- 16.03.2015, 11:28:12
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Steuerreform: Österreich bleibt Spitzenreiter bei Vermögensungleicheit
Lohnsteuerreform entlastet Männer fast doppelt so hoch wie Frauen
Utl.: Lohnsteuerreform entlastet Männer fast doppelt so hoch wie
Frauen =
Wien (OTS) - Für das globalisierungskritische Netzwerk Attac versagt
die aktuelle Steuerreform der Bundesregierung völlig im Kampf gegen
die explodierende Ungleichheit.
"Österreich weist die höchste Vermögensungleichheit in der Eurozone
auf (1). Diese traurige Spitzenposition bleibt durch die aktuelle
Steuerreform unangetastet. Ohne Erbschafts- und Vermögenssteuer wird
die explodierende Vermögenskonzentration nicht einmal ansatzweise
gebremst", kritisiert Alexandra Strickner von Attac Österreich.
Während das reichste Prozent in Österreich nach Schätzung von Attac
über ein Gesamtvermögen zwischen 600 und 660 Milliarden Euro verfügt,
sollen bei der Steuerreform lediglich 350 Millionen Euro aus dem
Bereich Vermögen kommen. OECD, IWF und UNO sind sich mittlerweile
einig, dass wachsende Ungleichheit die aktuell die größte ökonomische
und politische Gefahr darstellt.
Der Verzicht auf Vermögens- oder Erbschaftssteuern lässt zudem keinen
Spielraum für wichtige Zukunftsinvestitionen in Bildung, Pflege oder
Gesundheit oder ökologische Projekte. "Die wacklige Gegenfinanzierung
legt den Grundstein für künftige Kürzungspakete im Sozial und
Bildungsbereich, von denen die Mehrheit der Menschen betrofffen sein
wird", warnt Strickner.
Eine Lohnentlastung von Männern für Männer
Die Reform der Lohnsteuer ist für Attac vom Volumen her grundsätzlich
zu begrüßen. Allerdings werden Männer dabei mit 2,8 Milliarden Euro
fast doppelt so hoch entlastet wie für Frauen mit 1,5 Milliarden (3).
Durch die geplanten Absenkungen der Steuersätze geht der Löwenanteil
der Entlastung ausgerechnet an die höheren und hohen Einkommen. In
diesen Einkommensbereichen sind Frauen bekanntermaßen geringer
vertreten. "Die geplante Senkung der Steuersätze im hohen
Einkommensbereich sowie die Anhebung der Grenze des bisherigen
Spitzensteuersatz von 50 Prozent sind kontraproduktiv.
Besserverdienende profitieren ohnehin von der Senkung der
Lohnsteuersätze im unteren Bereich mit", erklärt Elisabeth Klatzer
von FeministAttac.
Bankgeheimnis ohne Ausnahmen abschaffen
Attac begrüßt die geplante Aufhebung des Bankgeheimnisses und die
Pläne für ein zentrales Kontenregister. Sofern dies ohne Ausnahmen
umgesetzt wird, könnte damit auch der Steuerbetrug vermögender
Einzelpersonen bekämpft werden. Ein völliges Ende des
Bankgeheimnisses wäre auch die Voraussetzung um in Zukunft alle
Einkommensarten - also auch Zinsen, Dividenden und Aktienkursgewinnne
- gleich progressiv wie Einkommen aus Arbeit besteuern zu können.
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(1) The distribution of wealth between households - Research note
11/2013 by Eva Sierminska with Márton Medgyesi (2013) S. 10.
http://ec.europa.eu/social/BlobServlet?docId=11782&langId=en
(2) Eine Studie der Universität Linz beziffert das Gesamtvermögen des
reichsten Prozent im Jahr 2010 mit 470 Milliarden Euro. Schätzungen
zufolge wuchsen die größten Vermögen im Jahr 2013 mit 7 Prozent. Auch
Piketty errechnet jährliche Zuwachsraten in diesem Bereich. Auf Basis
eines jährlichen Zuwachses von - konservativ geschätzten - 5 bis 7
Prozent ergibt sich daher ein aktueller Vermögensstand von rund 600 -
650 Milliarden Euro für das reichste Prozent in Österreich.Studie der
Uni Linz: Vermögen in Österreich: http://bit.ly/1wPr20s
(3) Das ergibt die Berechnung mit dem Soresi Modell des
Sozialministeriums
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