- 05.03.2015, 09:00:34
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Österreichische Hochschulkonferenz legt Empfehlungen zur Verbesserung der Qualität der Hochschulischen Lehre vor
Stellenwert der Lehre verstärkt in den Vordergrund stellen - neue gemeinsame Website online
Utl.: Stellenwert der Lehre verstärkt in den Vordergrund stellen -
neue gemeinsame Website online =
Wien (OTS) - Die Österreichische Hochschulkonferenz (HSK) gibt heute
umfangreiche Empfehlungen zur Aufwertung der hochschulischen Lehre
und der Verbesserung ihrer Qualität bekannt. Unter dem Vorsitz der
Österreichischen Hochschüler_innenschaft (ÖH) haben das
Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW),
die Fachhochschul-Konferenz (FHK), die Österreichische
Privatuniversitäten Konferenz (ÖPUK), die Universitätenkonferenz
(UNIKO) der Österreichische Wissenschaftsrat und die Konferenz der
Senatsvorsitzenden der österreichischen Universitäten (Senate) in
knapp zwei Jahren Schritte zur nachhaltigen Qualitätsverbesserung an
den Hochschulen erarbeitet. "Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe zeigen
auch, wie wichtig die enge Kooperation zwischen den
hochschulpolitischen Einrichtungen in der Abstimmung der Gestaltung
der Curricula ist. Besonders freut uns, dass die groß angelegte
Plattform 'Atlas guter Lehre' mit umfassenden 'good
practice'-Beispielen nun online und ab sofort nutzbar ist", so die
Verteter_innen der HSK.
Die Empfehlungen der HSK wurden Mitte Dezember dem zuständigen
Ministerium übermittelt und befinden sich teilweise bereits in
Umsetzung. "Die Hochschulen leisten hervorragende Arbeit im Bereich
der Lehre und diese Leistungen muss man sichtbar machen. Die Qualität
der Lehre ist entscheidend für die persönliche und berufliche
Weiterentwicklung unserer Studierenden und sie ist ein wesentliches
Kriterium, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen", so
Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner.
Auch die ÖH sieht die Empfehlungen der Arbeitsgruppe als
weitreichend. So wurde darauf geachtet, dass die Gestaltung der Lehre
im Mittelpunkt steht. Letztlich geht es um die Weiterentwicklung der
Lehrkompetenzen, für die das Feedback der Studierenden wichtige
Grundlage ist. "Zum einen ist es uns allen gelungen umfassende 'good
practice'-Beispiele zu sammeln und diese unter www.gutelehre.at
online für Lehrende und Lernende zur Verfügung zu stellen. An den
einzelnen Hochschulen gibt es schon zahlreiche Initiativen zur
Verbesserung der Lehrqualität, die bisher oft noch unbekannt sind.
Dieses 'Online Nachschlagewerk' ermöglicht eine systematische
Sichtung guter Praxisbeispiele. Davon sollen die Studierenden
maßgeblich profitieren", so Julia Freidl vom Vorsitzteam der ÖH: "Zum
anderen setzt der Bericht Schwerpunkte auf die studienzentrierte
Lehre und die studienrelevante Gesetzgebung. Ebenso ist der
Reformbedarf der Studieneingangsphase festgehalten. Wir empfehlen
zusätzliche Online-Plattformen, Schreibzentren und Veranstaltungen
mit Schreibcoaches zur besseren Orientierung."
"Es ist unbestritten, dass die Universitäten höchste Wirksamkeit über
bestens qualifizierte Absolvent_innen erzielen. Erfreulicherweise
werden die verstärkten Bemühungen um gute Lehr- bzw. Lernbedingungen
sichtbar und nun auch über einzelne Institutionen hinaus nutzbar
gemacht. Das schafft Synergien und erhöht den Qualitätswettbewerb",
so WU-Vizerektorin Edith Littich für das uniko-Forum Lehre.
