OECD: Psychisch krank im Job - Krankenkassen und Arbeitgeber müssen früher reagieren

Rasche Hilfe bei psychischen Erkrankungen minimiert Folgeschäden

Wien (OTS) - Bis zu 50 Prozent aller neuen Anträge auf Arbeitsunfähigkeit, erfolgen in den OECD-Ländern, darunter auch Österreich, aufgrund psychischer Erkrankungen. Dieses Ergebnis liefert der neue Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) "Fit Mind, Fit Job: From Evidence to Practice in Mental Health and Work". Menschen mit Angstzuständen und Depressionen, also leichten bis mittelschweren psychischen Störungen, verlieren laut Bericht doppelt so häufig ihre Jobs als Gesunde. Dazu folgen private Probleme wie soziale Ausgrenzung und steigendes Armutsrisiko, das wiederum ein Problem für die Wirtschaft darstellt. Psychische Erkrankungen verursachen demnach europaweit Kosten von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Je früher psychische Erkrankungen behandelt werden, desto besser

Laut OECD können vom Auftreten erster Anzeichen bis zum Beginn einer Psychotherapie bis zu zehn Jahre vergehen. "Das ist viel zu lang", betont Dr. Peter Stippl, Präsident des Österreichischen Bundesverbands für Psychotherapie. "Wir schließen uns dem OECD-Bericht an, dass ein langes Zuwarten die Situation nur verschlimmert. Alle psychisch leidenden Menschen müssen rasch psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen können." Jede Hilfe, die Schulen oder Arbeitgeber anbieten, kann ein Abbrechen der Schule oder einen Arbeitsaustritt verhindern und mit guter Unterstützung somit den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.

Damit Menschen mit psychischen Erkrankungen eine Chance am Arbeitsplatz haben bzw. den bestehenden Job halten können, appelliert die OECD an Gesundheitssysteme und Arbeitsmarktstellen, besser zusammenzuarbeiten und qualifizierte Fachkräfte miteinzubeziehen. Laut OECD und ÖBVP müssen sich die Bedürfnisse psychisch Kranker und die Hilfe, die sie erhalten decken. "Für jede psychisch kranke PatientIn muss ein einfacher Zugang zur Psychotherapie gewährleistet sein und für jeden muss Psychotherapie leistbar sein. Der Wohnort oder unterschiedliche Krankenversicherungen dürfen nicht ausschlaggebend dafür sein, ob man psychotherapeutisch optimal versorgt wird oder nicht.", sagt Stippl.

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