Khol: Ja zu Erwerbschancen in jedem Alter. Ja zu einer sozial gerechten Gleitpension.

Teilpension, Bonus-Aufschub-Pension, Abschaffung Pensionsversicherungsbeiträge für erwerbstätige Pensionisten - wichtige Punkte endlich wie vereinbart umsetzen!

Wien (OTS) - Zur heutigen Debatte im Nationalrat rund um die Beschäftigung der 50plus hält Univ.-Prof. Dr. Andreas Khol, Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes, fest:

"Ja, in absoluten Zahlen gibt es immer mehr Arbeitssuchende im Alter über 50. Dies hat allerdings hauptsächlich mit der demographischen Verschiebung zu tun - hier handelt es sich eben um die geburtenstärksten Jahrgänge der Republik. In relativen Zahlen steigt die Arbeitslosigkeit der 50plus um weniger Prozentpunkte als im Schnitt der anderen Altersgruppen. Selbstverständlich müssen dennoch alle Maßnahmen zur Förderung der Erwerbstätigkeit Älterer umgesetzt werden: Die Beibehaltung des AMS-Pakets für die 50plus gehört dazu, ebenso wie die Betonung, dass alle Fortbildungsförderungen in Österreich (wie Bildungskarenz, Bildungsteilzeit, Erwachsenenlehre) bewusst an keine Altersgrenze gekoppelt sind. Diese Hilfen für einen Neustart auch im fortgeschrittenen Alter müssen bleiben! So stärkt man Erwerbschancen in jedem Alter!"

Khol betont jedoch den entscheidenden Punkt für die Erholung des Arbeitsmarktes: "Derzeit geistern zig Steuer-Erhöhungs-Ideen durch das Land. Da darf sich niemand wundern, wenn dies die Investitionsbereitschaft der Unternehmen maßgeblich bremst. Was es in den kommenden Monaten daher braucht: Entbürokratisierung, echte Steuersenkung und Verbesserung der Rahmenbedingungen für Unternehmen. Nur so entstehen neue Arbeitsplätze!"

Khol: Ja zu sozial gerechter Gleitpension - nicht gleichzusetzen zu Schwedischem Pensionssystem

Zur ebenfalls heute wieder aufgeworfenen Frage eines "Sicherungs-Automatismus" im Pensionssystem hält Khol fest:

"Wir sagen ein klares Ja zu einer sozial gerechten Gleitpension. Dies bedeutet selbstverständlich, dass das gesetzliche Pensionsantrittsalter (und alle daran gekoppelten Pensionsregelungen) nach klaren Regeln in verfassungsgemäßen Schritten ansteigt, wenn die Lebenserwartung entsprechend weiter ansteigt. Nur so wird es gelingen, die Pensionshöhe für alle Generationen nachhaltig abzusichern. Nichts zu tun hat dies allerdings - auch wenn Teile der SPÖ dies immer wieder behaupten - mit dem Schwedischen Pensionssystem! Denn im Gegensatz zu Schweden sieht unser Modell des Sicherungs-Automatismus weder Einschnitte in laufende Pensionen, noch automatisierte Erhöhungen der Pensionsbeiträge der Jungen vor."

"Wir haben im Regierungsprogramm vereinbart, dass wir zum Jahresende 2015 die Wirkungen der Pensionsreformen, die am 1.1.2014 in Kraft getreten sind, ausführlich evaluieren. Selbstverständlich müssen dazu endlich die vom Seniorenbund immer wieder kritisierten Schwachstellen des aktuell vorliegenden Pensionsmonitorings behoben sein. Entsprechend dieser fristgerechten Evaluierung in wenigen Monaten werden die nächsten Schritte zu beschließen sein."

Teilpension, Bonus-Aufschub-Pension endlich einführen -Pensionsversicherungsbeiträge für erwerbstätige Pensionisten endlich abschaffen!

Abschließend wiederholt Khol seine Kritik an der Verzögerten Umsetzung von wichtigen Punkten, die im Regierungsprogramm für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vereinbart wurden:

"Es ist inakzeptabel, dass die wichtige Teilpension bis heute nicht umgesetzt wurde. Wir müssen in Österreich endlich weg vom "Alles-oder-Nichts"-Prinzip! Heute kann man eine "Hackler"- oder Korridorpension mit 62 (Frauen heuer mit 57,5) antreten oder eben nicht. Bis zum Erreichen des gesetzlichen Pensionsantrittsalters (60/65) wird der persönliche Zuverdienst zu dieser Pension mit der jeweiligen Geringfügigkeitsgrenze beschränkt - sonst fällt die Pension weg. Wir hatten vereinbart: Abschaffung der täglichen Geringfügigkeitsgrenze für alle Betroffenen und Einführung einer Teilpension, wo bei einer Arbeitszeitreduktion um zumindest 30 Prozent die Hälfte der zustehenden Pension bezogen werden kann. Dies ist endlich umzusetzen!"

"Auch die Bonus-Aufschub-Pension muss jetzt endlich kommen! Seit 1.1.2014 haben wir in Österreich für alle vorzeitigen Pensionen versicherungsmathematische Abschläge in Kraft gesetzt. Nur die Belohnung für freiwilliges längeres Arbeiten nach 60/65 ist bis heute nicht versicherungsmathematisch korrekt! Wie vereinbart ist daher endlich umzusetzen: Bonus-Aufschub-Pension mit rund 10 Prozent mehr Pension pro länger gearbeitetem Jahr einführen, und für Erwerbstätige Pensionisten zugleich die Pensionsversicherungsbeiträge abschaffen. Geredet wurde dazu genug - jetzt muss die Umsetzung endlich folgen!"

Khol abschließend: "Der Seniorenbund hatte dem Regierungsprogramm 2013 zugestimmt, weil genau diese wichtigen Punkte darin enthalten waren. Tausende Betroffene warten seither auf die wichtige Umsetzung. Man muss aufhören den leistungsfähigen und leistungswilligen Seniorinnen und Senioren im Wege zu stehen! Es ist Zeit, diese Vereinbarungen endlich umzusetzen!"

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