- 22.02.2015, 10:27:59
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Erster und Zweiter Weltkrieg: Kärntner Gedenkausstellung in Prag
LH Kaiser und LT-Rohr eröffnen am 8. April Ausstellung zu Viktor Ullmann in Prag - Projekt "Ullmann - Zeuge und Opfer der Apokalypse" von H.Gantschacher und ARBOS wird in Prag eröffnet
Utl.: LH Kaiser und LT-Rohr eröffnen am 8. April Ausstellung zu
Viktor Ullmann in Prag - Projekt "Ullmann - Zeuge und Opfer
der Apokalypse" von H.Gantschacher und ARBOS wird in Prag
eröffnet =
Klagenfurt (OTS/LPD) - Das Jahr 2015 steht im Zeichen mehrerer
Gedenkanlässe. So kam der Erste Weltkrieg vor 100 Jahren an Kärntens
Grenzen an und endete vor 75 Jahren der Weltkrieg. Kärnten stellt
sich seiner Vergangenheit und nimmt das Gedenkjahr auch zum Anlass zu
erinnern und zu mahnen. Auf ein besonderes Gedenk-Projekt weist
Landeshauptmann Peter Kaiser hin. Er wird gemeinsam mit
Landtagspräsident Reinhart Rohr am 8. April in Prag im Stadtarchiv
die Ausstellung "Viktor Ullmann - Zeuge und Opfer der Apokalypse" des
Kärntner Künstlers und Theaterregisseurs Herbert Gantschacher
eröffnen.
"Die Vergangenheit zu kennen, sich der eigenen Vergangenheit und
allen damit verbundenen Schmerzen immer wieder aufs Neue zu stellen
ist die Voraussetzung dafür, für die Zukunft zu lernen und diese
friedvoll und konfliktfrei zu gestalten. Kärnten zeigt, dass es aus
Fehlern und Verbrechen der Vergangenheit gelernt hat. Das können und
das müssen wir auch grenzüberschreitend unter Beweis stellen", so
Kaiser. Gerade angesichts neuerlich aufkeimender
faschistisch-nationalistischer Strömungen sei es Aufgabe der Politik
und aller verantwortungsbewusster Meinungsbildner, daran zu erinnern,
wohin es führen kann, wenn es zu einer gesellschaftlichen Spaltung
und zu einer Entsolidarisierung kommt. "Demokratie muss jeden Tag
aufs Neue erlernt und verteidigt werden. Vergessen ist die größte
Schwäche im Kampf um die Solidarität der Völker", so Kaiser.
Am 18. Oktober 1944 wurde der Komponist, Dirigent und Pianist Viktor
Ullmann im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ermordet. Viele
seiner Werke schuf er ab 1942 im Ghetto der ehemaligen k. u.
k.-Festung Theresienstadt im heutigen Tschechien. Ullmanns Eltern
entstammten jüdischen Familien: Vater Maximilian konvertierte schon
vor der Geburt von Sohn Viktor zum katholischen Glauben. Der junge
Viktor Ullmann meldete sich im Ersten Weltkrieg freiwillig zum
Militärdienst in der k.u.k. Armee. In dieser diente auch sein Vater
Maximilian, der zum Oberst befördert und in den Adelsstand erhoben
wurde.
Der Einfluss auf das Leben und Wirken Ullmanns, im Speziellen seine
Antikriegsoper "Der Kaiser von Atlantis oder die Tod-Verweigerung",
die auf seinen Kriegserfahrungen an der Isonzofront beruht, werden
nun in der Ausstellung "Viktor Ullmann - Zeuge und Opfer der
Apokalypse" des Kärntner Autors und Theaterregisseurs Herbert
Gantschacher thematisiert. Sie wird am 8. April im Stadtarchiv in
Prag von Landeshauptmann Peter Kaiser und Landtagspräsident Reinhart
Rohr eröffnet. Am 14. April beginnt im Prager Stadtarchiv zudem das
Viktor Ullmann Festival von ARBOS - Gesellschaft für Musik und
Theater.
Herbert Gantschacher, der auch im Fachbeirat für Darstellende Kunst
des Kärntner Kulturgremiums vertreten ist, verweist auf den starken
Kärnten-Bezug Viktor Ullmans, der im Ersten Weltkrieg als
Artilleriebeobachter an der zwölften und letzten Isonzoschlacht
teilgenommen hat. Sowohl Vater als auch Sohn Ullmann waren an der
Isonzofront, unweit von Kärntens Grenzen. Maximilian Ullmann war für
die Sicherheit von Kaiser und König Karl an der Front verantwortlich,
Viktor Ullmann erlebte selbst den Gasangriff zur letzten
Insonzoschlacht.
Die Kärntner Gemeinde Arnoldstein, direkt am Dreiländereck
Österreich-Italien-Slowenien gelegen, habe ab dem Jahr 2004 mit
Unterstützung des damaligen Gemeindereferenten Reinhart Rohr das
innovative Kulturprojekt "Krieg=daDa" ermöglicht. Dieses begab sich
laut Gantschacher auf die Spuren Ullmanns und kombinierte
wissenschaftliche Forschung mit künstlerischer Arbeit. So seien
mehrere Ausstellungen, Musik- und Theateraufführungen von ARBOS -
Gesellschaft für Musik und Theater entstanden.
"Diese historischen und künstlerischen Ergebnisse sind bislang in der
Tschechischen Republik unbekannt gewesen und haben das historische
und künstlerische Interesse des Prager Stadtarchivs geweckt", erklärt
Gantschacher.
Eröffnet wird die Ausstellung von Kaiser und Rohr gemeinsam mit der
Prager Oberbürgermeisterin Adriana Krnácová und Kulturstadtrat Jiri
Wolf.
Infos unter www.arbos.at
(Schluss)
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