• 17.03.2015, 09:00:02
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Hustenstiller verbessert Blutzuckerwerte bei Diabetes mellitus

Wien (OTS) - Der Wirkstoff Dextromethorphan, der in vielen
rezeptfreien, hustenstillenden Mitteln enthalten ist, kann
nachweislich die Blutzuckerwerte bei Typ-2-Diabetes (Diabetes
mellitus) verbessern. Das ist das Ergebnis einer aktuellen,
internationalen Studie unter maßgeblicher Mitarbeit des Zentrums für
Physiologie und Pharmakologie der MedUni Wien, die nun in der
Top-Fachzeitschrift "Nature Medicine" veröffentlicht wurde.

Die Forschergruppe am Institut für Physiologie und Pharmakologie
unter der Leitung von Marjan Slak Rupnik konnte mit Hilfe
elektrophysiologischen Methoden, die Ströme durch Zellmembrane
messbar machen, zeigen, dass der Wirkstoff Dextrometorphan die
Perioden der elektrischen Aktivität in Betazellen verlängern kann.
Genau in diesen Perioden, in den so genannten Bursts, schütten die
Zellen Insulin aus.

Die WissenschafterInnen wiesen nach, dass der Wirkstoff über so
genannte NMDA-Rezeptoren die Betazellen in der Bauchspeicheldrüse
dazu anregt, mehr Insulin bei erhöhten Blutzucker-Werten
auszuscheiden. Dadurch konnte der Blutzucker verbessert werden,
während gleichzeitig die so genannten Zuckerspitzen, also Phasen mit
besonders hohen Blutglukose-Konzentrationen, verringert werden
konnten.

Auch für Typ-1-DiabetikerInnen nützlich

Slak Rupnik: "Unsere Studien lassen auch den Schluss zu, dass der
getestete Hustenstiller die Betazellen vor dem Zelltod schützen
könnte, das wäre auch für Typ-1-Diabetiker sehr nützlich." Deren
Diabetes verschlechtert sich im Verlauf der Erkrankung zusehends,
wodurch es - trotz Verbesserung der Blutzucker-Werte direkt nach dem
Start der Insulin-Therapie - zu einem dauerhaft hohen Insulinbedarf
kommt. Dafür wird unter anderem das Absterben der Betazellen oder
zumindest eine verminderte Ausschüttung von Insulin durch diese
Zellen verantwortlich gemacht. Weitere Studien sollen nun klären, ob
der Hustenstiller die Betazellen wirklich schützt, wenn man ihn
gemeinsam mit herkömmlichen Diabetes-Therapien einsetzt.

Die Studie wurde in Zusammenarbeit der MedUni Wien (Zentrum für
Physiologie und Pharmakologie) mit der Heinrich-Heine-Universität
Düsseldorf, dem Universitätsklinikum Düsseldorf und dem Institut für
Betazellbiologie des Deutschen Diabetes-Zentrums durchgeführt.

Service: Nature Medicine

"Characterization of pancreatic NMDA receptors as possible drug
targets for diabetes treatment." E. Lammert, J. Marquard , S. Otter ,
A. Welters , A. Stirban , J. Eglinger , D. Herebian , O. Kletke , M.
Skelin Klemen , A. Stozer , S. Wnendt , L. Piemonti , M. Köhler , F.
Schliess , M. Slak Rupnik , T. Heise , P. Berggren , N. Klöcker , T.
Meissner , E. Mayatepek , D. Eberhard , M. Kragl , J. Ferrer, B.
Thorens, A. Fischer. Nature Medicine, Feb 2015. DOI: 10.1038/nm.3822.

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