Rückfragen & Kontakt:

Herwig Schuster
Chemiker
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: +43 (0)664 431 92 14
E-Mail: herwig.schuster@greenpeace.org

Melanie Aldrian
Pressesprecherin
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: +43 (0)664 61 26 725
E-Mail: melanie.aldrian@greenpeace.org

www.greenpeace.at; twitter.com/greenpeaceAT; facebook.com/greenpeaceAT

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP0001