• 06.03.2015, 10:44:17
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UGöD: Keine Verländerung des Schulsystems – für eine bundesweit einheitliche Verwaltung

Von Landespolitik bestellte DirektorInnen sind keine Garantie für autonom-demokratische Schulen. NMS ist keine sozial-integrative, fördernde Gesamtschule.

Utl.: Von Landespolitik bestellte DirektorInnen sind keine Garantie
für autonom-demokratische Schulen. NMS ist keine
sozial-integrative, fördernde Gesamtschule. =

Wien (OTS) - Die Unabhängige GewerkschafterInnen in der GÖD nehmen
zur laufenden Schuldiskussion Stellung: sie sind dabei klar und
unmissverständlich für eine einheitliche Bundeskompetenz für Schulen,
Schulentwicklung und für LehrerInnen, für Bildungsdirektionen als
nachgeordnete Bundesbehörden, sowie für eine gemeinsame,
sozial-integrative Pflichtschule und für eine demokratische verfasste
Schulautonomie.

Zwt: Projekt NMS scheitert am unveränderten Nebeneinander von
Hauptschule und Gymnasium

Der Evaluationsbericht bestätigt für den unabhängigen
APS-Gewerkschafter Wilfried Mayr, "dass die Neue Mittelschule trotz
zusätzlicher Stunden und Dienstposten keine gemeinsame Schule
geworden ist, denn am Auseinanderdividieren der 10-Jährigen in alte
Hauptschule (aHS) und AHS-Unterstufe hat sich nichts geändert." Der
Versuch der SPÖ-Unterrichtsministerin Schmied, mit verbesserten
Ressourcen und Lernbedingungen der NMS auch AHS-Standorte für die
gemeinsame Schule zu gewinnen, war kein Schritt in Richtung
gemeinsame Schule, sondern eine Kapitulation vor dem
reformresistenten Koalitionspartner ÖVP."

Für die Unabhängigen GewerkschafterInnen war die Zustimmung der
ÖVP-Landeshauptleute zur flächendeckenden Einführung der NMS an
"ihren" Landes-Hauptschulen kein Gesamtschulkompromiss, sondern eine
gute Möglichkeit, zusätzliche, vom Bund bezahlte
LandeslehrerInnen-Dienstposten zu bekommen. Die widmungsgemäße
Verwendung konnte vom Bund nur im Nachhinein kontrolliert werden. Die
Bundes-ÖVP hat diesem Deal 2012 zugestimmt und mit der SPÖ die
landesparteipolitisch erwünschte NMS neuen Regel-Hauptschule gemacht.

Die von Schmied angestrebte personelle Kooperation von
NMS-Hauptschulen mit AHS-Unterstufen konnte nicht funktionieren. Das
Nebeneinander von neun Landesschulverwaltungen, die die
NMS-Hauptschulen und LandeslehrerInnen regieren, und dem für AHS und
BundeslehrerInnen zuständigen Bund hat das ebenso verhindert wie
ideologische und standespolitische Vorbehalte von AHS-LehrerInnen und
Eltern.

Zwt: Österreichs Schulen brauchen eine bundesweit einheitliche
Verwaltung, keine Verländerung und kein "Föderalistan"

"Das Beenden der Mehrgleisigkeiten ist eine Voraussetzung für das
Gelingen notwendiger Schulreformen. Nicht nur für die gemeinsame
Pflichtschule müssen die Landesschulräte und Landesschulämter durch
Bildungsdirektionen ersetzt werden, die für alle Schularten und alle
LehrerInnen zuständig sind, die Schulen beraten und unterstützen, und
die dem Bildungsministerium nachgeordnete Behörden sind", erklärt
UGÖD-Gewerkschafter Reinhart Sellner: "Den Landeshauptleuten
unterstellte Landes-Bildungsdirektionen sind kein Beitrag zur
Überwindung der föderalistische Zersplitterung, im Gegenteil."

Die ÖVP-Landeshauptleute Pühringer und Pröll haben am Wochenende
eine Kampagne für die Verländerung aller LehrerInnen, für noch mehr
Föderalismus und eine von den Landesparteien gegängelte
Schulautonomie gestartet. Der am 3. März veröffentlichte
NMS-Evaluationsbericht kommt da ungelegen, denn er stellt nicht nur
der Bundespolitik von SPÖ und ÖVP, sondern auch den für die
NMS-Hauptschulen zuständigen Landesschulverwaltungen ein schlechtes
Zeugnis aus.

Zwt: Schulautonomie braucht demokratische Mitbestimmung der
LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen!

Als Ausweg und zur Ablenkung vom NMS-Desaster muss einmal mehr die
Schulautonomie herhalten. "Für die ÖVP und für machtbewusste
Landeshauptleute soll mehr Autonomie für SchuldirektorInnen auch in
Zukunft den Landespartei-Einfluss auf die Bestellung der
DirektorInnen und auf `ihre´ LandeslehrerInnen sichern, die
Machtansprüche der Länder und das sozial benachteiligende
Nebeneinander von NMS und AHS-Unterstufe werden davon nicht berührt,"
schließt der UGÖD-Vorsitzende, "und beim Fortschreiben des
bildungsfeindlichen Budgetsparkurses sind sich beide
Regierungsparteien immer noch einig."

"Die Unabhängigen GewerkschafterInnen der UGÖD halten dagegen",
bringt es die Tiroler APS-Vertreterin der UGÖD auf den Punkt: Bildung
kostet. Eine neue österreichische Schule braucht

- klare bundesgesetzliche Entscheidungen über die Schulorganisation,
über Bildungs-, Lehr- und Lernziele,

- ausreichende und die soziale Lage der Lernenden berücksichtigende
Ressourcen für alle Schulen,

- autonome Schulen mit demokratisch gewählte Schulleitungsteams, die
Bildungsziele eigenverantwortlich, gemeinsam mit LehrerInnen,
SchülerInnen und Eltern umsetzen."

Für Gary Fuchsbauer, ÖLI-UG-Koordinator und stellvertretender
Vorsitzender der BMHS-Gewerkschaft, zeigt die NMS-Evaluation einmal
mehr, "dass verbesserte Ressourcen und motivierte, in ihrer Arbeit
unterstützte LehrerInnenteams gemeinsam mit ihren SchülerInnen das
Schulklima und damit auch die Lernsituation verbessern, Angst und
Aggressionsbereitschaft abbauen können."

Der Kampf für eine bessere, menschenfreundlichere Schule geht
weiter.

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