Energieabschaltungsprävention: AK und LINZ AG wollen „helfen, bevor das Licht ausgeht“.

Linz (OTS) - Gemeinsam mit der LINZ AG und mehreren Sozialeinrichtungen hat die Arbeiterkammer Oberösterreich ein Projekt gestartet, um in Not geratenen Menschen beim Energiesparen zu helfen und Härtefälle durch Abschaltungen zu vermeiden. So soll in Kälteperioden zeitlich begrenzt auf Abschaltungen verzichtet werden. "Wir wollen helfen, bevor das Licht ausgeht, und einen Beitrag zur Sicherung von Lebensqualität im Raum Linz leisten", erklärten AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer und LINZ AG-Generaldirektor DI Erich Haider heute bei einer Pressekonferenz.

Vereinbart wurden gemeinsame Energieberatungsaktivitäten, ein temporärer Verzicht auf Abschaltungen in Ausnahmesituationen wie Kälteperioden, die Einführung eines "Roten Telefons" für den schnellen Kontakt zwischen Sozialorganisationen und LINZ AG in Härtefällen sowie ein neues Mahnverfahren: Die Zeitspanne zwischen der Fälligkeit der Rechnung und einer möglichen Energiesperre wurde von sechs Wochen auf drei Monate verlängert.

Etwa ein bis zwei Prozent der Kunden/-innen der LINZ AG sind derzeit von Abschaltungen mehr oder weniger stark bedroht. Diese Zahl wollen die Projektpartner reduzieren - auch vor dem Hintergrund einer angespannten Wirtschaftslage mit hoher Arbeitslosigkeit.

Bei der Arbeiterkammer hat das Thema Energiearmut schon länger einen hohen Stellenwert, sind doch in Oberösterreich bis zu 30.000 Menschen von Energiearmut mehr oder weniger bedroht. Dabei handelt es sich um eine Situation, in der es jemandem zumindest vorübergehend nicht mehr möglich ist, ausständige Rechnungen beim Energieversorger zu bezahlen, wodurch die Bedrohung einer Energieabschaltung im Raum steht. Dort, wo Energiearmut nicht nur auf Einkommensarmut beruht, sondern auch einen (unnötig) hohen Energieverbrauch als Ursache hat, setzt das von der Arbeitsgruppe ausgearbeitete Modell stark auf Beratung: Für potenziell Betroffene wurden eigene Informationsblätter in mehreren Sprachen gestaltet. Diese werden von den Sozialorganisationen verteilt. Deren Mitarbeiter/-innen werden in einer speziellen Schulung durch die LINZ AG in die Lage versetzt, die wichtigsten Aspekte rund ums Thema Energiesparen auch selbst zu beraten.
Für unlösbare und unverschuldete Härtefälle wurde auch über die Einrichtung eines entsprechenden Sozial- bzw. Solidaritätsfonds diskutiert. Diese Möglichkeit wird noch näher geprüft, der Arbeitskreis wird also seine Beratungen jedenfalls noch eine Weile fortsetzen. "Das sollte die Möglichkeit eröffnen, auch andere Energieversorgungsunternehmen ins Boot zu holen.", so AK-Präsident Kalliauer."

Für LINZ AG-Generaldirektor Haider steht fest: "Jede Abschaltung ist eine zu viel. Deshalb werden wir nicht nur die vereinbarten Maßnahmen umsetzen, wir wollen das Projekt auch weiterentwickeln und ausbauen." Wie Kalliauer denkt auch Haider an die Einbeziehung weiterer Energielieferanten.

Als Vertreter eines der beteiligten Sozialvereine sieht auch Hubert Mittermayr, Geschäftsführer des Verein Wohnplattform, das Projekt äußerst positiv: "Wir hoffen, dass damit ein weiterer Baustein zum Wohnungserhalt für gefährdete Haushalte geschaffen wird."

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