"Lehre und Forschung sind Kernkompetenzen der Fachhochschulen. Die
FHK hat sich in den letzten Jahren verstärkt mit der Entwicklung von
Qualitätsindikatoren in diesen beiden Bereichen befasst. Die
Arbeitsgruppe der HSK zur Qualität in der Lehre hat es ermöglicht,
sich mit anderen Hochschultypen auszutauschen und auch
unterschiedliche Herangehensweisen in diesem Kontext zu erörtern. Aus
Sicht der Fachhochschulen ist die Einbindung der lokalen
Studierendenvertretungen vor allem in die
Lehrveranstaltungsevaluierung essenziell. Die Erfahrung zeigt uns,
dass sich dies positiv auf die Rücklaufquote bei
Studierendenbefragungen auswirkt und somit auch positiv auf die
Validität der Ergebnisse. Ebenso ist sicherzustellen, dass die
Studierenden von den Ergebnissen und den daraus abzuleitenden
Maßnahmen informiert werden. Dass der Weg, den die Fachhochschulen in
der Lehre beschreiten, der richtige ist, belegt auch ihr
erfolgreiches Abschneiden beim Staatspreis für exzellente Lehre ('Ars
docendi'), den sie 2014 in allen Kategorien gewonnen haben. Die
Arbeitsgruppe, die unter dem Vorsitz der ÖH getagt hat, sehen wir vor
diesem Hintergrund als eine wichtige sektorenübergreifende
Initiative", so Helmut Holzinger, Präsident der FHK.
Der Vorsitzende des Österreichischen Wissenschaftsrates, Prof. Jürgen
Mittelstrass, betont: "Die Diskussionen in der Arbeitsgruppe haben
mehrfach bestätigt, dass die Motivation der Lehrenden für die
Qualität der Lehre essentiell ist. Wie diese Motivation gefördert
werden kann, haben wir im Detail dargelegt; dazu gehört sicherlich
die positive Evaluierung durch Studierende oder Lehrpreise. Gute
Lehre sollte aber neben der Forschungstätigkeit genauso relevant für
die Karriere an einer Hochschule sein und im Leistungsprofil der
Hochschule weitaus prominenter dargestellt werden, als bisher.
Letztlich kann nur durch exzellente (forschungsgeleitete) Lehre, also
Lehre, die Studierende für das Fach begeistert, die bestmögliche
Bildung und Ausbildung vermittelt werden."
"Die Qualitätserwartung der Studierenden an die Lehre ist bei
Privatuniversitäten, insbesondere wenn sie sich aus Studiengebühren
finanzieren, besonders hoch. Innovative Hochschuldidaktik, die durch
den Einsatz neuartiger Lehrkonzepte, Lehrmethoden und
Lernergebnisorientierung zum Ausdruck kommt, hat für
Privatuniversitäten daher traditionell eine große Bedeutung. Ein
kollegialer Austausch von Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität
hochschulischer Lehre, wie von der Arbeitsgruppe entwickelt, dient
der Weiterentwicklung und ist zu begrüßen", sagt der Vorsitzende des
Dachverbandes der Privatuniversitäten Karl Wöber.
"Die Qualität der Lehre ist von grundlegender Bedeutung für den
Kompetenzerwerb Studierender. Die OECD hat in ihren Studien immer
wieder den Konnex zwischen Lehrqualität und Bildungserfolg
verdeutlicht. Die Chancen junger Menschen im Erwerbsleben werden
nicht durch den formalen Bildungsabschluss, sondern durch die
Bildungsinhalte bestimmt. Es kommt darauf an, die Studierenden zum
Denken anzuregen und zur Auseinandersetzung mit immer wieder neuen
Problemen anzuleiten. Die laufende Steigerung der Qualität der Lehre
ist den Universitäten daher ein wichtiges Anliegen", so die
Sprecherin der Senatsvorsitzenden, Gabriele Kucsko-Stadlmayer.
Nähere Infos unter: www.gutelehre.at
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