• 23.02.2015, 11:26:48
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Armutskonferenz: Grußworte und Statements von Sen, Nussbaum, Fraser und Milanovic

Wirtschaftsnobelpreisträger Amartya Sen, Philosophin Martha Nussbaum, Politologin Nancy Fraser und Ökonom Branco Milanovic ermutigen und grüßen die Österr. Armutskonferenz

Utl.: Wirtschaftsnobelpreisträger Amartya Sen, Philosophin Martha
Nussbaum, Politologin Nancy Fraser und Ökonom Branco Milanovic
ermutigen und grüßen die Österr. Armutskonferenz =

Wien (OTS) - Nobelpreisträger Amartya Sen, Philosophin Martha
Nussbaum, Politikwissenschafterin Nancy Fraser und Ökonom Branco
Milanovic ermutigen und grüßen die 10.Armutskonferenz, die am 24. und
25. Februar in Salzburg mit 500 TeilnehmerInnen aus Wissenschaft,
Selbsthilfeinitiativen, sozialen Organisationen,
Bildungseinrichtungen und Armutsbetroffenen stattfindet. Der in
Indien gebürtige Ökonom Amartya Sen, der für seine Arbeiten mit dem
Nobelpreis ausgezeichnet wurde, argumentiert in seiner Grußbotschaft,
dass es im Alltag von Armutsbetroffenen keine Armutsgrenze gibt. Sie
erfahren Armut als Lebenslage des Mangels. Armut bedeutet einen
Mangel an Möglichkeiten, um in den zentralen gesellschaftlichen
Bereichen zumindest in einem Mindestausmaß teilhaben zu können:
Wohnen, Gesundheit, Arbeitsmarkt, Sozialkontakte, Bildung. Armut ist
ein Mangel an "Verwirklichungschancen" eines Menschen, ein Verlust an
substantiellen Freiheiten, so Sen. Die Philosophin und
Universitätsprofessorin in Chicago, Martha Nussbaum, betont in ihrem
Mail an die Armutskonferenz, dass es immer auf die
"Ermöglichungsbediungungen" ankomme, um "Güter in Freiheiten
umzuwandeln". Und zwar "in Freiheiten von Menschen, ihre
Vorstellungen von einem guten Leben zu verwirklichen".

Der ehemalige Chefökonom der Weltbank und jetzige Professor an der
Universität in New York schreibt an die Armutskonferenz: "Bereits bei
meiner Geburt wird darüber entschieden, wie viel Geld ich einmal
verdienen werde. Zwei Faktoren sind entscheidend: meine
Staatsangehörigkeit und das Einkommen meiner Eltern. Diese beiden
Faktoren bestimmen über 80 Prozent des Einkommens eines Menschen. Und
die restlichen 20 Prozent können die Menschen auch nicht
beeinflussen: Geschlecht, Alter, Hautfarbe, Glück. Es bleiben dann
noch Faktoren wie Anstrengung und Fleiß. Aber deren Einfluss auf
meine Position in der globalen Einkommensverteilung ist gering"

"Wir brauchen eine Synthese der berechtigten Wünsche nach Freiheit
von Diskriminierung und dem Wunsch nach Schutz. Sozialer Ausgleich,
Anerkennung und Repräsentation gehören zusammen" argumentiert die
Politikwissenschafterin Nancy Fraser, derzeit Universität New York.
"Ich wünsche Euch eine in diesem Sinne erfolgreiche Konferenz", so
Fraser abschließend.

Themen und Foren im Detail

"Wohin geht Europa?", ist eine der zentralen Fragen auf der diese
Woche Dienstag und Mittwoch in Salzburg stattfindenden
Armutskonferenz. Das österreichweite Netzwerk aus 41 sozialen
Organisationen, wissenschaftlichen Einrichtungen und
Selbsthilfe-Initiativen macht die aktuellen sozialen
Fehlentwicklungen und Herausforderungen zum Thema.

Themen und Foren dazu auf www.armutskonferenz.at
Programm im Detail:
http://www.ots.at/redirect/armutskonferenz13

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