• 09.03.2015, 09:44:15
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Wiener Spitalsärzte lehnen Verhandlungsergebnis mit KAV ab

87,44 Prozent stimmten dagegen – um 12.00 Uhr Pressegespräch mit Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres

Utl.: 87,44 Prozent stimmten dagegen – um 12.00 Uhr Pressegespräch
mit Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres =

Wien (OTS) - Die in den Spitälern des Wiener Krankenanstaltenverbunds
tätigen Ärztinnen und Ärzte haben das zwischen der Gemeinde Wien, der
Gewerkschaft, dem Personalgruppenausschuss sowie der Ärztekammer
ausverhandelte neue Arbeitszeitmodell mit großer Mehrheit abgelehnt.
Insgesamt sprachen sich 87,44 Prozent dagegen aus, nur 12,56 Prozent
stimmten dafür. Die Beteiligung an der Urabstimmung lag bei 74,71
Prozent. Für heute, Montag, 12.00 Uhr hat Ärztekammerpräsident Thomas
Szekeres in der Ärztekammer, 1010 Wien, Weihburggasse 10-12,
kurzfristig eine Pressekonferenz einberufen.

Laut Beschluss der Kurie angestellte Ärzte ist das Ergebnis der
vom 5. bis 8. März 2015 online stattgefundenen Urabstimmung dann als
bindend anzusehen, wenn mindestens 50 Prozent der
Abstimmungsberechtigten ihre Stimme abgegeben haben. Diese Marke
wurde mit deutlicher Mehrheit erreicht.

Noch sind die sich aus der Ablehnung ergebenden Konsequenzen
unklar. Die Kurie wird noch diese Woche die weitere Vorgangsweise
besprechen. Jedenfalls sei die Politik in der Stadt gut beraten, das
Votum zur Kenntnis zu nehmen und nicht gegen die Interessen der
Kollegenschaft zu entscheiden, so Ärztekammerpräsident Thomas
Szekeres in einer ersten Stellungnahme.

Szekeres hatte in den letzten Tagen und Wochen intensiven Kontakt
mit vielen Kolleginnen und Kollegen: "Herausgekommen dabei ist, dass
die Änderungen der Arbeitszeiten offenbar ein gravierender Eingriff
in die Lebensplanung vieler Kolleginnen und Kollegen sind. Die Ängste
sind groß, dass daraus Arbeitszeiten resultieren, die mit den
privaten Planungen nicht mehr vereinbar sind."

Zweite Hauptsorge ist, dass die geplanten Personalreduktionen auch
ohne nachhaltige Strukturveränderungen im Wiener Gesundheitssystem
erfolgen könnten. Auch die Reduktion von Nachtdiensten schon ab 1.
Juli 2015 scheint - so wie es der Wiener Krankenanstaltenverbund
plant - für die Kollegenschaft nicht akzeptabel. Szekeres räumt ein,
dass in dieser Frage bei der Kommunikation aber "einiges nicht ideal
gelaufen ist, weil sämtliche Vereinbarungen unter der absoluten
Präambel gestanden sind, dass die Patientenversorgung darunter nicht
zu leiden hat".

Die nächsten Tage werden zeigen, wie es weitergeht. Szekeres: "Ich
denke, dass alle Beteiligten gut beraten wären, das Votum der
Kolleginnen und Kollegen auch im Sinne der Patienten richtig zu
interpretieren. Das bedeutet, dass man bei den Arbeitszeiten und den
Rahmenbedingungen gemeinsam nachdenken sollte, wie man das Vertrauen
der Kollegenschaft erreicht, damit die Arbeitsbelastung nicht bei den
engagierten Kolleginnen und Kollegen hängen bleibt." (hpp)

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NAW

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