- 03.03.2015, 10:30:32
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"Jeder Beitrag ist von Bedeutung!"
HWA: Erfolgreiche Gesundheitsprogramme für Frauen und Mädchen
Utl.: HWA: Erfolgreiche Gesundheitsprogramme für Frauen und Mädchen =
Wien (OTS) - Angaben der Vereinten Nationen zufolge stirbt alle zwei
Minuten eine Frau wegen Komplikationen bei Schwangerschaft oder
Geburt. Auf jeden Fall von Müttersterblichkeit kommen 20 Frauen, die
oft ihr Leben lang unter Folgen von Geburtskomplikationen leiden.
"Wir kennen diese verheerenden Zahlen. Vor allem kennen wir aber die
menschlichen Tragödien, die sich dahinter verbergen. Gut durchdachte
Programme zur Gesundheitsvorsorge retten Menschen und verhindern
unsagbares Leid für Familien. Daher ist jeder Beitrag von Bedeutung",
sagt Heidi Burkhart, Geschäftsführerin von Hilfswerk Austria
International (HWA) und macht anlässlich des Weltfrauentages auf zwei
Beispiele in der HWA-Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam.
Müttersterblichkeit in Mosambik
Seit vielen Jahren ist HWA in Mosambik tätig, wo unter dem Motto
Comunidades Sanas (Gesunde Gemeinden) die medizinische Versorgung für
Frauen und Kinder in abgelegenen Dörfern sichergestellt wird. Dabei
geht es nicht um den "Import" von Wissen, Personal und Medikamenten,
sondern vielmehr darum, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie mit
einfachen Maßnahmen die Situation verbessert werden kann. Die
Einbeziehung traditioneller Heiler und Hebammen, die meist die ersten
Ansprechpartner/innen für Familien bei Gesundheitsfragen sind, ist
unbedingt notwendig. Denn das Misstrauen gegenüber dem modernen
Gesundheitssystem wird durch Bräuche, Traditionen und Überzeugungen
geschürt. Die hygienischen Bedingungen in den bescheidenen Hütten
sind derart schlecht, dass pro 100.000 Geburten 1.000 Mütter sterben.
Von 1.000 Geburten enden 64 für das Neugeborene tödlich. Durch den
länger als zehn Jahre dauernden partnerschaftlichen Ansatz, den HWA
verfolgt, konnte die Müttersterblichkeit in der Projektregion
drastisch reduziert werden. "Wir haben darauf hingewirkt, dass
Schwangere nicht bis zur letzten Minute vor der Geburt arbeiten, und
dass sie ausreichend essen. Schwangerschaft und Hygiene müssen ein
Dauerthema in den Gemeinden sein. Und das ist uns gelungen", sagt
Burkhart. Eine wichtige Rolle spielen speziell geschulte Frauen und
Männer, die die Lage in ihren Dörfern beobachten und den Kontakt zu
den Gesundheitsposten halten. "Sie achten z.B. darauf, dass nur
abgekochtes Wasser getrunken wird, um Durchfälle zu vermeiden und
dass die Latrinen verwendet und sauber gehalten werden." Eine bessere
Ausstattung von Gesundheitszentren und Mütterhäusern sei ebenso
wichtig. HWA baut auch Brunnen und installiert solarbetriebene
Pumpen, denn bisher mussten die Hochschwangeren von weit her schwere
Wassereimer schleppen. In den Frauenunterkünften gibt es Solar-Öfen,
auf denen sie gemeinsam kochen können. Frauen können sich ausruhen,
während sie die Geburt des Kindes erwarten.
Hilfswerk Austria International bildet in Mosambik dank der
Unterstützung des "RED CHAIRity"-Programms auch mobile Pflegemütter
aus, die sich derzeit um mehr als 200 Aids-Waisen kümmern: Nicht nur
die körperlichen Bedürfnisse der Kinder wurden durch
Gesundheitsuntersuchungen, vitaminreicher Ernährung und dem Bau von
16 neuen Wohnhäusern für Pflegefamilien gesichert. Jetzt wird eine
Schule inklusive Küche, Spielplatz, Bibliothek, Solaranlage und
Brunnen für ca. 450 Kinder gebaut. Zusätzlich werden Maßnahmen gegen
frühzeitigen Schulabbruch, v.a. bei Mädchen, und hochwertige
Weiterbildungen für Lehrende umgesetzt.
Kern des Erfolgs dieser Projekte bleibt die hohe Akzeptanz der
Hilfsmaßnahmen aus Österreich. Die wiederum setzt Achtung von
Traditionen voraus. HWA-Projektleiter Fredy Rivera: "Du kannst viel
in Gesundheitszentren stecken und du kannst Bewusstseinsbildung
innerhalb der Dorfgemeinschaften versuchen. Doch messbare und
menschlich spürbare Erfolge gibt es nur, wenn beides zusammenspielt."
Österreich-Spital in Haiti
Das gilt auch im bitterarmen Karibik-Staat Haiti, wo HWA ein
Mutter-Kind-Spital errichtet hat. In St. Louise du Nord fehlt jedoch
noch immer qualifiziertes Personal für die Versorgung von
Schwangeren, Müttern und Säuglingen. Jeden Monat suchen hunderte
Frauen das Krankenhaus auf, das daher jetzt um Ausbildungsräume für
die Fachkräfte erweitert wird. Hier klafft noch eine
Finanzierungslücke, für die HWA dringend Spender/innen sucht.
Gesundheitstrainer/innen sind in den Dörfern Haitis unterwegs,
informieren die Bevölkerung über Hygiene und Impfungen, versorgen
Schwangere und leiten sie gegebenenfalls an das Spital weiter. Der
Großteil der Gesundheitstrainer/innen sind Frauen, da sensible Themen
wie Schwangerschaft und Sexualität von ihnen leichter angesprochen
werden können. Die Einbindung von Männern ist jedoch besonders
wichtig, um Risiken in der Schwangerschaft zu erkennen und Frauen zu
unterstützen. Das Krankenhaus, das bereits der haitianischen
Gesundheitsbehörde übergeben wurde, verfügt über 20 Betten, ein
Laboratorium, Untersuchungsräume, eine Apotheke und eine Ambulanz.
Ärzteteam und Pflegepersonal werden im Rahmen von HWA-Projekten
weitergebildet, das Spital muss noch besser ausgestattet werden.
Der Fokus liegt weiterhin auf der medizinischen Versorgung von
Müttern und Kindern. Dazu zählen auch Impfprogramme. Durch die rasche
Behandlung von Infektionen und Durchfallerkrankungen kann die
Kindersterblichkeit auch in dieser Region reduziert werden.
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www.action2015.org
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