USA: Seattle als Alternative zu Silicon Valley

Washington State ist eine interessante Hightech-Destination für österreichische Unternehmen

Wien (OTS) - Washington State grenzt im Nordwesten der USA an Kanada und weist mit seiner exportorientierten und diversifizierten Wirtschaft Parallelen zu Österreich auf: sieben Millionen Einwohner, eine 375 Mrd. USD Wirtschaft und Fokussierung auf Hightech. Boeing, Microsoft, Amazon und Starbucks haben dort ihren Sitz. "Luft- und Raumfahrt, Life Science, IT und Clean Tech sind interessante Kooperationsbereiche für österreichische Unternehmen", sagt Rudolf Thaler, österreichischer Wirtschaftsdelegierter in Los Angeles. AMAG, austriamicrosystems, FACC, Schiebel, TTTech Computertechnik, u.a. sind Bestandteil der Zulieferkette des weltgrößten Aerospace-Clusters. Das Innsbrucker Ingenieursbüro ILF hat dort sein Nordamerika-Hauptquartier und betreut mit drei weiteren US-Niederlassungen Projekte in den Bereichen Erdöl, Energie, Wasser und Infrastruktur. Bei der kalifornischen Hochgeschwindigkeitsstrecke ist ILF verantwortlich für die Tunnelsegmente. Neben dem Faible für Wein - der Evergreen State ist der zweitgrößte Produzent von Premium-Weinen in den USA - ergeben sich weitere Parallelen beim Wintersport. Der zunehmende Schneemangel eröffnet Chancen für Lieferanten von Beschneiungsanlagen und dem Ausbau der Liftinfrastruktur. Washington State importierte 2014 österreichische Waren im Wert von 180 Mio. USD und exportierte nach Österreich vergleichsweise 43,1 Mio. USD.

Thaler: "Die Aerospace Industrie ist mit 267.000 Jobs der wichtigste Arbeitgeber und Wirtschaftsmotor. Jährlich werden 1.200 bemannte und unbemannte Flugzeuge produziert. Zunehmend entwickelt sich die Region mit ihren hochqualifizierten Mitarbeitern zum Zentrum der kommerziellen Space-Industrie: Etwa 30 Space-Unternehmen exkl. Boeing beschäftigen 2.000 Mitarbeiter." Erst kürzlich siedelte sich die kalifornische SpaceX mit einem Satellitenunternehmen an. Der Evergreen State ist der größte Hydropower Produzent in den USA. Nahezu drei Viertel der Energie wird aus Wasserkraft gewonnen. Kleinwasserkraftwerke sind aufgrund des Widerstandes der Stämme kein Thema, da sie die Lachswanderung beeinflussen. Die staatliche Vorgabe an die großen Elektrizitätserzeuger ist, 15% der Energie aus neuen Energiequellen wie Wind und Solar zu gewinnen.

Im Februar wurden in der Hauptstadt Olympia eine Reihe von Gesetzesvorlagen diskutiert. So beispielsweise der Einsatz von nuklearen Kleinkraftwerken. Großen Elektrizitätsunternehmen sollen alternative Möglichkeiten zur CO2 Reduzierung durch die Installierung von Ladestationen für E-Autos eingeräumt werden. Ein 15 Mrd. USD schweres Transportpaket sieht die Anhebung der Benzinsteuer für den Bau von Straßen, Fährverbindungen, Brücken, Fahrrad- und Fußwegen vor, womit vor allem Tausende von Jobs geschaffen werden.

Seattle boomt

Der Großraum Seattle verfügt unter den 366 US-Metropolen nach Washington D.C. und Des Moines, Iowa über die stärkste lokale Wirtschaft. Baukräne bestimmen das Stadtbild, denn der florierende Tech-Sektor benötigt Wohn- und Büroflächen. Washington State ist ein Zentrum der Informations- und Kommunikationstechnologie. Das eineinhalb Stunden entfernt gelegene kalifornische Silicon Valley steht zwar im Rampenlicht, wird aber mit den hohen Mieten und Gehältern für Spitzenfachkräfte ein zunehmend teures Pflaster. Thaler: "Seattle möchte sich mit vergleichsweise günstigen Immobilienpreisen, einem Pool an qualifizierten Fachkräften und einem attraktiven Ecosystem der internationalen Startup-Szene als Alternative zu Silicon Valley anbieten." Jährlich setzt die IKT-Branche mit ihren 3.000 Software- und mobilen Technologiefirmen sowie 300 digitalen Spieleentwicklern 25 Mrd. USD um. Mit über 11.000 Angestellten hat Washington State den höchsten Personalstand bei Videospielen und ist Spitzenreiter bei Software Publishing und Computer Systems Design. Washington State ist mit Firmen wie T-Mobile und HTC führend bei der Entwicklung mobiler Applikationen. Startups werden Seattle künftig mehr auf ihrem Radar haben. (PWK194/BS)

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Dr. Rudolf Thaler
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