Wirtschaftsleistung im IV. Quartal 2014 ohne Zugewinn

Wien (OTS) - Gemäß der Quartalsrechnung des WIFO stagnierte die österreichische Wirtschaftsleistung im IV. Quartal 2014 gegenüber dem Vorquartal. Gegenüber dem Vorjahr war ein Rückgang von 0,2% zu verzeichnen. Für das gesamte Jahr ergibt sich ein Wirtschaftswachstum von unverändert 0,3%. Die leichte Verstärkung der außenwirtschaftlichen Impulse gegen Jahresende 2014 fiel zu gering aus (Exporte i. w. S. +0,2%, Importe i. w. S. -0,5%), um der Schwäche der Binnennachfrage (Investitionen, privater Konsum) entgegenzuwirken.

Die heimische Wirtschaft wuchs gemäß der WIFO-Quartalsrechnung im IV. Quartal 2014 nicht (Stagnation gegenüber dem III. Quartal 2014, -0,2% im Jahresabstand). Gegenüber der Schnellschätzung von Ende Jänner 2015 hat sich das gesamtwirtschaftliche Konjunkturbild für das Jahr 2014 nicht wesentlich verändert. Im I. und II. Quartal 2014 hatte die heimische Wirtschaft um 0,1% expandiert, im III. Quartal bereits stagniert (jeweils gegenüber dem Vorquartal). Für das Jahr 2014 ergibt sich insgesamt ein Wirtschaftswachstum von 0,3%, unter Berücksichtigung der Zahl der Arbeitstage ein geringfügig höherer Anstieg (+0,4%).

Abbildung 1: Entwicklung des realen Bruttoinlandsproduktes - auf der WIFO-Website (http://www.wifo.ac.at/wwa/puid/50961)

Gedämpft wurde das Ergebnis im IV. Quartal 2014 weiterhin durch die flaue Konsumnachfrage der privaten Haushalte (Stagnation gegenüber dem III. Quartal 2014, nur +0,4% im Jahresabstand) sowie die anhaltende Investitionszurückhaltung der Unternehmen (Bruttoanlageinvestitionen -1,1% gegenüber dem III. Quartal 2014, -1,5% gegenüber dem IV. Quartal 2013). Am stärksten rückläufig waren im IV. Quartal - neben den Investitionen in Maschinen und Geräte -die Bauinvestitionen und die Fahrzeuginvestitionen.

Übersicht 1: Ergebnisse der vierteljährlichen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung - auf der WIFO-Website
(http://www.wifo.ac.at/wwa/puid/50961)

Einen positiven Wachstumsbeitrag lieferte nach Einarbeitung revidierter Daten der Außenhandel. Die Exporte von Waren und Dienstleistungen stiegen im IV. Quartal 2014 um 0,2% gegenüber dem Vorquartal, die Importe sanken hingegen um 0,5%. Auch für das III. Quartal 2014 ergibt sich nach der Revision ein positiver Außenbeitrag, für die erste Jahreshälfte 2014 hingegen ein negativer. Im gesamten Jahr 2014 stiegen die Importe von Waren und Dienstleistungen real um 2,4%, die Exporte etwas schwächer um 1,5%.

Die Ergebnisse sowohl für die heimische Warenproduktion als auch für die Bauproduktion mussten gegenüber der Schnellschätzung geringfügig nach unten revidiert werden. Gemäß der vorliegenden Quartalsrechnung verringerte sich die Wertschöpfung in der Warenproduktion im IV. Quartal 2014 gegenüber der Vorperiode real um 0,4%, im Bauwesen real um 0,6%. Aufgrund des Anstieges zu Jahresbeginn 2014 ergibt sich für diese beiden großen Wirtschaftsbereiche für das Gesamtjahr jedoch noch ein Anstieg (+0,3% bzw. +0,5% gegenüber 2013). Die Wertschöpfung des Bereiches Handel, Kfz wurde aufgrund einer stärkeren Einzelhandelsentwicklung leicht nach oben revidiert, im Bereich Kredit- und Versicherungswesen musste gegenüber der Schnellschätzung eine Anpassung nach unten vorgenommen werden.

Datenhinweis

Das WIFO verwendet in der Beschreibung und Darstellung der Ergebnisse zur vierteljährlichen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung immer die Trend-Konjunktur-Komponente, da diese eine bessere Einschätzung der aktuellen Konjunkturlage ermöglicht. Diese wurde bis zur Umstellung auf das ESVG-2010-Konzept in den WIFO-Publikationen als "saison- und arbeitstagsbereinigt" ausgewiesen und so auch Eurostat zur Verfügung gestellt. Seit der Umstellung auf das ESVG 2010 im Herbst 2014 liefert das WIFO nicht mehr diese Trend-Konjunktur-Komponente an Eurostat, sondern nur mehr die ausschließlich um Saison- und Arbeitstagseffekte bereinigten Datenreihen. Diese Daten enthalten aber auch irreguläre Schwankungen, die rezente Konjunkturinformationen verdecken können.

Rückfragen & Kontakt:

Rückfragen bitte am Freitag, dem 27. Februar 2015, zwischen 9 und 14 Uhr an Jürgen Bierbaumer-Polly, MA, Tel. (1) 798 26 01/239, Juergen.Bierbaumer-Polly@wifo.ac.at

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