• 03.03.2015, 09:15:02
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Mit neuem Bildgebungsverfahren lässt sich die Belastbarkeit des Kreuzbandersatzes bei Kreuzbandriss exakt einschätzen

Wien (OTS) - Ein Fußballer kann sechs Monate nach Operation eines
Kreuzbandrisses - bei normalem Heilungsverlauf - wieder Fußball
spielen bzw. wieder zu trainieren beginnen. Diese Pause ist im
Profi-Fußball üblich, aber nur ein empirischer Wert, wie Siegfried
Trattnig von der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin
der MedUni Wien, betont. Künftig wird es aber möglich sein,
einerseits die Belastbarkeit des "neuen" Kreuzbandes und andererseits
auch das Risiko für einen neuerlichen Riss genau einzuschätzen - mit
einem neuen, an der MedUni Wien methodisch für die klinische Nutzung
entwickelten Bildgebungsverfahren, mit dem man die biomechanischen
Eigenschaften des Knies und des Kreuzbands messen kann.

Dabei handelt es sich um die so genannte gagCEST-Technik, deren
Grundidee von der New York University stammt. Die methodische
Weiterentwicklung für den Einsatz in der Klinik erfolgte dann am
Exzellenzzentrum für Hochfeld MR der Universitätsklinik für
Radiologie und Nuklearmedizin der MedUni Wien und wurde nun erstmals
bei PatientInnen mit operativem Ersatz des vorderen Kreuzbandes
eingesetzt. Damit ist es möglich, wichtige Bestandteile des Knorpels,
der Menisken und der Bänder des Kniegelenkes, die Glykosaminoglykane
(GAG) zu messen. Sie sind ein genereller Biomarker für die
biomechanischen Eigenschaften der Strukturen des Kniegelenkes.

Bei einer Kreuzband-Operation nach Riss des vorderen Kreuzbands
werden dem Betroffenen anstelle des kaputten Bandes körpereigene
Sehnen - zumeist sind es Sehnen aus dem Oberschenkel - als
Ersatz-Kreuzband eingesetzt. "Der menschliche Körper reagiert darauf,
indem er in einem monatelangen Prozess aus diesen Sehnen wieder ein
Ligament, also ein Band, macht", erklärt der MedUni Wien-Experte
anlässlich des europäischen Radiologenkongresses ECR, der von 4. bis
8. März im Austria Center Vienna stattfindet.

Mit der derzeit eingesetzten Standard-Magnetresonanz lässt sich
bisher nicht die Festigkeit des Bandes bestimmen, das gelingt aber
mit der neuen gagCEST-Technik. Trattnig: "Je mehr Glykosaminoglykane
wir im neuen Band messen können, desto besser sind seine Festigkeit
und Belastbarkeit. Damit lässt sich genau messen, wann anhand der
gemessene Werte im Heilungsverlauf eine höhere Belastung des Knies
möglich ist, aber auch, ob die so genannte Ligamentisierung, also die
Umwandlung von Sehne in ein Band, noch im Gang ist und das Risiko
für einen neuerlichen Riss des Kreuzbands besteht."

Die neue Technik wurde jetzt erstmals mit
7-Tesla-Ultra-Hochfeld-Magnetresonanztomographie an der MedUni Wien
eingesetzt, kann aber bei methodischer Weiterentwicklung auch auf den
üblicherweise im Einsatz befindlichen 3-Tesla-Geräten angewendet
werden.

Fünf Forschungscluster an der MedUni Wien

Insgesamt sind fünf Forschungscluster der MedUni Wien etabliert. Dort
werden in der Grundlagen- wie in der klinischen Forschung vermehrt
Schwerpunkte an der MedUni Wien gesetzt. Die Forschungscluster
umfassen medizinische Bildgebung, Krebsforschung/Onkologie,
kardiovaskuläre Medizin, medizinische Neurowissenschaften und
Immunologie. Die vorliegende Arbeit fällt inhaltlich in den
Themenbereich des Clusters für medizinische Bildgebung.

Europäischer Radiologenkongress der ECR im Austria Center Vienna
(4.-8. März 2015). Alle Infos: www.myesr.org.

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