Wiener Spitalsärzte lehnen Verhandlungsergebnis mit KAV ab

87,44 Prozent stimmten dagegen – um 12.00 Uhr Pressegespräch mit Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres

Wien (OTS) - Die in den Spitälern des Wiener Krankenanstaltenverbunds tätigen Ärztinnen und Ärzte haben das zwischen der Gemeinde Wien, der Gewerkschaft, dem Personalgruppenausschuss sowie der Ärztekammer ausverhandelte neue Arbeitszeitmodell mit großer Mehrheit abgelehnt. Insgesamt sprachen sich 87,44 Prozent dagegen aus, nur 12,56 Prozent stimmten dafür. Die Beteiligung an der Urabstimmung lag bei 74,71 Prozent. Für heute, Montag, 12.00 Uhr hat Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres in der Ärztekammer, 1010 Wien, Weihburggasse 10-12, kurzfristig eine Pressekonferenz einberufen.

Laut Beschluss der Kurie angestellte Ärzte ist das Ergebnis der vom 5. bis 8. März 2015 online stattgefundenen Urabstimmung dann als bindend anzusehen, wenn mindestens 50 Prozent der Abstimmungsberechtigten ihre Stimme abgegeben haben. Diese Marke wurde mit deutlicher Mehrheit erreicht.

Noch sind die sich aus der Ablehnung ergebenden Konsequenzen unklar. Die Kurie wird noch diese Woche die weitere Vorgangsweise besprechen. Jedenfalls sei die Politik in der Stadt gut beraten, das Votum zur Kenntnis zu nehmen und nicht gegen die Interessen der Kollegenschaft zu entscheiden, so Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres in einer ersten Stellungnahme.

Szekeres hatte in den letzten Tagen und Wochen intensiven Kontakt mit vielen Kolleginnen und Kollegen: "Herausgekommen dabei ist, dass die Änderungen der Arbeitszeiten offenbar ein gravierender Eingriff in die Lebensplanung vieler Kolleginnen und Kollegen sind. Die Ängste sind groß, dass daraus Arbeitszeiten resultieren, die mit den privaten Planungen nicht mehr vereinbar sind."

Zweite Hauptsorge ist, dass die geplanten Personalreduktionen auch ohne nachhaltige Strukturveränderungen im Wiener Gesundheitssystem erfolgen könnten. Auch die Reduktion von Nachtdiensten schon ab 1. Juli 2015 scheint - so wie es der Wiener Krankenanstaltenverbund plant - für die Kollegenschaft nicht akzeptabel. Szekeres räumt ein, dass in dieser Frage bei der Kommunikation aber "einiges nicht ideal gelaufen ist, weil sämtliche Vereinbarungen unter der absoluten Präambel gestanden sind, dass die Patientenversorgung darunter nicht zu leiden hat".

Die nächsten Tage werden zeigen, wie es weitergeht. Szekeres: "Ich denke, dass alle Beteiligten gut beraten wären, das Votum der Kolleginnen und Kollegen auch im Sinne der Patienten richtig zu interpretieren. Das bedeutet, dass man bei den Arbeitszeiten und den Rahmenbedingungen gemeinsam nachdenken sollte, wie man das Vertrauen der Kollegenschaft erreicht, damit die Arbeitsbelastung nicht bei den engagierten Kolleginnen und Kollegen hängen bleibt." (hpp)

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